Oberbuchsiten
Die Schulfrage kommt doch noch an die Urne

Die Gemeindeversammlung Oberbuchsiten lässt den Entscheid über die zwei je rund 7 Millionen Franken teuren Varianten der Schulraumerweiterungen offen.

Jürg Salvisberg
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Gemeindepräsident Daniel Lederer (stehend) informierte bereits am 27. Novermber 2016 über den geplanten Ausbau des Schulraums in Oberbuchsiten. (Archivbild)

Gemeindepräsident Daniel Lederer (stehend) informierte bereits am 27. Novermber 2016 über den geplanten Ausbau des Schulraums in Oberbuchsiten. (Archivbild)

Markus Müller

Die Oberbuchsiter Bevölkerung wird im nächsten Frühling doch noch an der Urne über die zwei je rund 7 Mio. Franken teuren Varianten zur Schulraumerweiterung befinden. Obwohl viele der 126 Stimmberechtigten das seit fünf Jahren hängige Geschäft in die Realisierung schicken wollten, obsiegte der vom Gemeinderat bevorzugte Weg über eine Befragung des ganzen Souveräns.

Mit 50 Stimmen erreichte die Urnenabstimmung das nötige Quorum von einem Drittel der anwesenden Stimmberechtigten aber relativ knapp. Damit holt Oberbuchsiten wahrscheinlich am 23. April 2017 nach, was der Gemeinderat einst auf direktem Weg für den 27. November 2016 geplant hatte, aber wegen der fehlenden Grundlage in der Gemeindeordnung nicht durchführen konnte.

Welche der beiden präsentierten Varianten in der Gunst der ganzen Bevölkerung höher steht, wagte Gemeindepräsident Daniel Lederer nach der jüngsten Diskussion nicht vorherzusagen. «Die Chancen stehen 50:50.»

Raumbedarf unbestritten

In der Eintretensdebatte zweifelte kein Redner an der Notwendigkeit von sieben zusätzlichen Klassenzimmern. Die Zunahme der Bevölkerung auf aktuell 2160 Einwohner, das noch nicht absehbare Ende des Baubooms und moderne Unterrichtsformen begründeten die 600 zusätzlichen Quadratmeter ausreichend.

Doch insbesondere die für 2019 absehbare Steuererhöhung und die Gefahr einer geschätzten maximalen Kostenüberschreitung von 25 Prozent rief die Kritiker auf den Plan. Für einige wäre es besser gewesen, die Projektierung stets nach der finanziellen Tragbarkeit der Gemeinde auszurichten.

Die Mehrheit folgte aber der Meinung des Gemeinderats, wonach das Kreditbegehren von 7 Mio. Franken ein klares Kostendach vorgebe und beschloss mit 72 zu 40 Stimmen Eintreten.

«Zentralisierer» im Plus

Provisorien zur Behebung der Raumnot, die letztlich keine Probleme lösen und auch Kosten verursachen, hatte die Budget-Gmeind damit eine Absage erteilt. Doch die beiden aufgezeigten Varianten in die Zukunft waren noch nicht entscheidungsreif.

Die vom Gemeinderat mit 5:2 Stimmen befürwortete Teil-Zentralisierung mit der Konzentration der Primarschule im Schulhaus Steinmatt und der Unterbringung von Doppelkindergarten und Tagesstrukturen im Schulhaus Oberdorf, zeigte für viele eine klar definierte Nutzung auf. Zudem biete sie auch einen geschützten Rahmen für die Krabbelgruppe und den Kindergarten.

Andere Votanten bezeichneten jedoch diese Lösung, insbesondere angesichts annähernd gleicher Kosten, als halbbatzig. Die Zentralisierung sämtlicher schulischer Angebote am Standort Steinmatt bringe wichtige Synergien und mache Raum frei für andere Nutzungen des Schulhauses Oberdorf.

Da diese gesucht seien, müsse man sich über dessen mit Investitionen verbundener Zukunft nicht den Kopf zerbrechen. Die Befürworter der Zentralisierung schienen nahe daran, ihrer Entscheidungsfreude zum Durchbruch zu verhelfen. Doch auch der Appell, dass das Geschäft mit einem Urnengang nicht billiger werde und länger dauere, konnte ebendiesen nicht abwenden.

Grünes Licht zu anderen Vorlagen

Alle anderen Beschlüsse des Abends fassten die Anwesenden im Schnellzugstempo. So passierte das Investitionsprogramm 2017 mit den Bruttokrediten für die Kurvensanierung Hennelistrasse (115 000 Franken), die Wasserleitung untere Bündten (90 000), die Ortsplanungsrevision (125 000) und den Unterhalt der Forstwege (196 000) ohne Gegenstimmen.

Nur die Umsetzung des ICT-Konzepts für 150 000 Franken auf einen Schlag sorgte für eine Intervention und je drei Nein und Enthaltungen. Das Budget 2017 passierte in der Gesamtabstimmung einstimmig.

Für 25 Jahre geehrt

Den grössten Applaus erntete an der Budget-Gmeind nicht ein Schulraumprojekt, sondern Gemeindeschreiberin Beatrice Unold. «Oberbuchsiten wurde 1992 reicher an Herzlichkeit», dankte Gemeindepräsident Daniel Lederer der 25-Jahr-Jubilarin für ihr unermüdliches Engagement.