Balsthal
Die Pfarrkirche St. Marien erstrahlt schon bald wieder in neuem Glanz

Die Aussenrenovation der Kirche stellt Fachleute vor grosse Herausforderungen. Dies gilt auch für das Stellen des Gerüstes, welches eine Fläche von insgesamt 4000 Quadratmeter einnimmt. Das entspricht immerhin der Grösse eines Fussballfeldes.

Peter Wetzel
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Total sind 2500 Quadratmeter Dachfläche neu zu decken...

Total sind 2500 Quadratmeter Dachfläche neu zu decken...

Bruno Kissling

««Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Renovationsarbeiten. Wir haben ein angenehmes Arbeitsklima und die Zusammenarbeit mit dem Architekten und Bauleiter Martin Frei vom Büro wwb architekten solothurn klappt hervorragend», sagte Joël Eschmann, Präsident der fünfköpfigen Baukommission Aussenrenovation.

Martin Frei fand ebenfalls nur lobende Worte: «Wir haben auf der Baustelle sehr gute Handwerker. Zudem verläuft terminlich alles nach Programm, obwohl wir zu Beginn der Renovation missliches Wetter hatten.»

Im Oktober könne das Gerüst sehr wahrscheinlich abgebaut werden. Zurzeit sind der Glockenturm und die Fassadenteile hinter weissen Sonnenschutznetzen versteckt. Diese Netze dienen als Beschattung für das Mauerwerk, denn die neue Farbe darf nicht zu brüsk einer intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Bei der Farbwahl habe es grössere Diskussionen gegeben, ergänzt Eschmann. Die kantonale Denkmalpflege habe ein Wörtchen mitzureden gehabt. Mit dem Investitionskredit von 2,8 Mio. Franken, genehmigt am 26. November 2012, komme man gut aus.

Konkret sind folgende Massnahmen zur Aussenrenovation vorgesehen: Komplette Sanierung des Kirchen - und Turmdaches und der Blitzschutzanlage; Erneuerung und Neudimensionierung der Dachrinnen und Abwasserleitungen; Erstellen neuer Sickerleitungen und Entwässerungspackungen im Perimeterbereich; Reinigung und Neuanstrich der Kirchenfassaden sowie Restauration einiger Objekte wie die vier Drachenköpfe (Wasserspeier); Abdichtung der Kirchenfenster West; Erneuerung der um die Kirche verlaufenden Wege und die Sanierung der Treppen; Verbesserung der Beleuchtung rund um die Kirche und nach Möglichkeit die Anpassung der Grünanlagen.

Gereinigt wurden die Fassaden im Niederdruckverfahren. Dabei wurden der alte Anstrich und der Schmutz mit Ziegelschrot abgestrahlt. Fünf Tonnen Strahlgut waren für die Fassadenreinigung nötig.

Ein grosser Auftrag und auch eine grosse Herausforderung war das Stellen des Gerüstes. Urs Schürch von der Firma Menz Gerüste AG (Wangen a/Aare) sagt, man habe rund 4000 Quadratmeter Gerüste gestellt – das entspricht der Grösse eines Fussballfeldes.

Dabei durfte das Gerüst des Turms nicht auf das Kirchendach abgestellt werden. Das Problem habe man mit Schwerlastkonsolen gelöst, die an der Turmmauer befestigt wurden. Röbi Brunner von der Firma Max Ackermann (Balsthal) erläuterte die Dachdecker- und Spenglerarbeiten:

«Das ist sicher der grösste Steildachauftrag unserer Firmengeschichte.» Die grösste Herausforderung liege in der Steilheit der verschiedenen Dachteile. Rund die Hälfte der Dächer weise eine Steilheit von 60 Grad auf.

Die gesamte neu zu deckende Dachfläche betrage rund 2500 Quadratmeter. Die Arbeitsgänge sehen so aus: Entfernen der Ziegel und der alten Lattung, Holzschalung, Unterdachfolie, Konter- und Ziegellattung, Eindecken nach Möglichkeit mit vorhandenen Ziegeln.

Auch in diesem Bereich gebe es sehr viele Spenglerarbeiten wie zum Beispiel das Einfassen der insgesamt 28 Lukarnen mit Kupfer.

Nachher komme der südliche Teil des Kirchendaches an die Reihe, am Schluss der nördliche Teil mit dem Türmchen über dem Chor. «Diese Reihenfolge der Arbeiten haben wir bewusst gewählt, weil im nördlichen Teil des Daches eine Fledermauskolonie heimisch ist und wir die Schonzeit einhalten wollen», sagt Brunner.

Beim Dach des Glockenturms würden lediglich die Randpartien saniert und die Ziegel nur umgedeckt.