Oensingen
Die schönsten drei Tage des Jahres locken Leute von weit her an

Oensingens drei schönste Tage des Jahres heissen Zibelimäret. Am Samstag sind sie angebrochen. Die Zwiebeln locken viel Volk ins Dorf. Niemand will das traditionsreiche Fest verpassen.

Hans Peter Schläfli
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Zibelimäret in Oensingen
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Bestens gelaunt unter Freunden: Oensingens Gemeindepräsident Markus Flury (links).
Anstossen aufs Gewerbe: Ruth Bader, Andreas Gasche und Marianne Meister stossen an.
Alte Freunde, die über vergangene Abenteuer sinnierten: Paul von Arx (links) und Rolf Büttiker.
Volk und Obrigkeit: Regierungsrat Roland Fürst (Mitte) mischte sich unter die illustre Schar.

Zibelimäret in Oensingen

Am Samstag, exakt um 12 Uhr mittags, wurde Oensingen von einem mächtigen Knall erschüttert – und schon eine Stunde vorher klirrten die Gläser. Das Phänomen heisst nicht «Back to the Future», sondern Zibelimäret. Vor dem Böllerschuss, der das Fest eröffnete, wurde nämlich von den Gewerbetreibenden, von Politikern und geladenen Gästen darauf angestossen, was wie jedes Jahr Ende Oktober auf das Dorf am Ausgang der Klus zukommt: Die schönsten drei Tage des Jahres, die kein «Önziger» verpassen will, und ein traditionsreiches Fest, das die Leute von weit her anlockt, und darin integriert die Gewerbeausstellung.

Oder wie es OK-Präsidentin Ruth Bader sagte: «Eine perfekte Symbiose. Vor Jahren mussten wir noch einen Saloon einrichten, um das Festzelt zu füllen, und eine Band musste die Leute hineinlocken. Heute haben wir eine Warteliste von Gewerbetreibenden, die darauf warten, dass ein Stand frei wird.» Ein grösseres Zelt sei nur an einem anderen Standort möglich, und deshalb verzichte der Gewerbeverein bewusst auf ein Wachstum. «Es ist gut so, wie es ist, und wir meinen, Schuster bleib bei deinem Leisten.»

«Hier sind wir unter Freunden», sagte Gemeindepräsident Markus Flury, während er bestens aufgelegt mit einem Glas Aargauer Weisswein in der Hand den Kontakt mit den Leuten aus dem Dorf suchte. «Ich nutze diese Gelegenheit, um mich mit unserer Basis zu unterhalten», sagte Andreas Gasche, der Geschäftsführer des Solothurner Gewerbeverbands. «Wir haben motivierte Gewerbler, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen», sagte Marianne Meister, die Präsidentin desselben Verbandes, in ihrer Ansprache. «Wo das Handwerk und das Gewerbe aufgeben müssen, sterben das Herz und die Seele eines Dorfes. Liebe Kolleginnen und Kollegen aus der Politik, stellt euch jedes Mal einen Gewerbler vom Zibelimäret vor, wenn ihr eine Vorlage beurteilt. Das Gewerbe braucht gute Rahmenbedingungen.»

Regierungsrat Roland Fürst überbrachte die Wertschätzung der Solothurner Kantonsregierung, und der frühere Wolfwiler Ständerat Rolf Büttiker liess mit seinem Freund Paul von Arx von der Pava AG die Anekdoten von Abenteuern wieder aufleben, die sie vor vielen Jahren zusammen am Oensinger Zibelimäret erlebt hatten – so wie damals, als die Fulenbacher Musik in ihren historischen Uniformen den Oensinger Bahnhof nicht mehr fand. Und die beiden Zibelimäret-Veteranen hoffen, dass es die angesagte Freinacht am Montag wieder in sich haben möge.

Und dann schlenderte die illustre Schar gemütlich aus dem Zelt, und damit sie nicht vergessen, worum es eigentlich an diesem Wochenende geht, am Stand von Anina Tschumi vorbei, wo es die vermutlich schönsten Zibelezöpfe des ganzen Märets zu kaufen gab.

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