Die Beringungsaktion 2014 ist vorbei. Auf dem Subigerberg oberhalb Gänsbrunnen im Naturpark Thal wird es wieder stiller. Im Oktober ging es dort mit der Vogelberingung und Beobachtung geschäftig zu und her. Viele Vögel zogen gegen Süden, viele Helfer standen im Einsatz und es kamen so viele Besucher, wie nie zuvor, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen liessen.

2190 beringte Vögel – in diesem Herbst war auf dem Subigerberg ziemlich viel los. Am häufigsten gingen Blaumeisen (476), Hausrotschwänze (413) und Tannenmeisen (289) in die Netze. Beringen konnten die Ornithologen auch Arten, die sie eher selten zu Gesicht bekommen, zum Beispiel eine Waldschnepfe und mehrere Sperber.

2000 Kilometer in kurzer Zeit

Besonders gefreut hat sich der Stationsleiter Patrick Frara über das Wintergoldhähnchen, das bereits beringt war. An diesem Ring konnten die Helfer ablesen, woher es kam. Dieser kleine, nur fünf Gramm schwere Vogel muss in wenigen Tagen von Finnland bis in den Naturpark Thal geflogen sein. Die genauen Daten von der Vogelwarte Sempach werden in den nächsten Wochen erwartet. Die grossen Strecken, die solch kleine Vögel zurücklegen, erstaunen immer wieder, sind das doch immerhin rund 2000 Kilometer von Finnland hierher. Und die Reise dieses Vogels war hier noch nicht zu Ende. Wer weiss, wo das Wintergoldhähnchen nun gerade unterwegs ist. Vor allem ab der zweiten Woche brachten die vielen Meisen die Beringer etwas ins Schwitzen, da alle schnell wieder aus den Netzen geholt werden mussten.

Fischadler und Merlin

Nicht beringt, aber beobachtet wurden über 160 000 Vögel – überdurchschnittlich viele. Häufig waren Buchfinken (97 000), Kernbeisser (knapp 27 000) und Bergfinken (knapp 12 000). «In diesem Jahr gab es einen aussergewöhnlich starken Finkenzug», sagt Patrick Frara. «Dieser kann viele Gründe haben und ist nicht einfach erklärbar. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel die Wetterlage oder guter Bruterfolg in nördlichen Brutgebieten. Aber das ist nur Spekulation.» Es wurden sogar zwei Fischadler und zwei Merline beobachtet. Seltenheiten für die Vogelbeobachter auf dem Subigerberg.

Bis zum 21. Oktober war es aussergewöhnlich warm, bis dann am 22. Oktober plötzlich der Schnee kam. «Wir mussten alle Netze schliessen und konnten keine Vögel einfangen in dieser Zeit», berichtet Patrick Frara. Das Wetter beruhigte sich allerdings schnell wieder, aber die Beringungswochen 2014 waren darauf schon fast vorbei.

So viele Interessierte wie noch nie

Das gute Wetter und wohl auch die gestiegene Bekanntheit der Aktion hat der Beringungsstation Subigerberg in diesem Jahr einen Besucherrekord beschert. Über 1000 Besucherinnen und Besucher in vier Wochen waren es, die sich die Beringung heuer nicht entgehen liessen. Darunter waren auch einige Gruppen wie Schulklassen, Vereine, Gruppen vom Ferienpass und Gruppen mit einem Führer vom Naturpark Thal.

«Ja, in der Infostelle des Naturparks Thal merke ich deutlich die vermehrte Nachfrage in Bezug auf den Subigerberg, sei es von Gruppen oder Individualgästen», bestätigt Philipp Schoch von der Infostelle Naturpark Thal. Besonders an den Wochenenden war die Beringungsstation fast zu klein für all die Besucher. Auch dieses Jahr war es wieder ein spannendes Erlebnis für alle, die da waren.