Wassertage
Die Schüler erleben ein vielseitiges Element experimentell

Die Schulprojektwoche zum Thema «Wasser» in den vier Gemeinden, die der Wasserversorgung Untergäu angeschlossen sind, war ein voller Erfolg.

Karin Schmid
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Im Werk Zelgli in Kappel: Jede Pumpe liefert bei voller Leistung rund 4000 Liter pro Minute.

Im Werk Zelgli in Kappel: Jede Pumpe liefert bei voller Leistung rund 4000 Liter pro Minute.

Bruno Kissling

Im Zusammenhang mit dem 100-Jahr-Jubiläum der Wasserversorgung Untergäu wandten sich die Verantwortlichen des Zweckverbandes im Hinblick auf eine Projektwoche zum Thema «Wasser» an die Schulen der Gemeinden Kappel, Boningen, Gunzgen und Härkingen, die dieser Versorgung angeschlossen sind. Dem Kontakt folgten weitere sowie die Bildung eines fünfköpfigen OKs mit Zweckverbandsaktuar Arthur Deiss als Präsident und Projektleiter sowie stellvertretend jeweils einer Lehrkraft aus jeder beteiligten Gemeinde.

Das Ergebnis waren verschiedene Teilprojekte in den Schulen sowie als Hauptprojekt ein neunteiliger Postenlauf. «Im März absolvierten wir eine Weiterbildung, in der wir stufengerecht die Posten vorbereiteten und aufstellten», erinnert sich der Härkinger Lehrer und OK-Mitglied Stephan Nützi.

Die Kappeler Toni Ulrich (5./6. Klasse), Josef Rudolf von Rohr (5. Klasse), Ferruccio Bassetti (3./4. Klasse), Rebecca Borer (6. Klasse) sowie Sibylle Lenze und Corinne Bucher (4. Klasse) übernahmen drei Posten, Viert-/Fünftklasslehrerin Kathrin Gisiger und Fünft-/ Sechstklasslehrer Stephan Nützi deren zwei, ebensoviele wie die Gunzger Luca Spiegel (5./6. Klasse) und Philipp Hänggi (4. Klasse), zusammen mit der Boninger Viert- bis Sechstklassenlehrerin Liliane Strähl.

In der laufenden Projektwoche absolvierten am Montag die Kleinsten, also rund 170 Kindergartenkinder inklusive Lehrkräfte, den Postenlauf, am Dienstag waren rund 200 Erst- bis Drittklässler/-innen an der Reihe und gestern Donnerstag machten sich rund 220 Viert- bis Sechstklässler/-innen auf den Weg. An sieben Posten, unter anderem beim Fussballplatz, Werkhof und auf dem Schulareal sowie im Pumpwerk Zelgli und Reservoir in Kappel wurde den Kindern auf vielfältige Art das Element Wasser und dessen Herkunft erklärt.

So erfuhren die insgesamt 600 Kinder und Lehrkräfte im Pumpwerk von Arthur Deiss, sich das Wasser bis
25 Meter unter dem Boden befindet, von Zelgli-Werk aus Grundwasser in drei Transportleitungen in Richtung Kappel, Weinhalde Hägendorf und Härkingen gespeist wird und jede an die Wasserversorgung Untergäu angeschlossene Person pro Tag 200 Liter Wasser verbraucht. Im Reservoir auf dem Born erfuhren sie von Peter Huber, Autor der Jubiläumsbroschüre «Das Wasser unter unseren Füssen», dass «ihr das Wasser hier ohne Bedenken trinken könnt. Es kommt immer in genügender Menge».

Während die Jugendlichen bei einem Posten ihr Wissen beim Wasserquiz testen konnten, erhielten sie bei einem anderen viele Informationen über die Dünnernkorrektur. An mehreren Posten hatten sie die Gelegenheit, sich praktisch zu betätigen. Sie saugten aus einem Behälter Wasser ab, um es in einen zweiten zu pumpen. Dass Wasser auch klingt, bewies der Posten «Wassermusik», bei dem Wasserxylophone aufgestellt waren, die aus diversen Flaschen bestanden und mit unterschiedlich viel Wasser gefüllt wurden – ganz nach dem Motto: «Je mehr Wasser sich in der Flasche befindet, desto höher klingt der Ton.»

Bei zwei Posten konnten sich die Kinder aus Kappel, Boningen, Gunzgen und Härkingen an physikalische Experimente wagen und beispielsweise ausprobieren, in welche Form Knete gebracht oder auf welche Art Büroklammern ins Wasser gelegt werden müssen, damit sie schwimmen. Oder: Wie verursacht man einen Tornado in der Flasche? Und wie bekommt man einen Eimer mit etwas Wasser, über den Kopf, ohne dabei nass zu werden?

Während der Postenlauf für die Jüngsten, die Kindergärtler/-innen, laut Lehrer Stephan Nützi vor allem Experimentiermöglichkeiten für ein praktisches Erleben des Wassers anbot, wurde den Erst- bis Drittklässlern bei ihrer Variante schon «gewisse Dinge erklärt». Komplexere, physikalische Informationen gabs für die älteren aus der vierten bis sechsten Klasse. Der Postenlauf sei bei den Kindern gut angekommen, sagt Arthur Deiss. «Die älteren haben viele Fragen gestellt». Stephan Nützi bestätigt dies. «Der Postenlauf war intensiv, aber lehrreich. Die Jugendlichen gingen abends müde, aber glücklich nach Hause. Es war eine strenge, aber tolle Projektwoche.»