Neuendorf
Die Pflege der Firmen gehört dazu

Die Leiterin der Wirtschaftsförderung, Sarah Koch, gewährte an einem Anlass des Industrie- und Handelsvereins Thal-Gäu-Bipperamt in Neuendorf Einblicke in ihr Arbeitsfeld.

Urs Amacher
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Zu Besuch bei AB Keramik: (v.l.) Evelin Jenny (Sekretariat des IHV), Rolf Riechsteiner (Präsident IHV), Mark Lang (Geschäftsführer AB Keramik) und Sarah Koch (Leiterin Wirtschaftsförderung).

Zu Besuch bei AB Keramik: (v.l.) Evelin Jenny (Sekretariat des IHV), Rolf Riechsteiner (Präsident IHV), Mark Lang (Geschäftsführer AB Keramik) und Sarah Koch (Leiterin Wirtschaftsförderung).

Urs Amacher

Der Industrie- und Handelsverein Thal-Gäu-Bipperamt (IHV TGB) organisiert für seine Mitglieder regelmässig Besuche bei einer markanten Firma. Beim diesjährigen Firmenanlass war es die AB Keramik in Neuendorf, welche dem IHV Gastrecht gewährte. Gleichzeitig erhielt Sarah Koch, Leiterin der Wirtschaftsförderung, die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Schliesslich wurde die Versammlung in der Lagerhalle von AB Keramik abgerundet durch ein Referat von Lothar Bürgi zum Umfahrungsprojekt Klus.

Am Anfang des Alphabets

Der Geschäftsname AB Keramik leitet sich von den Initialen des Firmengründers Robert von Arx und seines Kompagnons Richard Balmer ab, lüftete Geschäftsführer Mark Lang das Geheimnis. Die Marke AB hat zudem den Vorteil, dass sie immer am Anfang des Alphabets und damit zuoberst in den Verzeichnissen steht, fügte Lang bei. Gegründet wurde die AB Keramik 1989 als Firma für den Handel mit Baukeramik für innen und aussen.

Neben dem Sitz und Lager in Neuendorf besitzt sie ein zweites Lagerhaus in Wolfwil. Auf dem Rundgang durch die Räume zeigten Geschäftsführer Mark Lang und sein Team einen Ausschnitt aus dem Angebot von rund 3000 Artikeln, vor allem Feinsteinzeug für Boden- und Wandbeläge sowie Steingut für die Wände. Der neuste Trend geht Richtung einer Glasur, die eine Holzmaserung imitiert. Ausser den Plättli bietet AB Keramik auch Bauchemie wie Klebstoffe, Fugenkitt, Werkzeuge und Reinigungsmittel an, abgerundet durch passende Dienstleistungen.

Mark Lang ist seit Februar 2013 der Geschäftsführer, nachdem im Jahre 2001 Firmengründer Robert das Geschäft an seinen Sohn Thomas von Arx übergeben hatte. Mark Lang leitete vorher ein Einkaufsbüro für die Migros in Hongkong und die Division Werkzeuge bei Walter Meier AG für Fertigungstechnik. Seine Kontakte nach China kommen Geschäftsführer Lang heute zugute, stammen die Keramikartikel – wenn nicht aus Deutschland, Italien oder Spanien – hauptsächlich aus Asien.

Einblick in Wirtschaftsförderung

IHV-Präsident Rolf Riechsteiner stellte anschliessend Sarah Koch, die neue Leiterin der Kantonalen Wirtschaftsförderung, vor. Sarah Koch studierte Wirtschaftswissenschaft an der Universität Freiburg. Sie wohnt in Oberbuchsiten, wo sie auch als Gemeinderätin das Ressort Bildung unter sich hat. Koch, die seit dem 1. November 2014 die Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurn leitet, gab einen Einblick in ihre Tätigkeiten. «Wir wollen Wachstum», stellte sie einleitend fest. Das bedeutet, dass durch Neugründungen und Ansiedlungen von Unternehmen Arbeitsplätze geschaffen und Steuereinnahmen generiert werden.

Mindestens so wichtig ist die Pflege der Firmen, die bereits im Kanton operieren. Dazu gehören Standortentwicklung und Verbesserungen der Rahmenbedingungen, aber auch die Promotion. Oft dient die Wirtschaftsförderung als Verbindung zwischen der Wirtschaft und der Verwaltung, ist Anlaufstelle für Solothurner Unternehmen bei Fragen zu Bewilligungen, Finanzierungen oder Nachfolgeregelungen. «Und wenn wir etwas nicht selber wissen, wissen wir oft, wer das Gewünschte weiss», fasste Koch ihre Arbeit zusammen.

Umfahrung Klus

Zum Abschluss des Abends zeigte Lothar Bürgi, Gesamtprojektleiter beim Kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau, was in der Klus geplant ist. Heute vermag die Strasse durch das Städtchen 1000 Motorfahrzeuge pro Stunde zu schlucken. Mit einer neuen Strasse, die nach der Coop-Tankstelle beim Schmelzihof links abzweigt und über ein 290 Meter langes Viadukt sowie den Tunnel durch das Gunteflüeli führt, soll die Kapazität auf 1700 Fahrzeuge pro Stunde erhöht werden. Man rechnet mit Kosten von 65 Millionen Franken und einer Eröffnung des Werks nach dreijähriger Bauzeit auf 2024.