Traditionelle Brass Band-Literatur wieder aufleben zu lassen und der Ehrgeiz, einem anspruchsvollen Publikum Unterhaltung auf hohem Niveau zu bieten: Das war der Grundgedanke bei der Entstehung von Phoenix Brass. Nach der erfolgreichen Premiere der Projektband im letzten Jahr waren sich Dirigent und Organisatoren einig: Der Phoenix soll nicht einfach wieder in der Asche versinken.

Und so durften die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche von Neuendorf erneut mitreissende Bandpower mit der fulminanten Eröffnung durch den Wettbewerbsmarsch «The Australaisian» von William Rimmer erleben.

Verschiedene Komponisten

Mit dem vor Leben sprühenden Werk «Der Barbier von Sevilla» von Gioachino Rossini gelang es der Band, das Feuer im Publikum zu entfachen. Durch die nachfolgende Komposition «Concierto de Aranjuez» des spanischen Komponisten Joaquin Rodrigo spielte sich Solist Fabian Brudermann mit seinen virtuosen Flügelhornklängen in die Herzen der Zuhörer.

Unter Hochspannung versetzte anschliessend die Schnellpolka «Unter Donner und Blitz» von Johann Strauss Sohn. «Journey into Freedom» ist das Meisterwerk eines der bedeutendsten Brass Band Komponisten und Heilsarmisten, Eric Ball. Dirigent Pascal Eicher und Phoenix Brass nahmen das Publikum mit auf eine bewegende musikalische Reise, von der sich der Komponist als Ziel Freiheit und Frieden erhoffte.

Nach dem swingenden Einmarsch mit der Nummer «Joy, Peace and Happiness» wurde es besinnlicher mit der Ballade «Danny Boy», welche als inoffizielle Hymne von Irland gilt. Das Posaunentrio «Trombola» wurde von den drei Solisten Lukas Balmer, Roman von Arb und Bruno Bucher voller Vitalität und Schwung präsentiert, was das Publikum mit energievollem Applaus verdankte.

Die Kirche wurde zum Münster

Dem jazzig angehauchten «Light Walk» von Barrie Gott folgte nach einem höhepunktenreichen Abend noch ein ganz besonders opulentes Schlussbouquet: «Elsa’s Prozession zum Münster» aus Richard Wagners berühmter Oper Lohengrin.

Dirigent Pascal Eicher übertrug die Energie und Vitalität des Werks auf seine Spieler, denen es vorzüglich gelang, die ganze Dramatik der tragischen Liebesgeschichte mit ihren kraftvollen, festlichen Klängen widerzugeben, die in einem wahren Feuerwerk an festlichen Klängen gipfelte. Der letzte Ton hallte noch nach, als sich das begeisterte Publikum von den Bänken erhob und mit frenetischem Applaus und Standing Ovations nach zwei weiteren Zugaben verlangte.

Phoenix Brass und Pascal Eicher boten einmal mehr Unterhaltung vom Feinsten. Ergänzt durch die kultivierte und mit feinem Humor gewürzte Moderation von Ernst Herzig eine ideale Besetzung, die hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam «aufsteigt».