Thal-Gäu
Die Produkte «aus der Region» werden direkt nach Hause geliefert

Drei Jungunternehmer betreiben eine Bestellplattform für regionale Frischprodukte. Der Kunde kann aus über 120 Produkten auswählen, am Samstag werden sie nach Hause geliefert.

Philipp Felber
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Initiant Manuel Bongni holt die Produkte beim regionalen Anbieter ab, wie hier auf dem Schlatthof in Wolfwil.

Initiant Manuel Bongni holt die Produkte beim regionalen Anbieter ab, wie hier auf dem Schlatthof in Wolfwil.

Bruno Kissling

Zopf aus Gänsbrunnen, Käse aus Mümliswil, Cordon bleu aus Matzendorf und der Quark vom Schlatthof in Wolfwil: Wer regionale Produkte kaufen will, kann nun neben der Migros mit ihrem Label «Aus der Region. Für die Region.» seit Kurzem auch auf die Dienste von www.vivida.ch zurückgreifen. In der Region Thal-Gäu, inklusive Oberbipp, Niederbipp und Langenbruck, wird direkt bis zur Haustüre geliefert.

Vor zweieinhalb Monaten starteten Manuel Bongni, Michel Perez und Riccardo Previti mit ihrer Geschäftsidee: regionale Produkte auf nachhaltige Art und Weise in der Region anzubieten. Auf der Homepage kann aus über 120 Produkten ausgewählt werden, jeweils am Samstag werden sie zum Kunden nach Hause geliefert.

«Der Grundgedanke ist sicherlich, dass gewisse Produkte quer durch die Schweiz gefahren werden, was aus ökologischen Gründen nicht optimal ist», sagt Manuel Bongni und fährt fort, «wenn jeder selber die Anbieter in der Region berücksichtigen möchte, dann wird das trotzdem relativ mühsam, darum übernehmen wir das für die Kunden.» Zudem würden so die regionalen Bauern unterstützt.

«Zeitaufwendiges Hobby»

Und das Unternehmen ist gut angelaufen, wie Bongni erzählt. «Es werden von Woche zu Woche mehr Kunden.» Die Idee kam Bongni und seinen Mitstreitern vor rund einem Jahr. «Wir haben dann relativ lange am Konzept gearbeitet und entschieden, wie genau das Angebot aussehen soll», erklärt der Balsthaler.

Ursprünglich sei es ein eigenes Bedürfnis gewesen, das sie auf die Idee brachte. Denn mit Landwirtschaft selbst hat keiner der drei etwas am Hut. Bongni und Perez sind Elektrotechnik-Studenten, Previti ist Informatiker. Perez und Bongni kennen sich von der Lehre, Previti kam später dazu.

Bongni ist für die Hauslieferung zuständig, die beiden anderen sind momentan noch nicht an der Front. Das wollen sie jedoch schon bald ändern. Denn die drei wollen ihr Einzugsgebiet auf die Region Olten-Zofingen ausweiten. Momentan holt Manuel Bongni jeweils am Samstagmorgen bei den Anbietern die bestellte Ware, packt sie um und bringt sie zu den Kunden. Der zeitliche Aufwand: eineinhalb bis zwei Stunden, um die Produkte abzuholen und dann noch mal ungefähr gleich lange, um die Bestellungen zu den Kunden zu bringen.

Lässt sich damit Geld verdienen? «Momentan nicht. Es ist eher ein zeitaufwendiges Hobby», so Bongni. Doch das könne sich ja noch entwickeln. Von marginal teureren Preisen als bei den beiden Grossverteilern Coop und Migros spricht Bongni, dazu kommt eine Lieferpauschale von sieben Franken. Diese entfällt, wenn für mehr als 100 Franken bestellt wird. «Bei sieben Franken sind wir etwa beim Preis eines B-Post-Päckchens», erklärt Bongni den Preis. Zudem verdienen die drei Initianten an einer kleinen Marge auf den Produkten.

Und auch im Detail wird auf Nachhaltigkeit wert gelegt. So werden etwa Früchte und Gemüse nicht in Plastik eingepackt, sondern, wenn immer möglich in kompostierbare Säckchen. «Das kommt sicher gut an bei unseren Kunden», weiss Bongni. Weithin bekannt sind sogenannte Gemüseabos, wo der Kunde Woche für Woche einen Korb voll Gemüse aller Art bekommt. Das sei zwar interessant, weil man nicht wisse, was im Korb drin sei. Doch wer etwas nicht mag, werde die Produkte einfach wegschmeissen.

Deshalb entschieden sie sich gegen ein solches Abosystem und für eine direkte Bestellung. Momentan ist diese Bestellung nur online möglich. Angedacht sei jedoch eine Offline-Bestellmöglichkeit, etwa mit einem Bestellschein, bei der vor allem ältere Leute direkt bei den drei bestellen könnten, um den Einkauf später von Vivida überbracht zu bekommen. Doch dies sei momentan noch nicht prioritär, wichtiger sei der Ausbau im nächsten Jahr und die Vergrösserung der Kundschaft.

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