Albert Einstein war ein Genie. Ein Wissenschaftler mit Haut und Haaren. Ein Freidenker, ein Weltbürger, ein Philosoph. Daneben war er Ehemann, Vater, Bruder, Sohn und Freund. Er war ein Deutscher, Schweizer, Österreicher und Amerikaner. Und diesen Sommer wird er auch ein bisschen zum Gäuer. Die Spielleute aus dem Gäu haben den zerzausten Professor nämlich zum Mittelpunkt ihres neuen Stückes gemacht. Autor und Regisseur Christoph Schwager hat für sein Ensemble ein humorvolles und sehr abwechslungsreiches Stück geschrieben. Es zeigt eine eher unbekannte Seite Albert Einsteins. Nämlich seine Beziehung zu Frauen.

Ein intensiver Sommer

In den ersten Proben zu «Einsteins Frauen» geht es noch nicht um konkrete Szenen oder Dialoge. Viel mehr steht das Finden der Rollen im Zentrum, das Kennenlernen von Schauspieler und Figur. Wie bewegt sich eine Figur, wie spricht sie, was für einen Tick hat sie? Da sind Humor, Kreativität und Geduld gefragt. Bei den Schauspielern ist die Vor- und vor allem Spielfreude greifbar. Ein intensiver Sommer steht ihnen bevor. Nach diesen ersten Übungsstunden müssen die Schauspieler daheim ihre Texte lernen.

Und dann geht es los: Ab Juni wird mit gelerntem Text am Aufführungsort, vor der Schälismühle in Oberbuchsiten, geübt. Die eindrückliche Fassade der Schälismühle hat eine zentrale Rolle inne. Sie ist ein Sinnbild für das Haus des Lebens. Und zwar für Albert Einsteins Leben. Damit auch alles neben der Bühne klappt, ist das Projektteam im Hintergrund im Dauereinsatz, bis es am 25. August zur Uraufführung kommt.

Gleich drei Einsteins auf der Bühne

Das Stück ist speziell: Von seinem Sterbebett aus lässt Albert Einstein sein Leben Revue passieren. Er trifft dabei auf sich selbst als Jugendlichen und als jungen Mann. Er begegnet seiner ersten Frau, plaudert mit seiner Mutter, scherzt mit seiner Schwester und erliegt dem Charme der Frauen. Und er nimmt den Nobelpreis entgegen. Das Stück «Einsteins Frauen» dreht sich nicht um physikalische Phänomene, Formeln und eine exakte Biographie. Es geht um einen Mann und die Frauen in seinem Leben. Autor und Regisseur Christoph Schwager hat intensiv und sorgfältig recherchiert, zahlreiche Bücher über Einstein gelesen und sehr viel Spannendes und nicht allgemein Bekanntes über den Erfinder herausgefunden.

Albert Senior trifft also auf Albert Junior und auf Albert als Jugendlichen. Gleich drei Einsteins auf einer Bühne also. In verschiedenen Zeiten. Das ist ziemlich viel auf einmal. Wie können die Zuschauer bei diesen Zeitsprüngen den Überblick behalten? Eines sei verraten: Musik spielt dabei eine grosse Rolle. Passend zu Albert Einsteins Talent als Geigenspieler wird in «Einsteins Frauen» der Violinist Hubert Steiner eine zentrale Figur übernehmen. Zusammen mit seiner Geige und seinem Spiel wird er Einstein begleiten.

Und es wird viel getanzt in dem Stück: Die Choreographin Yvonne Barthel ist ebenfalls mit an Bord und lässt ihre Tänzerinnen durch das Leben von Einstein wirbeln. So erhält das Publikum einen ungewohnten und humorvollen Einblick in das Lebens des Ausnahmetalents Albert Einstein.

Die Aufführungen finden vom 25. August bis 16. September statt. Tickets sind ab dem 24. Juli erhältlich.