Egerkingen

Die rege Wohntätigkeit stösst auf wenig Verständnis

Die Erschliessung des Holenbaumackers erfolgt durch Stichstrassen.

Die Erschliessung des Holenbaumackers erfolgt durch Stichstrassen.

Das Budget des Jahres 2018 weist wenig Veränderungen zum Vorjahr auf und wurde von der Gemeindeversammlung Egerkingen einstimmig angenommen.

«Schön, habt ihr alle trotz des schlechten Wetters den Weg hierher gefunden», begrüsste Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi die 24 Stimmberechtigten in der Aula des Schulhauses Mühlematt zur Budget-Gemeindeversammlung am Montagabend. Der spärliche Aufmarsch verwundert jedoch nicht, hat doch Egerkingen für das Jahr 2018 kaum Investitionen vorgesehen, über die noch nicht informiert wurde.

Auch der Steuersatz bleibt im kommenden Jahr unverändert. So liegt der Steuersatz für natürliche und juristische Personen bei 107 Prozent der einfachen Staatssteuer. Ebenfalls unverändert bleiben die Feuerwehrersatzabgabe von 8 Prozent und die Stellenprozente auf der Gemeindeverwaltung von 1'455, die im nächsten Jahr nicht mehr traktandiert werden, sollten sie erneut unverändert bleiben.

Investitionen drosseln

Die Investitionstätigkeit werde auch in den kommenden Jahren rege bleiben, erläuterte Benjamin Rogger stellvertretend für Finanzleiterin Jolanda Misteli. So sind denn auch der Bau eines Reservoirs, die Erweiterung des Schulhauses und die Sanierung des Schwimmbades vorgesehen. Über letztere Investition von rund 1,5 Millionen Franken wurde bereits abgestimmt, weshalb die Sanierung nicht mehr erneut Fragen aufwarf.

Der Gemeinderat gehe im nächsten Jahr noch einmal über die Bücher, um die Verschuldung der Gemeinde nicht noch zu erhöhen. «Wir müssen die Investitionen drosseln, damit wir vermeiden können, in den roten Bereich zu fallen», fügte die Gemeindepräsidentin dazu an.

Einzig über den geplanten Kauf des Areals Neumatt wollten einige Anwesenden mehr wissen. Bartholdi erklärte, dass das Stück Land der Gemeinde für die langfristige Sicherstellung für den Bedarf von öffentlichen Bauten gewährleiste und die Naturalisierung der Dünnern unterstützen könne.

Budget einstimmig genehmigt

Am meisten Geld investierte die Gemeinde in die Bildung mit 5,08 Millionen Franken. Der Personalaufwand sei aufgrund einer Neubesetzung tiefer als im Jahr 2017, die Sonderschulkosten wegen der höheren Schülerzahl sind jedoch gestiegen. Im Bereich der sozialen Sicherheit ist der Personalaufwand höher, weshalb die Investitionen 2,85 Millionen Franken betragen.

Unter dem Strich resultiert in der Erfolgsrechnung bei Gesamtausgaben von 17,84 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 17,71 Millionen Franken ein verhältnismässig kleines Defizit von 129'000 Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich für das Jahr 2018 voraussichtlich auf insgesamt 3,87 Millionen Franken, was einen Finanzierungsfehlbetrag von 2,8 Millionen Franken ergibt. Die Gemeindeversammlung genehmigte das Budget einstimmig.

Infogram: Budget Egerkingen

Erschliessung Holenbaumacker

Separat zum Voranschlag hatten die Stimmberechtigten über einen Bruttokredit von 425'000 Franken für die Erschliessung des Holenbaumackers zu befinden. «Wir sind uns bewusst, dass die rege Wohntätigkeit auf wenig Verständnis stösst», sagte Gemeindepräsidentin Bartholdi, worauf zustimmendes Murmeln aus den Rängen der Stimmberechtigten zu vernehmen war. «Der Gemeinde sind bei der Überbauung des Holenbaumackers aber die Hände gebunden. Diese Erschliessung steht den Grundeigentümern zu.» Der beantragte Kredit sei zudem um 55'000 Franken tiefer als angenommen.

Mit dem Betrag werden die Stichstrassen Schmitten- und Müslimattstrasse auf jeweils 36 Meter verlängert und die Grundstücke somit neu erschlossen. Zudem werden Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegt. Der Grundeigentümerbetrag beläuft sich auf 80 Prozent. Ohne Fragen wurde auch dieser separat beantragte Kredit von der Gemeindeversammlung einstimmig angenommen.

Bartholdi entliess die Anwesenden nach gut einer Stunde mit dem Zitat: «Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat.»

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