«Schwach. Sehr schwach», äussert sich Sarah Koch, Gemeinderätin und Ressortleiterin Bildung in Oberbuchsiten, zur Abstimmung, bei welcher am Sonntag beide Varianten der Schulraumerweiterung abgelehnt wurden. Der Gemeinderat stellte sich hinter die Variante 1, eine Teil-Zentralisierung, dies jedoch mit fünf Befürwortern und zwei Gegnern. Koch war eine der zwei Gegenstimmen. Sie hat sich im Voraus für mehr Schulraum und die Bedürfnisse der Schule eingesetzt. Vom Resultat der kommunalen Urnenabstimmung ist sie sehr enttäuscht.

«Ich habe gehofft, und bin auch davon ausgegangen, dass eine der beiden Varianten durchkommt», so Koch. Obwohl ihr persönlich die zweite Variante lieber gewesen wäre, hätte sie sich auch mit der ersten abfinden können. Denn: «Wichtig wäre vor allem gewesen, dass der dringend benötigte Schulraum bald realisiert wird.»

Die Jahrgänge, welche in den nächsten Jahren eingeschult werden, sind jeweils sehr kinderreich. Zudem entstehen in der Gemeinde zahlreiche neue Wohnbauten. Sarah Koch ist, anders als Gemeindepräsident Daniel Lederer, nicht der Ansicht, dass die Bevölkerung sich nur wegen des Geldes gegen beide Varianten entschieden hat. Sie glaubt eher, dass der Gemeinderat die Bevölkerung nicht optimal vom Nutzen der Schulraumplanung überzeugen konnte.

Ernüchterung im Komitee

An erster Stelle stehe nun die Erarbeitung eines neuen Projekts, damit man das Platzproblem an der Schule so schnell wie möglich lösen könne. Doch dies wird Kochs Meinung nach erneut einige Jahre in Anspruch nehmen und somit über ihre Amtszeit als Gemeinderätin hinausgehen. Koch beendet ihre Karriere im Oberbuchsiter Gemeinderat nach Ablauf der ersten Legislatur.

Doch was sie zum Projekt Schulraumerweiterung während der noch verbleibenden drei Monaten im Gemeinderat beiträgt, ist klar. «Das Resultat der Stichfrage, welche Variante gewählt werden soll, wenn beide angenommen würden, ist deutlich», so Koch. Von den 410 gültigen Wahlzetteln sprechen sich 244 für die Variante 2 aus, was 59,5 Prozent entspricht, während nur 166 Wähler die Variante 1 bevorzugen.

Diese Meinung solle der Gemeinderat klar aufnehmen und ernst nehmen, damit eine weitere Variante so bald wie möglich angenommen werden könne, findet Koch. Denn in Anbetracht der ineffizienten Arbeitsbedingungen, unter welchen die Lehrer in Oberbuchsiten momentan arbeiten, sei die Abstimmung nur eines: «Eine Ohrfeige für die Schule», so Koch wörtlich.

Dem pflichtet auch Nicole Darioli vom Komitee Pro Zentralisierung bei. Sie hatte sich für die komplette Zentralisierung eingesetzt. «Wir sind sehr ernüchtert, Teil einer Gemeinde zu sein, in der so entschieden wird», so Darioli enttäuscht.

Obwohl einige Leute aus dem Komitee damit gerechnet hätten, seien sie vom Resultat überrascht gewesen. Auch im Komitee habe man erwartet, dass zumindest eine Variante angenommen wird.

Wie Sarah Koch will auch Nicole Darioli den Wahlausgang nicht mit den Kosten begründen: «Der Gemeinderat trägt eine grosse Mitschuld. Vieles wurde schlecht präsentiert und vorbereitet, die Bevölkerung hatte offene Fragen und ein Misstrauen dem Gemeinderat gegenüber.»

Darioli ist ebenfalls überzeugt, dass nun möglichst schnell die richtigen Schritte eingeleitet werden müssen. «Bereits seit 2011 wurde viel zu viel Zeit verschwendet, um das Thema Schulraumplanung immer wieder vor sich hinzuschieben.» Viele Leute aus dem Komitee seien auch bereit mitzuhelfen, um so rasch wie möglich eine neue Lösung zu finden. Dabei sei für sie besonders wichtig, den Stichentscheid der Bevölkerung in Betracht zu ziehen.

Stichentscheid nicht deutlich

Dass das Resultat der Stichfrage deutlich sei, dementiert jedoch Gemeindepräsident Daniel Lederer. Denn, um der Variante 2 «Zentralisierung» 59,5 Prozent der Stimmen zuzuschreiben, dürften nur die gültigen Stimmzettel in Betracht gezogen werden. 167 Zettel sind ohne Beantwortung der Stichfrage abgegeben worden.

«Das sind viele derjenigen, die zweimal Nein gewählt haben. So, wie ich das am Sonntag mitbekommen habe, sollten die leeren eher zur Variante 1 als zur Variante 2 gezählt werden», glaubt der Gemeindepräsident. Bei Lederers Rechnung erhielte die Variante 2 also bloss noch 42,1 Prozent aller Stimmen. Seiner Meinung nach sei insbesondere die Tatsache, dass bei der Variante 1 klar gewesen sei, was mit dem alten Schulhaus geschehen würde, Grund für die Beliebtheit dieser Variante gewesen. Denn um die Zukunft des Schulhauses Oberdorf habe sich ein Grossteil der Einwohner gesorgt.

Zur Begründung des Ergebnisses fügt Lederer an: «Im Dorf hat es sich danach angehört, dass beide Varianten zu teuer sind. Ich kann es natürlich nicht genau wissen, aber ich denke schon, dass das Geld ein wichtiger Faktor für die Entscheidung war.» Das weitere Vorgehen werde an der nächsten Gemeinderatssitzung besprochen und die entsprechenden Schritte eingeleitet.