Balsthal
Die Thaler Bevölkerung soll aktiv ihre Zukunft gestalten

Ein halbes Jahr lang gestaltet die Thaler Bevölkerung aktiv und bewusst ihre Zukunft. Der Verein Region Thal startet ein Projekt, welches das Zielbild der Region klar definieren will. Künftige Tätigkeiten im Thal sollen sich danach ausrichten.

Merken
Drucken
Teilen
Das Projektteam besteht aus Jürg Inderbitzin (Hochschule Luzern), Bruno Born (Vorstand Verein Region Thal), Hans Weber, Andreas Wyss (Präsident Arbeitsgruppe Wirtschaft Region Thal) und Sandra von Ballmoos (Kommunikation Region Thal). zvg

Das Projektteam besteht aus Jürg Inderbitzin (Hochschule Luzern), Bruno Born (Vorstand Verein Region Thal), Hans Weber, Andreas Wyss (Präsident Arbeitsgruppe Wirtschaft Region Thal) und Sandra von Ballmoos (Kommunikation Region Thal). zvg

zvg

Wie sich eine Region entwickelt, ist stark von grossräumigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Trends beeinflusst. Das Thal ist ausserdem geprägt von seiner Geschichte und Lage. Alles zusammen wirkt sich aus auf die Chancen und Risiken in der Thaler Zukunft.

Besonders interessiert, was die wirtschaftliche Basis für die Lebensqualität hier sein wird. Deshalb hat die Arbeitsgruppe Wirtschaft des Vereins Region Thal die Initiative ergriffen: ein Zielbild für die Region aufzubauen. Es soll modellhaft zeigen, wie sich das Thal als Arbeits-, Wohn- und Freizeitregion entwickeln und präsentieren will.

Das Projekt wird getragen durch die Neue Regionalpolitik von Bund und Kanton, den Verein Region Thal sowie die Gemeindepräsidentenkonferenz. Das Budget beträgt zirka 250 000 Franken. «Damit soll nicht nur ein Zielbild erarbeitet werden, sondern auch eine Wirtschaftsstrategie», erklärt Hans Weber, Geschäftsführer des Vereins Region Thal und Projektleiter.

Und er ergänzt: «Die Neue Regionalpolitik will die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen stärken. Das ist genau das, was auch wir tun.» Als externer Moderator ist Jürg Inderbitzin von der Hochschule Luzern engagiert. Am Institut für Betriebs- und Regionalökonomie der Hochschule hat er solche Regionalentwicklungsprozesse bereits mehrfach erfolgreich begleitet.

Bewegen, was sich bewegen lässt

«Das Zielbild soll der Region Thal eine tragfähige und realistische Perspektive aufzeigen», sagt Jürg Inderbitzin. Es umfasst deutlich mehr als wirtschaftliche Fragen, schliesst unter anderem auch das Gedankengut des Naturparks mit ein. Zweck sei es, dass alle fürs Thal Engagierten (Bevölkerung, Unternehmen, Gemeindebehörden, Vereine), eine gemeinsame Vorstellung davon haben, was in der Region angestrebt werden soll und welchen Beitrag sie dazu leisten könnten.

«Mit einem gemeinsamen Bild der Zukunft vor Augen kann das, was sich auf regionaler Ebene tatsächlich bewegen lässt, mit vereinten Kräften auch wirklich in die gewünschte Richtung bewegt werden», weiss Inderbitzin. Schliesslich sollen sich die künftigen Tätigkeiten der Region Thal, der Bevölkerung, der Gemeinden, der Arbeitsgruppe Wirtschaft, des Naturparks und weiterer Gruppierungen nach diesem Zielbild ausrichten.

Damit das Zielbild breit verankert ist, muss die Bevölkerung es mitentwickeln. Die Ideen für das Thal stammen also aus dem Thal. «Ein Zielbild baut darauf auf, was den in der Region wohnhaften und engagierten Personen wichtig ist, was in der Region gegeben ist», sagt Jürg Inderbitzin. Im Thal sind dafür acht Arbeitsgruppen mit insgesamt rund 40 Personen geplant: Wirtschaft/Gewerbe, Landwirtschaft, Jugend, Tourismus, Vereine/Bevölkerung, Natur/Landschaft, Politik und Querdenker. Bis Ende Jahr sucht die Region Thal hier engagierte Persönlichkeiten, die aktiv die Zukunft mitgestalten wollen.

Warum jetzt?

In Balsthal fand die erste Informationsveranstaltung für Thaler Gemeinderäte und an der Mitarbeit Interessierte statt. Rund 40 Personen haben aus erster Hand erfahren, was ein Zielbild bringt und wie es zustande kommt. Thomas Schwaller, abtretender Präsident des Vereins Region Thal: «Die Leute im Thal sind gut vernetzt und regionale Entscheide fallen rasch. Das sind Thaler Stärken. Mit der neuen Amts- und Planungsperiode sowie der neu geschaffenen regionalen Arbeitsplatzzone im Moos Balsthal bestehen gute Entwicklungsvoraussetzungen.»

Nach der Besetzung der Arbeitsgruppen finden im ersten Halbjahr 2014 vier gemeinsame Veranstaltungen statt. «Wichtig ist bei diesem Prozess, dass sich die Arbeitsgruppen austauschen können. Nur so wird es gelingen, zu einem breit abgestützten Zielbild zu kommen», sagt Inderbitzin. Jede Veranstaltung ist einem Thema gewidmet: Was zeichnet unsere Region aus, Trends und grossräumige Entwicklungstendenzen, Entwurf eines Zielbildes der Region und schliesslich nach der Vernehmlassung in den Gemeinden eine Überarbeitung des Entwurfs.

Präsentation am 14. September

Die Präsentation des Zielbildes wird am 14. September stattfinden. Die Vision einer Fusion der Thaler Gemeinden ist für Hans Weber zu weit gegriffen. «Ich kann mir vorstellen, dass dies zur Sprache kommen kann. In der Phase nach der Entwicklung des Zielbildes suchen wir in erster Linie eine Umsetzung im Bereich der Wirtschaft.» (mgt)