Aedermannsdorf

Die neue Sammelstelle für Altglas rechnet sich

Die Glassammelstelle in Aedermannsdorf bestand aus zwei älteren Containern mit farbgemischter Sammlung. Die Gemeinde entschied, neue, nach Farben getrennte Sammelgebinde anzuschaffen.

Die Glassammelstelle in Aedermannsdorf bestand aus zwei älteren Containern mit farbgemischter Sammlung. Die Gemeinde entschied, neue, nach Farben getrennte Sammelgebinde anzuschaffen.

Eine Optimierung der Glassammelstelle lohnt sich auch bei kleinen Gemeinden, die über nur eine Sammelstelle verfügen. Das zeigt sich in Aedermannsdorf.

2012 entschied sich die Werk- und Umweltkommission unter Präsident Martin Eggenschwiler, die Wertstoffsammlungen der Gemeinde unter die Lupe nehmen zu lassen und meldete sich zum Recycling-Check-up von Swiss Recycling an. Dabei beurteilt ein Experte vor Ort die Systeme, analysiert die Sammelstellen und die Kostenstruktur und schlägt individuelle Optimierungsmassnahmen vor. Beim Altglas ging es um eine optimale Bewirtschaftung sowie um einen Vergleich zu anderen Gemeinden.

Die Glassammelstelle in Aedermannsdorf bestand aus zwei älteren Containern mit farbgemischter Sammlung. Die Gemeinde entschied, neue, nach Farben getrennte Sammelgebinde anzuschaffen. Denn die Entschädigungsquote für vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) ist bei farbgemischten Scherben tiefer als bei farbgetrennte. Mit dem Containerprojekt unterstützt VetroSwiss finanzschwache Gemeinden bei der Anschaffung neuer Altglascontainer.

Berechnung nach Gewicht

Ob eine Gemeinde unterstützungsberechtigt ist, leitet sich aus ihrer Kopfquote ab. Dabei handelt es sich um den durchschnittlichen Betrag der direkten Bundessteuer, die die Einwohner bezahlen. VetroSwiss subventioniert Gemeinden mit einer Kopfquote unter 700 Franken. Von den gesamten Anschaffungskosten von 9400 Franken übernahm VetroSwiss 4200 Franken. Ferner stieg die VEG-Vergütung um satte 54 Prozent an. Beschafft eine Gemeinde neue Container, muss sie sich für ein Logistiksystem entscheiden.

Während Umleercontainer vor Ort in einen Lastwagen entleert werden, müssen Welaki-Behälter für die Entleerung zu einer zentralen Sammelstelle gebracht werden. Die Lastwagen seien mittlerweile so gross, dass pro Tour mehrere Sammelstellen bedient werden können. Das spart Transportkosten im Vergleich zu Behältern, die nicht vor Ort entleert werden können.

Gewicht statt Volumen

Eine Optimierung liess sich bei den Transportkosten erzielen. Die bisher beauftragte Transportfirma berechnete auf Basis des Volumens. SwissRecycling riet der Gemeinde, verschiedene Angebote zu vergleichen und auf einen Transporteur zu setzen, der statt des Volumens das Gewicht als Berechnungsgrundlage nimmt.

Die Gemeinde habe sich für einen Transporteur aus der Region entschieden, der auch die Sammelstellen der Nachbargemeinden bediene, so die Aussage von Martin Eggenschwiler. Weil der Transporteur auf der gleichen Tour neu auch Aluminium und Weissblech mitnehme, gelang der Gemeinde eine zusätzliche Optimierung. Obwohl sich die Anzahl Fahrten nicht merklich verkleinert hat, fährt Aedermannsdorf durch die neue Berechnungsgrundlage um einiges besser: Die Transportkosten sind um 35 Prozent gesunken.

Lohnende Änderungen

Mit dem Resultat ist die Gemeinde sehr zufrieden. Die früher defizitäre Glassammlung ist nun zu 100 Prozent kostendeckend. Mit den Einsparungen, seien die Kosten für die Anschaffung der neuen Container innerhalb von sechs Jahren amortisiert, freut sich Martin Eggenschwiler. 

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