Wolfwil
Die «Stierigi WG» in der Pfarrschüür bleibt ein Renner

Das komödiantische Gesangsduo Kurt und Daisy sorgte beim Kultur-Apéro in Wolfwil mit ihrem Programm «Stierigi WG» einmal mehr für beste Stimmung und viele Lacher.

Urs Amacher
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Sängerin Daisy singt und striegelt rhythmisch das Abwaschbecken, während Kurt sie auf der Gitarre begleitet.

Sängerin Daisy singt und striegelt rhythmisch das Abwaschbecken, während Kurt sie auf der Gitarre begleitet.

Urs Amacher

Auf dem Hof im Schattegibeleggtäli ist ein Wohnplatz frei. Unter dem Motto «huuse und pfuuse be Kurt und Daisy» sucht das Besitzer-Paar den passenden Mitbewohner. Das persönliche Anforderungsprofil umfasst Eigenschaften wie spontan, ordentlich und sauber, aber auch die Fähigkeit, von Hand abwaschen und den Hürlimanntraktor fahren zu können. Nun gilt es herauszufinden, wer der Richtige ist. Der Einfachheit halber luden Kurt und Daisy deshalb alle Interessierten auf letzten Sonntag zu einem WG-Casting in die Wolfwiler Pfarrschüür ein.

Nicht nur in der WG, sondern auch auf der Weide besteht eine Lücke. Kurt und Daisy beziehungsweise ihre Kuh Dorli benötigen einen neuen Stier, nachdem sie mit Exemplaren aus Frankreich, den USA und gar aus Südamerika schlechte Erfahrungen gemacht haben. Diese Suche bringt eine zweite Ebene in die Bühnenstory und gibt dem Programm den Namen «Stierigi WG».

Schon fast Stammgäste

Mit ihrer «stierigen WG» waren Kurt und Daisy nach 2008 und 2015 bereits zum dritten Mal am Kultur-Apéro der Kulturkommission Wolfwil zu Gast. Daisy und Kurt heissen in Wirklichkeit Gitte und Martin Deubelbeiss und sind in Erlinsbach wohnhaft. Sie firmieren als Music-Kabarett; ihr Markenzeichen ist die Kombination von Comedy und Musik. Den Gesangspart übernimmt vorwiegend Daisy/Gitte mit ihrer voluminösen und jazzigen Stimme. Kurt/Martin singt die zweite Stimme und begleitet sie auf der akustischen Gitarre.

Hits auf WG-Leben umgemünzt

Zusätzlich setzt das Duo Haushaltsgegenstände als Perkussionsinstrumente ein. So bearbeitet Daisy eine Eisenschüssel, eine Guetslidose und eine Holzgebse mit der Abwaschbürste oder ein Metallbecken mit dem Striegel. Ein erstes Mal ernteten Kurt und Daisy Applaus auf offener Szene, als sie das auf den ersehnten Muni gemünzte «giggerig» anstimmten, die Coverversion von «Soulshake», die Polo Hofer populär gemacht hat. Der Text «Du machsch mi giggerig» lautete bei ihnen aber «›s Dorli bruucht e Stier», wobei mit Dorli die Kuh auf dem Hof im Gibeleggtäli gemeint ist.

Auch die andern Lieder erhalten neue witzige Texte, so verballhornt Daisy die Songzeile «very superstitious» aus dem Hit von Stevie Wonder zur Ämtlifrage «wer muess hüt no tische?» Herrlich ist überdies die Jagd auf die Fliege, bei welcher der nervige Störenfried zur berühmten Melodie von Bizets Carmen durch die Stube kurvt. Auch bei den Dialogen, wo die eher coole Amerikanerin Daisy mit dem überdrehten Kurt kutschieren musste, hatte das Publikum viel zu lachen und dankte am Ende der fünfviertelstündigen Vorstellung dem Künstlerpaar mit anhaltendem Applaus.

Nächste Veranstaltung der Kulturkommission in der Pfarrschüür: Am Sonntag, 18. Juni 2017, Kultur-Apéro mit Urs Amacher zu einem lokalgeschichtlichen Thema.