Balsthal
Die Ruine Neu-Falkenstein ist wieder sicher zu erreichen

Die Sanierungsarbeiten an der Stützmauer zu Neu-Falkenstein sind beendet.

Peter Wetzel
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Die fachmännisch restaurierte Stützmauer bedeutet eine Aufwertung des Schlossareals.

Die fachmännisch restaurierte Stützmauer bedeutet eine Aufwertung des Schlossareals.

Peter Wetzel

Während der vergangenen sieben Wochen war der Fussweg, welcher auf der Südseite auf die Ruine Neu-Falkenstein in St. Wolfgang führt, gesperrt. Grund dafür waren Sanierungsmassnahmen an der Stützmauer, die kurz vor dem Betreten des Schlosssattels den Hang sichert und die Schlossbesucher vor Steinschlag schützt.

Nötig machten diese Arbeiten verschiedene Mauerausbrüche, Ausbauchungen und Risse. Diese bildeten eine grosse Gefahr für die Benützer des Schlosswegleins. Es musste nicht die ganze Mauer restauriert werden. Die kritische Stelle, jetzt gut sichtbar wegen der neuen, hellen Bruchsteine, befand sich im unteren Bereich der Stützmauer. Es wurde aber nicht nur eine neue Bruchsteinmauer errichtet. Eine hinter der Mauer gebaute Betonmauer sichert die vorgebaute, etwa dreissig Quadratmeter grosse Bruchsteinmauer.

Damit die Arbeiten in diesem unwegsamen Gelände überhaupt durchgeführt werden konnten, musste von der ausführenden Baufirma Eggenschwiler eine Baupiste entlang der bestehenden Mauer bis zur Arbeitsstelle gebaut werden. Diese wurde wieder rückgebaut und es konnten die üblichen Treppenstufen eingebaut werden. Auch die Umgebung wurde wieder in Stand gestellt.

Erhalt der Stützmauer – ein ewiges Werk

Die Stützmauer ist bereits auf einem Stich von Emanuel Büchel aus dem Jahr 1757 zu sehen. Sie gab laut verschiedenen Beschreibungen immer wieder zu zusätzlichen Bau- und Sanierungsmassnahmen Anlass. Nach dem Untergang der Alten Eid genossenschaft im Jahr 1798 fiel die Burg einer Brandstiftung zum Opfer. Die zurückbleibende Ruine diente von nun an vor allem als Steinbruch und Bezugsort verschiedener Materialien. Die Balsthaler Dienstagsgesellschaft nahm dann in den Jahren 1899/1900 die nötigsten Sicherungsarbeiten vor.

«Auf dem Platz steht nun ein Wirtshaus»

Damit die ehemalige Burg nicht gänzlich verfiel, wurde Architekt Franz Gruber aus Dornach im Auftrag des Kantons in den Jahren 1938/1939 mit Ausgrabungs- und Konservierungsarbeiten beauftragt. Er schrieb in seinem Schlussbericht unter anderem: «Da, wo sich die beiden Wege treffen, wurden früher durch Felsabtrag und Anlage einer Stützmauer ein ebener Platz geschaffen und Ökonomiegebäude erstellt.

Diese Bauten sind verschwunden und die Stützmauer selbst hat auch Erneuerungen erfahren. Auf dem Platz steht nun ein Wirtshaus.» Weiter schreibt er, dass das Mauerwerk der Stützmauer nur als Trockenmauerwerk aus Quadern und Steinen aus der Ruine recht schlecht erstellt worden sei. Trotz früherer Betonsicherungen sei ein Teil des Mauerwerks vor einiger Zeit eingestürzt, und die Trümmer hätten den Weg zur Ruine versperrt.

Das Restaurant oberhalb der Mauer brannte 1942 nieder.

Das Restaurant oberhalb der Mauer brannte 1942 nieder.

zvg

Ein attraktives Ausflugsziel

Das Wirtshaus In seinem Bericht zur Ruine erwähnt der Architekt Franz Gruber die Wirtschaft auf dem Platz östlich der Ruine. Diesen Platz hatte im Jahre 1896 Augustin Schmidlin von Justin Winistörfer gekauft, um darauf ein Wirtshaus zu bauen. Bis 1924 hiess das Restaurant «A.Schmidlin», später «Neu-Falkenstein». Das Gasthaus in luftiger Höhe war ein sehr beliebtes Ausflugsziel, nicht zuletzt wegen einer Kegelbahn im östlichen Bereich des Platzes.

Es soll auch öfters vorgekommen sein, dass im Restaurant handfeste «Schleglete» stattgefunden haben sollen, vor allem dann, wenn die Mümliswiler Jünglinge den Balsthalern ihre Bräute auszuspannen versuchten. 1924 wurde die Liegenschaft an Jakob Fankhauser verkauft und danach wechselten die Besitzer mehrmals. Letzter Patentinhaber war Samuel Fankhauser. In seiner Pachtzeit, am 4. August 1942, brannte das Restaurant vollständig nieder und wurde nicht mehr aufgebaut. Der Brandherd soll sich gemäss einem Zeitungsbericht in einem Kasten in der Wohnstube befunden haben. Dieser Brand kam vor allem der «Stiftung Ruine Neu-Falkenstein», welche ab 1938 Eigentümerin des Schlosses wurde, nicht ganz ungelegen. Man hatte sich schon lange an den Bauten gestört, die nichts mit der ehemaligen Burg zu tun hatten. Auch die Idee, dort oben an Stelle der Wirtschaft eine Jugendherberge zu errichten, wurde nicht weiterverfolgt.

Quellen: Bauschtler Gschichte 2010; verschiedene Broschüren zu Neu-Falkenstein.

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