Darüber hätte sich Hans Eduard Riggenbach, früherer Mitbesitzer von Schloss Neu Bechburg, bestimmt sehr gefreut: Ein Teil seiner Schmetterlingssammlung ist nach Jahrzehnten ins Schloss zurückgekehrt und kann im restaurierten Studierzimmer bewundert werden. Wie es dazu kam und warum es nur ein Teil der Sammlung ist, erklärt ein Blick zurück.

International anerkannt

Hans Eduard Riggenbach-Kern (1901 bis 1981) gehörte zu jener Familie Riggenbach aus Basel, welche das Schloss anno 1835 als Sommerresidenz erworben hatte. Einzelne Familienmitglieder waren der Kultur und der Natur besonders zugetan, so auch Hans Eduard Riggenbach. So beschäftigte er sich unter anderem ausführlich mit den Dohlen, die noch heute in den Gemäuern des Schlosses Neu Bechburg brüten.

Es lag nahe, dass er sich dem Natur- und Vogelschutzverein Oensingen (NVVO) anschloss, bei dem er letztlich für sein aktives Mitwirken als Mitglied und als Gönner zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Riggenbach verfasste Tagebuchaufzeichnungen, die bis ins Jahr 1895 zurückreichen. «Er hatte gute Beziehungen zur Vogelwarte Sempach, für die er verschiedene Berichte über die Dohlen schrieb. Weit über unsere Landesgrenze hinaus wurden seine Berichte veröffentlicht», sagt Markus Mooser, ehemaliger Präsident des NVVO.

Dem Brand zum Opfer gefallen

Riggenbach sammelte ferner Schmetterlinge, vorab in der näheren Umgebung, aber auch in den Alpen, wie Mooser weiter berichtet. Die Sammlung blieb im Schloss aufbewahrt, bis Hans Eduard Riggenbach aus gesundheitlichen Gründen 1975 das Schloss an den Oensinger Ehrenbürger Walter Pfluger verkaufte, der das Areal dann in die extra gegründete Stiftung Schloss Neu Bechburg einbrachte.

Die Schmetterlingssammlung hingegen verschenkte Riggenbach an Otto Hug, ein verdientes Mitglied des NVVO. «Aus Platzgründen lagerte Hug die Sammlung im Gebäude der Kreisschule Bechburg ein», sagt Mooser. Ein grundsätzlich sicherer Ort, sollte man meinen. Doch am Sonntag, 30. August 1981, wurde ein Teil des Schulhauses durch Brandstiftung schwer beschädigt, der grösste Teil der Schmetterlingssammlung wurde leider ganz zerstört.

Sorgfältig restauriert

Otto Hug nahm sich später der verbliebenen Sammlung an und machte sich daran, sie sorgfältig zu restaurieren. Schliesslich kam dann die Idee auf, die Schaukästen würden doch bestens ins restaurierte Studierzimmer des Schlosses passen. Dort sind sie nun zu sehen, jeweils zu jenen Zeiten, wenn das Schloss aufgrund von Führungen und Anlässen geöffnet ist. Die Sammlung ist jüngst von Mitgliedern des Natur- und Vogelschutzvereins an die Stiftung Schloss Neu Bechburg übergeben worden.