Viehzuchtverein Passwang
Die Viehschau in Ramiswil erfreut sich einmal mehr grosser Beliebtheit

125 Kühe stehen auf dem Mittler Passwang im Mittelpunkt. Bereits zum 89. Mal lädt der Viehzuchtverein Passwang zur Schau auf dem Betrieb von Familie Paul und Christine Lisser ein.

Andrea Imbaumgarten
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Schrubben, bürsten, striegeln: Blitzblank präsentieren sich die Kühe auf dem Schauplatz.
8 Bilder
Keiner zu klein, ein fleissiger Helfer zu sein. David Walser, Obere Wechten, packt mit an.
Familie Lisser, Unter Schilt, nimmt die Kurven auf den Mittler Passwang unter die Sohlen, resp. unter die Klauen.
Jeannette Kamber, Ober Passwang, mit der Kategoriensiegerin Violetta – einer reinen Simmentaler-Dame
Schau des Viehzuchtvereins Passwang
Die Qualität der aufgeführten Tiere lässt kaum Wünsche offen. Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Aufgabe des Richtertrios.
125 Kühe aus Ramiswil werden an der Viehschau von drei Experten neu punktiert
Bilden das Ende des Alpaufzugs: Familie Zemp vom Unter Passwang.

Schrubben, bürsten, striegeln: Blitzblank präsentieren sich die Kühe auf dem Schauplatz.

Andrea Imbaumgarten

Längst ist der Anlasse weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt. Besucher aus dem benachbarten Baselbiet, aus dem Kanton Bern und der Ostschweiz sind an das Spektakel gereist, welches im Kanton Solothurn einmalig ist.

Das Highlight ist der Alpaufzug. Keine Mühe scheuen die sieben Bauernfamilien, um ihre Kühe den Besuchern und den Experten im besten Licht zu präsentieren. Geschmückt mit mächtigen Treicheln, Glocken und farbenfrohen Blumen ziehen die Viehzüchter der Reihe nach auf den Schauplatz. Mit dem Eintreffen von Familie Zemp, Unter Passwang, endet der eindrückliche Aufzug.

Erinnerung an das Puschlav

Diesen Herbst vermögen die Züchter bekannte Besucher anzulocken. Roberto Zanetti, SP-Ständerat und Verteidiger der Viehschauen auf politischem Parkett, erweist den Passwang-Züchtern die Ehre. «Eine Viehschau, wie diejenige auf dem Passwang, belohnt einen für den politischen Einsatz», so Zanetti.

Die Schau erinnere ihn an diejenigen im Puschlav, an denen er zusammen mit seinem Onkel seinerzeit als Kind mit eigenen Kühen teilgenommen habe. Was ihn erstaunt: «Wenn ich an eine Viehschau gehe, erkennen mich recht viele Leute und wissen, dass ich eine Viehschau-Motion gemacht habe.»

Wasser marsch – eimerweise tragen Züchter und Helfer sauberes Wasser zwischen die Kuhreihen. Es wird gebürstet, geschrubbt und gestriegelt. Schmutzige Kühe gibt es auf dem Schauplatz keine zu sehen. Die Tiere erscheinen sehr gepflegt. Klar ist, dass den Kühen auch ausserhalb der Schausaison Sorge getragen wird, ist doch die Milchwirtschaft derjenige Betriebszweig, mit dem die Bauernfamilien einen grossen Teil ihres Einkommens generieren.

Melody, Veronique, Violetta und Co. scheinen es dem Richtertrio mit Werner Zurbrügg, Ueli Hefti und Bernhard Ryser besonders angetan zu haben. Die Richter beurteilen die vorgeführten Tiere anhand verschiedener Merkmale wie Rahmen (Körperbau), Fundament (Beine) sowie Euter und Zitzen. Keine einfache Aufgabe, präsentieren sich die Tiere an der Spitze doch einheitlich auf hohem Niveau.

Oft entscheiden Nuancen, welche Kuh ihre Kategorie anführt. Auch müssen die Experten die verschiedenen Rassenziele berücksichtigen. So bestechen die aufgestellten Holsteiner, Swissfleckvieh-Kühe und Simmentaler mit unterschiedlichen Vorzügen.

Nervös und glücklich

Als Höhepunkt im Züchterjahr beschreibt Familie Walser, Obere Wechten, die Viehschau auf dem Passwang. Verbunden mit viel Arbeit, etwas Nervosität und grossen Glücksgefühlen. Der Viehzuchtverein Passwang erwartete rund 500 Besucher. «Wir staunen wieder einmal mehr über den tollen Besucheraufmarsch», so Rita Walser. Das Interesse an bäuerlichem und volksnahem Brauchtum steige.

Die Ramiswiler Viehzüchter sind stolz, bäuerliche wie auch sehr viele nichtbäuerliche Besucher mit dieser schönen Tradition erfreuen zu können. «Die meisten Besucher haben einen nahen Bezug zur Landwirtschaft – pensionierte Bauern und deren Familien, Bauernsöhne und -töchter mit Familien», bilanziert Rita Walser, «Heimwehbauern!»