Neuendorf
Die Trachtengruppe präsentierte muntere Tänze und einen heiteren Schwank

De Trachtengruppe Neuendorf präsentierte unterstützt von Mitgliedern der befreundeten Trachtengruppe Mümliswil in der gut besetzten Dorfhalle ihren traditionellen «Heimat-Obe». Dargeboten wurden Trachtentänze und ein Schwank.

Eugen N. A. Rauber Holle
Drucken
Teilen
Tanzten variantenreich auf: Die Trachtengruppe Neuendorf erfreute das Publikum zusammen mit Mitgliedern der Trachtengruppe Mümliswil mit ihren Darbietungen. ern

Tanzten variantenreich auf: Die Trachtengruppe Neuendorf erfreute das Publikum zusammen mit Mitgliedern der Trachtengruppe Mümliswil mit ihren Darbietungen. ern

Eugen N. A. Rauber Holle

Einstudiert hatte die Erwachsenen-Volkstänze Franziska Uebelhard; für die Kindertänze war Ursula Jäggi verantwortlich. Durchs Programm führte ihre Tochter Evi Jäggi, und musikalisch live begleitet wurden die Tänze vom Musikanten-Trio Godi, Hans und Ueli.

Programm-Auftakt machte mit der Mazurka im Walzerschritt «Une de+» ein phonetisches Wortspiel, hinter dem sich geschickt der Autorenname des welschen Choreografen versteckte: «Une (valse) de plus» bedeutet ausgedeutscht etwa «ein weiterer Walzer» oder «noch ein Walzer» – eben von Georges Pluss aus dem Jahre 1975. Weiter ging es mit «S Wunder» – hübsch choreografiert von Werner Vogel.

Was ist ein «Klarinettegnusch»?

In einem sogenannten «3-Generationen-Tanz» mischte sich der herausgeputzte Nachwuchs mit gestandenen Tänzerinnen und dem einen Tänzer, um Jolanda Morfs Kindertanz «La pulenta di Puschlav» zu präsentieren, an den sich Louise Witzigs «Säg Meiteli» anschloss. Auf einen gemütlichen Marsch folgte Rosmarie Masts und Sami Gassers in Trachtlerkreisen seit 43 Jahren bekannter Schottisch «Der Nagelschmid».

Die Einübung des Marschs «Klarinettegnusch» in der Choreografie von Käthi Jutzi und Käthi Rüfenacht soll anfänglich wirklich ein ziemliches «Gnusch» unter den Ausführenden provoziert haben, doch davon war bei der Aufführung nichts mehr zu merken.

Danach folgten wiederum zwei Kindertänze von Käthi Jutzi: Die Polka «S föifte Rad am Wage» und «E Rösslifahrt dürs Thal», getanzt von Dreier-Gruppen, in denen ganz klar auszumachen war, wer nun die beiden Pferdchen waren und wer den leitenden Kutscher oder die leitende Kutscherin zu spielen hatte! Als letzten Tanz zeigten die Kinder Klara Sterns «L’inverno è passato», dessen Melodie sie sogar mitsangen.

Nun waren schon die letzten zwei Erwachsenen-Tänze an der Reihe: «La Marche des Bûcherons», choreografiert von Yvette Bourgeois und Henri Rumpf, bei dem man das Sägeblatt der Holzfäller hätte hören können, und «Hobby-Senn» in einer Choreografie von Rosi und Ernst Berchtold. Die darin verwobenen Alp-Impressionen wurden von Alphorn- und Jodlerklängen lautmalerisch verdeutlicht.

Verwirrliches Ränkespiel

Leider ist die Trachtengruppe mittlerweile der einzige Dorfverein, der sich (noch) der Mühe unterzieht, ein Laien-Theaterstück aufzuführen. Das verdient grosses Lob. Unter der Regie von Josef Häfeli wurde «No einisch Glück gha!» gespielt. Darin verkörperten Rolf und Franziska Uebelhard als im wirklichen Leben gestandenes Ehepaar das Theater-Ehepaar Peter und Rosa Schmid.

Ihr Sohn Markus, gegeben von Christoph Schwegler, ist zwar in ihr Haushaltwaren-Geschäft eingebunden, doch von seiner Wahl einer Schauspielerin als künftiger Schwiegertochter sind sie wenig begeistert. Adrian Stalder und Cornelia Mumenthaler stiegen in die Rollen eines mit ihnen befreundeten Ehepaars, der etwas rabiaten Dorli und des Saufkumpans von Peter Schmid, Max Müller.

Elisabeth von Arx gab eine clevere Schauspielerin. Der Schwank war gespickt mit viel Witz, es wurde ein Lügengebäude erbaut, hinzu kamen Gedächtnislücken und kleinere Erpressungen. Das zahlreiche Publikum hatte viel Spass an dem verwirrlichen Ränkespiel und gab seiner Freude darüber mit verdientem Beifall Ausdruck.

Aktuelle Nachrichten