Es nieselt, mehrere Pfützen haben sich auf der riesigen Baustelle gebildet, Schirme werden aufgespannt. «Ich dachte, wenn wir heute den Spatenstich machen, scheint die Sonne», scherzt einer der rund 20 Anwesenden. Es wird gelacht, das graue Wetter kann der Ronal Group in Härkingen nichts anhaben.

Denn an diesem Tag geschieht etwas, auf das die Firma jahrelang gewartet hatte: Der offizielle Spatenstich für den Bau der neuen Werkhalle steht an.

Bereits im Jahr 2011 begann die Gemeinde Härkingen mit der Nutzungsplananpassung des Areals direkt neben dem Verwaltungsgebäude. Diese Umzonung legte den Grundstein für die Realisierung des Baus. Denn zuvor befanden sich die Parzellen in einer Wohnzone.

Im März 2018 wurde das Projekt dann öffentlich aufgelegt (wir berichteten). Noch immer machte die Ronal Group aber ein grosses Geheimnis um das Projekt. Einsprachen gingen laut der Firma keine ein. Ende November fuhren dann zum ersten Mal die Bagger auf, die Vorbereitungsarbeiten begannen. Jetzt, mit dem Spatenstich, beginnen die offiziellen Arbeiten und damit auch eine neue Ära.

Spatenstich im Jubiläumsjahr

«Wir freuen uns sehr, können wir gerade in unserem Jubiläumsjahr mit dem Bau beginnen», begrüsst Martin Wyss, Geschäftsführer der RON AG, die Anwesenden am Montagmorgen. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr nämlich gleichzeitig auch das 50-Jahre-Jubiläum.

In Härkingen ist die Ronal Group mit der RON AG seit 35 Jahren vertreten. Diese wurde als Entwicklungszentrum der Ronal Group gegründet, um die Konstruktion, den Werkzeugbau sowie die Herstellung von Prototypen an einem Ort zu bündeln. Mittlerweile ist das Unternehmen weltweit führend im Herstellen von Leichtmetallrädern für Fahrzeuge.

Um diese Produktion auch in Zukunft aufrecht zu erhalten, baut die Ronal Group nun aus: «An der alten Werkhalle wurden diverse Mängel festgestellt, unter anderem am Dach», erklärt Wyss. «Statt für aufwendige Sanierungsarbeiten haben wir uns für einen Neubau entschieden.»

Senior Project Manager Philipp Schneiter führt weiter aus: «Bei der alten Halle war vieles zusammengewürfelt, weil dort nach und nach umgebaut wurde.» Das sei für den Arbeitsfluss nicht mehr optimal gewesen. «Für die Firma ist der Bau nun ein wichtiger Schritt, um die räumliche Infrastruktur und somit die betrieblichen Prozesse zu verbessern», so Wyss. «Gleichzeitig ist der Bau auch ein Bekenntnis zum Produktionsstandort.»

Viel Grün für gutes Arbeitsklima

Dass es sich dabei aber nicht um einen rein zweckmässigen Stahlbau handelt, lässt sich anhand der Visualisierung erkennen: «Uns war wichtig, das Projekt auch ästhetisch zu gestalten», sagt Wyss.

So wurde rund um das Gebäude viel Grünfläche eingeplant. Der Freiraum zwischen dem bestehenden Verwaltungsgebäude und dem Neubau werde wie eine parkähnliche Landschaft analog eines Campusgeländes gestaltet. «Das soll für die Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima schaffen», erklärt Schneiter.

Gute Zusammenarbeit mit Gemeinde

Der Baukörper selbst sieht auf einer Nutzfläche von 5594 Quadratmetern eine Halle von 92 Metern Länge und 52 Metern Breite vor. Die Produktionsfläche wird dabei 4900 Quadratmeter in Beschlag nehmen. Auf weiteren 700 Quadratmetern wird ein Bürotrakt für rund 85 Mitarbeiter errichtet.

Kostenpunkt dieses Mega-Projekts: voraussichtlich 26,85 Millionen Franken. Geplant ist, dass die Bauarbeiten Mitte 2020 abgeschlossen sind. Dann werde die alte Werkhalle abgerissen.

Auch Gemeindepräsident Daniel Nützi war beim Spatenstich vor Ort: «Wir konnten während der vergangenen 35 Jahre immer auf eine gute Zusammenarbeit zählen», führt er aus. «Für uns gibt es kein schöneres Standortbekenntnis.»