Die Firma SoloMania GmbH produziert Teigwaren, Bier und diverse andere Waren in Aedermannsdorf. Da es an Platz fehlt, planen die Eigentümer Marc Pergher, Dominique Becht und Jochen Weirich den Bau einer neuen Fabrikhalle in Welschenrohr. Dadurch wird die Produktionskapazität erhöht und um einen Eventraum ergänzt. Der alte Standort in Aedermannsdorf wird aufgegeben.

«Wir stossen überall an die Platzgrenzen», erklärt Marc Pergher und zeigt auf die Schränke, in denen 1200 Kilogramm frisch produzierte Teigwaren trocknen. «Für viele Maschinen ist gar nicht genug Platz, um sie in Betrieb zu nehmen. Dieser Raum war als Lagerraum gedacht, wird jetzt aber für die Trocknungsmaschinen genutzt.» Dies sei der Grund, warum er nach Ablauf der Einspruchsfrist Mitte März zusammen mit seinen Partnern den Bau der neuen Fabrikhalle in Angriff nimmt.

Dadurch wird die Produktionsfläche von 500 Quadratmetern auf 1000 Quadratmeter verdoppelt. Der Aufbau der Halle ist für Ende Mai geplant, die Innenausgestaltung wird aber mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wichtig sei, so Pergher, dass der Aufbau der Maschinen für die Dörrbohnen bereits Ende Juli abgeschlossen sei, da dann die Produktion gestartet werden solle. Dörrbohnen gehören zu den jüngsten Produkten der aufstrebenden Unternehmung.

Von Goldfarm zu SoloMania

Die Anfänge des Projektes liegen in der Teigwarenproduktion Goldfarm in Mühledorf, die 2011 vom Solothurnischen Bauernverband mit dem Namen SoloPasta GmbH übernommen und nach Aedermannsdorf verlegt wurde. Mit der Übernahme durch Marc Pergher und Dominique Becht vor dreieinhalb Jahren erlebte die Firma einen Aufschwung und nahm weitere Produkte in das Sortiment auf.

In dieser kurzen Zeit gelang es ihnen, weitere Maschinen anzuschaffen und die Produktion von 15 Tonnen Pasta pro Jahr auf etwa 50 bis 60 Tonnen zu erhöhen. Letztes Jahr gesellten sich die Produktion und das Abpacken von Dörrbohnen und getrockneten Apfelringen zu den Teigwaren. Mit der kompletten Integration der Bierproduktion SternTHALER GmbH sowie dem Aufspringen des dritten Partners Jochen Weirich änderte der Name auf SoloMania GmbH. Nun wird mit demselben Elan die Serie der Veränderungen fortgeführt und das regionale Unternehmen vergrössert.

Region steht im Mittelpunkt

Die Produkte werden bei Migros mit dem «Aus der Region»-Label und bei Coop mit der Aufschrift «Miini Region» verkauft. Für die Urdinkel-Nudeln stammt der Rohstoff sogar direkt aus dem Thal und werden mit dem Label des Naturpark Thal verkauft. Dieses Label bedeutet, dass mindestens 85 Prozent der Wertschöpfungskette in den neun Gemeinden des Naturparks lokalisiert sein muss. «Die wirtschaftliche Förderung unserer Region ist uns sehr wichtig», betont Pergher.

Bei der Herstellung der Produkte werden weitgehend ursprüngliche Verfahren verwendet. Zum Beispiel werden die Teigwaren gewalzt und, anders als in herkömmlichen Fabriken, nicht gepresst. Dies bedeutet auch einen grossen Anteil an Handarbeit. Dabei helfen aktuell acht Angestellte aus den umliegenden Gemeinden im Thal und im Gäu. Dass die Manufaktur nun in der Lage ist, auszubauen, zeigt, dass regionale Produkte auch den Kunden zunehmend wichtig werden.

Neben Coop und Migros sind es verschiedene Firmen, die die Produkte von SoloMania kaufen. «Werbegeschenke machen einen grossen Teil unserer Produktion aus. Wir bieten spezielle Produkte, wie zum Beispiel Teigwaren in Form eines Postautos für die Postauto AG, die wir mit massgeschneiderten Etiketten versehen», erklärt Pergher.

Frischer Schwung

Momentan verhindert aber der Platzmangel ein volles Ausnutzen der vorhandenen Infrastruktur. Das Bierbrauen liegt zurzeit auf Eis. Ausserdem gibt es Schwierigkeiten mit der Produktion der Dörrbohnen. Die Saison der Bohnen ist nur kurz, doch die Menge der Lieferung gross.

Da diese abgespitzt und dann direkt blanchiert werden müssen und nur kleine Maschinen zur Verfügung stehen, gibt es eine zeitliche Verzögerung, was die Frische des Produkts beeinträchtigen kann. «Am neuen Standort werden wir eine grössere Maschine anschaffen, die abspitzen und blanchieren der Bohnen unmittelbar aneinanderknüpft, wodurch wir optimale Frische erreichen», so Pergher.

Pergher stellte schon vor der Übernahme der Firma zu Hause im kleinen Rahmen Teigwaren her. Als Geschäftsführer leitet er die Abläufe der Produktion. Zusammen mit seinen Partnern blickt er dem Neubau mit Vorfreude entgegen und hofft auf neuen Schwung in der Herstellung regionaler Produkte.

Neben grösseren Produktionsmengen ist aber auch die Erweiterung des Sortiments geplant, die Übernahme einer Sirup- und Punschproduktion ist bereits eingefädelt. Zudem verfügt die neue Halle über einen kleinen Verkaufsladen und einen Eventraum, der auch zur Vermietung bereitsteht. Dennoch soll der typische Charakter erhalten bleiben und auch weiterhin mit der Walzmaschine gearbeitet werden.