Oensingen

Die Roeck-Halle soll ein Raum für die Jugend werden

Wie viel kostet die Umnutzung der Roeck-Halle? Dies will der Gemeinderat bis Ende Jahr wissen.

Wie viel kostet die Umnutzung der Roeck-Halle? Dies will der Gemeinderat bis Ende Jahr wissen.

Trotz Spardruck wollte Oensingen die Jugendarbeit vor zwei Jahren nicht streichen. Jetzt soll der neue Jugendraum hinter dem Bahnhof entstehen.

In absehbarer Zeit wird der Jugendraum im Oensinger Werkhof Geschichte sein. Nicht bloss der möglichen Überbauungspläne im Unterdorf wegen, ist der aktuelle Jugendraum infrage gestellt. Der Raum an der Hauptstrasse 88 erfüllt die baulichen Vorschriften für öffentliche Räume nicht mehr. Investieren will die Gemeinde aufgrund des kleinen Nutzungs-Zeitfensters auch nicht.

Deshalb hat der Gemeinderat nun festgelegt, wo sich die Jugend künftig treffen soll: Er will die brachliegende Roeck-Halle umnutzen. Die gemeindeeigene Liegenschaft hinter dem Oensinger Bahnhof dürfte gemäss Immobilienstrategie der Gemeinde für die nächsten 10 bis 15 Jahre weiterbestehen, ehe etwas Neues auf diesem Grundstück entstehen könnte (wir berichteten). Für diesen Zeitraum bietet das alte Industriegebäude Freiräume zur Zwischennutzung.

Minimalvariante soll den Status quo beibehalten

Wie beliebt dieser Jugendtreff in der grössten Gäuer Gemeinde ist, zeigte sich vor knapp zwei Jahren. Der Gemeinderat hatte an der zweiten Budgetversammlung vorgeschlagen, die Jugendarbeit aufgrund des Spardrucks – nach dem Nichteintreten auf das Budget – ersatzlos zu streichen. Er argumentierte, es werde bereits auf anderen Ebenen viel für Jugendliche angeboten. Aber die Bevölkerung lehnte diesen Vorschlag ab.

Oensingen tat in den vergangenen Jahren im regionalen Vergleich viel für seine Jugend. Gemeinderat und Souverän einigten sich wegen der angespannten finanziellen Lage darauf, das Budget moderat zu reduzieren. 2017 belief sich der Budgetposten, der zu einem grossen Teil die Jugendarbeit einschliesst, noch auf 100'000 Franken. Im aktuellen Jahr sind es noch rund 85'000 Franken. Nach diesem Sparentscheid hat der Gemeinderat festgelegt, dass die Jugendarbeit in Oensingen sich künftig auf den Jugendraum fokussieren soll.

Bis Ende Jahr will der Gemeinderat abklären lassen, zu welchem Preis sich die Roeck-Halle zu einem für einen Jugendraum tauglichen Gebäude umnutzen lässt. Dafür sprach er einen Planungskredit von 10'000 Franken. Er will zwei Varianten prüfen lassen: Von der Minimalvariante «Jugendarbeit Status quo» zur Variante mit möglichen weiteren Nutzungen. «Sie sollen im schlechtesten Fall wieder einen Jugendraum kriegen, wie sie ihn bisher hatten», fasste Gemeinderätin Selina Hänni zusammen.

Der Antrag an den Gemeinderat sah vor, dass sich der künftige Jugendraum auch für «eine erweiterte Nutzung für Jugendkulturprojekte» eignet. Doch das strapazierte Budget Oensingens sorgte im Gemeinderat für vorsichtige Voten. Die SP-Vertreterin Nicole Wyss und auch FDP-Vertreter Theodor Hafner betonten beide, bevor der Gemeinderat das definitive Ja für die Realisation eines Jugendraums in der Roeck-Halle gebe, müsse bekannt sein, wie viel dies koste. «Wir können nicht einfach ein kleines Kofmehl auf die Beine stellen», sagte Hafner.

Die Bevölkerung soll mitreden dürfen

Neben der Roeck-Halle überprüfte die zuständige Gemeinderätin Selina Hänni gemeinsam mit der Abteilung für Kinder, Jugend und Familie und dem Leiter Bau Andreas Affolter zwei weitere Optionen: Den Aufenthaltsraum im Klubhaus des Fussballvereins und den momentan im Leuenfeld stationierten roten Pavillon, der auf der grünen Wiese beim Bienken-Saal hätte platziert werden können.

Diese beiden Alternativen unterlagen gegenüber der Roeck-Halle. Im Zuge der Immobilienstrategie hatte Gemeinderätin Wyss zudem das frei werdende, ehemalige Bahnwärterhaus als überprüfenswerte Variante vorgeschlagen. Dieses sei aber wegen der räumlichen Struktur ebenso klar ungeeignet, konstatierte der Gemeinderat am Montagabend.

Der neue Jugendraum in der Roeck-Halle soll – wenn bezugsbereit – Platz für 50 bis 100 Personen bieten. Das Industriegebäude stand bereits in der Vergangenheit als möglicher Jugendtreffpunkt zur Diskussion. Jetzt kommt es wieder aufs Tapet. Wie viel der Gemeinde diese Lösung für die Jugend wert ist, soll womöglich die Gemeinde an einer Versammlung selbst bestimmen. Bis zu einem Betrag einer Viertelmillion Franken hätte der Gemeinderat freie Hand. Gemeindepräsident Fabian Gloor auf Anfrage: «Wir werden das Projekt, je nach Ergebnis der Abklärungen, der Gemeindeversammlung unterbreiten.»

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