Oberbuchsiten

Die Schule soll im Dorf bleiben

Kuno von Wartburg vor dem Schulhaus Oberdorf und der Kirche in Oberbuchsiten.

Kuno von Wartburg fordert zwei mal Nein für die Abstimmung über die Schulraumerweiterung in Oberbuchsiten.

«Das Schulhaus, die Kirche, das Restaurant Chutz, die Gemeindeverwaltung.» Kuno von Wartburg zeigt auf die Gebäude, zwischen denen er steht. «Und da will mir noch jemand sagen, hier sei nicht der Dorfkern?» Er wirft die Hände in die Luft, schüttelt den Kopf. Es ist spürbar: Ihm liegt sein Dorf am Herzen. Deshalb kann er den zwei Optionen der Schulraumerweiterung, welche die Oberbuchsiter Stimmbürger am 23. April an der Urne zur Auswahl haben, nichts Positives abgewinnen.

Zur Abstimmung kommen zwei Varianten: eine Teil-Zentralisierung oder eine komplette Zentralisierung. Bei der Teil-Zentralisierung würden der Kindergarten und Tagesstruktur im Schulhaus Oberdorf eingerichtet, während die Primarschule am Standort Steinmatt angesiedelt wäre. Die komplette Zentralisierung fordert alle schulischen Angebote im Schulhaus Steinmatt.

Der Gemeinderat unterstützt mit 5 zu 2 Stimmen die Teil-Zentralisierung, während ein Komitee für die Option Zentralisierung kämpft. Kuno von Wartburg, Dieter Borer und René Studer sehen in beiden Varianten keine optimale Lösung und sind sich daher einig: Ein Nein zu beiden Vorschlägen ist die einzige Möglichkeit.

Echte Zweistandort-Lösung

Weshalb sie sich gegen beide Varianten aussprechen, hat mehrere Gründe. Einerseits sind sie der Meinung, dass das alte Schulhaus für mehr als nur einen Kindergarten genutzt werden soll, wie dies die Teil-Zentralisierung vorsieht.

«Das Schulhaus Oberdorf muss als Schulstandort und nicht nur für den Kindergarten (Einbau als «Schublade» in der alten Turnhalle) und eine ungeklärte Drittnutzung erhalten bleiben. Nur so macht der Einsatz von Steuergeldern Sinn und das stattliche Schulhaus Oberdorf behält seinen Wert», heisst es im Flyer, welcher im letzten Anzeiger Thal-Gäu-Olten mitgeliefert wurde. Das alte Schulhaus gehöre zum lebendigen Dorfkern und müsse erhalten werden: «Wir wollen die Schule im Dorf lassen», so von Wartburg.

Dass das Schulhaus nicht für alle Stufen genügend Platz bietet, ist den Gegnern der Zentralisierung klar. Daher ist ihr Vorschlag, dort den Kindergarten sowie die erste und die zweite Klasse zu situieren, weil der Kindergarten und die unteren Stufen eine gute Einheit bilden. Im Schulhaus Steinmatt könne man aus ihrer Sicht die anderen Schulstufen ansiedeln, wodurch der Umbau des Schulhauses weniger Aufwand erfordern würde. Eine «echte Zweistandort-Lösung» sei daher die optimale Lösung. Ausserdem werde durch seinen Vorschlag die angekündigte Steuererhöhung relativiert, so von Wartburg.

Weiter sei die Planung des Anbaus für das Steinmattschulhaus nicht sonderlich gut ausgearbeitet. Denn laut von Wartburg seien die nötigen Sicherheitsmassnahmen bei der Planung nicht getroffen worden. «Im Falle eines Brands oder eines Notfalls müssten hunderte Kinder durch einen einzigen Ausgang fliehen. Das kann nicht sein», sorgt er sich. Auch wäre es seiner Meinung nach sinnvoll, das Schulhaus gleich mit einer Unterkellerung zu realisieren.

Auf seine Fragen und Anregungen, welche er an der Gemeindeversammlung gestellt habe, sei man nicht oder nur ungenügend eingegangen. «Sie haben mir gesagt, dass man an den Plänen nichts mehr ändern könne, dass sie so zur Abstimmung kommen. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen.»

Zeitverlust verkraftbar

Kuno von Wartburg sieht zwar ein, dass durch eine Ablehnung beider Projekte wieder Zeit verloren geht. Doch seiner Meinung nach handelt es sich dabei nicht um eine grosse Zeitdauer, denn er ist überzeugt, dass die bisher geleisteten Projektarbeiten und Kosten nicht vergebens gemacht wurden, sondern für eine neue Lösung genutzt werden können. «Für die Optimierung der Schule ist dieser Zeitverlust verkraftbar», findet von Wartburg.

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