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Die Spitex Gäu hatte zu kämpfen

Die Spitex Gäu blickte an der Mitgliederversammlung auf ein schwieriges Jahr 2015 zurück.

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Offenbar gehen mehr Leute ins Altersheim, was bei der Spitex Gäu zu weniger Pflegestunden zu Hause führt.(Symbolbild)

Offenbar gehen mehr Leute ins Altersheim, was bei der Spitex Gäu zu weniger Pflegestunden zu Hause führt.(Symbolbild)

Chris Iseli

Der erstmalige Rückgang von krankenkassenpflichtigen Dienstleistungen bei der Pflege und der Betreuung sowie bei der Haushilfe bereitete der Spitex Gäu 2015 grosse Sorgen. Der Rückgang ist vor allem auf die Eröffnung des Roggenparks in Oensingen zurückzuführen.

Auch, dass seit kurzem im Sunnepark Egerkingen Spitex-Dienste angeboten werden, führte zu einer deutlichen Reduktion von Pflegestunden. Mit dem grösseren Angebot an Pflegebetten im Gäu gehen offenbar mehr Leute ins Altersheim, was bei der Spitex Gäu zu weniger Pflegestunden zu Hause führt.

Dank der grossen Rücksichtnahme aller Angestellten musste niemand entlassen werden. Spitex-Präsidentin Yvonne Berner und Geschäftsführerin Doris Neukomm sind optimistisch, dass im laufenden Jahr wieder mit einem deutlich besseren Ergebnis gerechnet werden kann. Die Zahlen des ersten Quartals 2016 sind vielversprechend.

Wichtige Schritte vollzogen

Die sich verändernden Bedürfnisse der Bevölkerung im Gesundheitswesen verlangen von der Spitex vorausschauendes Planen und Gestalten. So war der Umzug ins Gesundheitszentrum Leuenfeld in Oensingen letztes Jahr ein echter Meilenstein.

Die Hausarzt-, Psychiatrie- und Physiotherapiepraxen arbeiten eng zusammen und sind für die Bezüger von Spitex-Leistungen wichtig. Die Weiterentwicklung der ambulanten Pflege und Betreuung sei eine Daueraufgabe, wurde erwähnt. Nur so könnten ältere Menschen nach einem Spitalaufenthalt oder bei Krankheit und Gebrechen länger zu Hause leben.

Ein Erfolg war 2015 die Einführung des eigenen Fahrdienstes. Nachdem die Zusammenarbeit seitens SRK unerwartet gekündigt wurde, wagte es die Spitex Gäu Mitte Jahr, sich in diesem Bereich selbstständig zu machen. Die meisten freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer blieben der Spitex Gäu treu und fuhren für ihre Kunden über 47'000 Kilometer. Auch der Mahlzeitendienst entwickelte sich positiv. Über 14'000 Mahlzeiten wurden in den sechs Partnergemeinden verteilt. Neu eingeführt wird ein vorerst monatlich stattfindender Mittagstisch in der Vebo in Oensingen mit anschliessendem Unterhaltungsprogramm.

Ambitiöse Ziele formuliert

Geschäftsleitung und Vorstand haben 2016 grosse Ziele formuliert. Zuoberst stehen die Einführung der elektronischen Kundendokumentation und die Anschaffung von eigenen Dienstfahrzeugen. Mit dem neuen Angebot der medizinischen Fusspflege und der Anstellung einer Podologin nimmt die Spitex Gäu eine Vorreiterrolle ein. Neu soll auch eine Wundsprechstunde angeboten werden.

Eine kürzlich durchgeführte Kundenumfrage zeigte erfreuliche Ergebnisse. Die Kunden zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verhalten des Personals. Im Anschluss an diese Informationen wurden die Rechnung 2015 und das Budget 2016 einstimmig genehmigt.

Die Spitex Gäu zählt heute 58 Beschäftigte, die mit rund 20 Vollzeitstellen täglich wertvolle Dienste leisten. Betreut werden rund 300 mehrheitlich ältere und pflegebedürftige Menschen.(ahn)