Gemeinderat Egerkingen

Die Schule braucht mehr Klassen wegen Zuzug – Budget 2021 mit Ertragsüber-schuss aber ohne Selbstfinanzierung

Die Primarschule und der Kindergarten Egerkingen brauchen wegen des Zuzugs 2 Klassen mehr.

Die Primarschule und der Kindergarten Egerkingen brauchen wegen des Zuzugs 2 Klassen mehr.

An der vergangenen Sitzung genehmigte der Egerkinger Gemeinderat einen Antrag der Schulleitung für mehr Pensen. Ausserdem wurde das Budget mit einem Ertragsüberschuss genehmigt. Das allerdings nur Dank der Auflösung der Auf- und Neubewertungsreserven.

Egerkingen braucht neue Schulklassen. Die Bildungskommission und die Schulleitung beantragen dem Gemeinderat, den Kindergarten und die erste Primarstufe jeweils um eine Klasse zu erweitern. Der Schulleiter Andrea-Sandro Portapia erklärte an der vergangenen Gemeinderatssitzung das Anliegen: Seit August seien insgesamt 19 Zuzüger in die Schule gekommen. Die Zahl der Kinder in der 1. Klasse sei damit auf 54 gestiegen, inklusive derjenigen Schüler, die wiederholen müssen. «Es ist kein Ende in Sicht mit den Zuzügen», sagte Portapia an der Sitzung.

Gemäss den kantonalen Richtlinien dürfen Schulklassen im Durchschnitt nicht mehr als 20 Kinder haben. Im Moment seien es 23. Ohne eine weitere Schulklasse sei es daher nicht möglich, qualitativ hochstehenden Unterricht zu bieten. Auch im Kindergarten rechnet die Schulleitung mit einer Zunahme auf 100 Kinder.

Die Zahlen für die 1. Klasse und den Kindergarten weichen damit von den Prognosen der Schulleitung von Ende 2019 ab, die jeweils mit knapp 10 Kindern weniger rechneten. Der Gemeinderat nahm daher den Antrag der Schulleitung und Bildungskommission an, die Pensen für das Schuljahr 2021/22 zu erhöhen. Der Antrag wird an das Volksschulamt weitergereicht.

Gleichzeitig wurde der Kommission für öffentliche Bauten der Auftrag erteilt, beim Kleinfeldschulhaus zwei Schulklassenräume als Provisorium zu schaffen. Diese Entscheidung wiederum warf erneut Fragen rund um die Schulraumplanung auf, die derzeit im Gang ist. Wie viele Provisorien brauche es nun bis zum Bau des neuen Schulhauses? «Prognosen zu den Zuzügen wäre Kaffeesatzlesen», sagte die Gemeindepräsidentin, Johanna Bartholdi. Anhand der geplanten Bauvorhaben in der Gemeinde glaube sie aber, dass der Peak erreicht sei.

Im Einverständnis aller Gemeinderäte, überliess sie die offenen Fragen über allenfalls weitere Provisorien der neuen Arbeitsgruppe Schulraumplanung, die sich diese Woche zum ersten Mal trifft. Mittlerweile habe sich auch ein Vertreter der Feuerwehr der Gruppe angeschlossen.

Ertragsüberschuss ohne Selbstfinanzierung

Das Budget 2021 wiederum wurde in 2. Lesung fast kommentarlos zu Handen der Budgetgemeindeversammlung genehmigt. Die Gemeinde rechnet mit einem Ertragsüberschuss von knapp 670'000 Franken bei Investitionen in der Höhe von rund 2.5 Millionen Franken. Davon sei nichts selbst finanziert, wie die Bereichsleiterin Finanzen, Jolanda Misteli, mitteilte.

Sämtliche Investitionen und ein Teil des täglichen Geschäfts sind mit fremden Mitteln zu finanzieren. Der Ertragsüberschuss sei auf die Auflösung der Auf- und Neubewertungsreserve zurückzuführen. Dabei handelt es sich um einen rein buchhalterischen Vorgang, der nicht liquiditätswirksam ist. Ohne diese obligatorische Auflösung, würde das Budget 2021 einen Aufwandüberschuss von 1.4 Millionen Franken ausweisen.  

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