Neuendorf
Die Trachtengruppe bietet Tanz und Schwank am Heimatobe

Alle zwei Jahre bietet die Trachtengruppe einen Heimatobe mit Tänzen und heiterem Theaterstück.

Benildis Bentolila
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Kinder und Erwachsene der Trachtengruppe Neuendorf tanzen um den Maibaum zur Melodie des Liedes «Zyt isch do».

Kinder und Erwachsene der Trachtengruppe Neuendorf tanzen um den Maibaum zur Melodie des Liedes «Zyt isch do».

zvg

Franziska Uebelhard, Präsidentin der Trachtengruppe Neuendorf (TGN), steht auf der Bühne und kann es kaum glauben: «Die ganze Dorfhalle ist bis auf den letzten Stuhl besetzt; unsere Freude ist gross.»

Der Heimatobe der TGN war angekündigt unter dem Motto «die vier Johreszyte». Das Thema spiegelte sich in der lieblichen Dekoration auf den Tischen und in den dargebotenen Tänzen.

«Hereingekommen seid ihr durch den Herbst», hielt Franziska Uebelhard fest, «die spezielle Handarbeits-Tombola ist eingebettet in winterliches Zierwerk, das Kuchenbuffet in frühlingshaftes und der Sommer wird dargestellt durch eine Strandbar.»

Live-Musik für die Tanzenden

Der erste Tanz der Erwachsenen, ein Walzer, war überschrieben «Us luter Fröid» und die Freude hielt an bis zum Schluss.

Sie spiegelte sich auf den zeitweise verschwitzten Gesichtern der Tanzenden, in den übermütigen Anstrengungen der Kinder, ja jeden Schritt richtig zu platzieren, im grossen Beifall des Publikums und im Musizieren des bewährten Musikantentrios Godi, Hans und Ueli, welches die Tanzenden live begleitete.

Einmal rief Hans in den Saal, kaum hatte der Tanz begonnen: «Entschuldigung, wir spielen falsch! Die Tänzer machen es richtig, aber wir nicht!» Riesengelächter rundherum.

Als Zuhörer und Zuschauer fragte man sich, ob das inszeniert war oder wirklich einfach so passierte. Die Stimmung war familiär und dieses Intermezzo passte dazu.

Die Tänze mit den Erwachsenen hatte Franziska Uebelhard einstudiert; die Kinder waren von Ursula Jäggi geduldig geschult worden. Ihre Tochter Evi führte durch den Abend.

Drei Tänzerinnen der TG Mümliswil und ein junger Tänzer aus Laupersdorf unterstützten die Erwachsenen. Zu Recht meinte die Ansagerin einmal, es werde ihr schwindlig vom Zuschauen bei den Tänzen.

So beim Walzer «Uf em Rösslispiel», wo man sich gut vorstellen konnte, in einem sich schnell drehenden Karussell zu sitzen.

Auch ein Schwank gehört dazu

Zum Heimatobe, der alle zwei Jahre stattfindet, gehört eine fröhliche Theateraufführung. Dieses Jahr zeigte die Theatergruppe unter der Leitung von Josef Häfeli den Schwank «Manne ... und Hochziitstag» von Fritz Klein.

Doris (Judith Scheidegger) und Roland Meyer (Peter Aregger) feiern ihre Silberhochzeit. Allerdings denkt nur die Frau dran und schenkt ihrem Mann ein Wochenende voller Zärtlichkeit.

Er versucht, einerseits zu erraten, weshalb er dieses Geschenk erhält, andererseits findet er, ein paar Stunden würden genügen. «Hast du Geburtstag?», fragt er, «oder habe ich Geburtstag?»

Die Frau, eine eher graue Maus, ist am Boden zerstört und findet, man hätte ihn besser als Affe im Paradies gelassen. Tochter Nadine (Elisabeth von Arx), die noch bei den Eltern wohnt, mischt sich ein und ist klar auf der Seite der Mutter.

Sie empfiehlt ihr, sich scheiden zu lassen, denn Männern könne man sowieso nicht trauen. Grosse Verwirrung stiftet die neue Nachbarin Lotti Herzig (Cornelia Mumenthaler), welche nach ein paar Ehen momentan alleine lebt. Das männerverschlingende Monster – wie Doris sie nennt – taucht dauernd auf, um sich etwas auszuleihen.

Roland will schliesslich seiner Frau auch ein Geschenk machen und bestellt bei Lotti Dessous. Diese versteht ihn falsch und tritt im sexy Outfit in Meyers gute Stube.

Um das Kunterbunt weiter anzuheizen, taucht Rolands Mutter Martha (Franziska Uebelhard) mit ihrem Freund Sepp Wirz (Rolf Uebelhard) auf.

Die beiden sind in der Altersresidenz abgehauen, denn dort würden sie in der Mondfinsternis leben. Dabei wollen sie das Leben unabhängig und in jeder Beziehung geniessen und heiraten.

Es ist ein heiteres Stück, das prima ankam. Im Souffleurkasten sass Regula von Arx und das Schminken besorgte Marianne Wäfler.

Im dritten Teil des Abends durfte zu den Klängen des Musiktrios das Tanzbein geschwungen werden. Die Trachtenleute freuten sich: «Wir haben eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung.»