Niederbuchsiten
Die Maibäumchen der Mädchen werden bewacht

Die Maibuben aus der Mittelgäuer Gemeinde Niederbuchsiten sind bereits seit dem vergangenen Wochenende aktiv. Sie stellen den Mädchen im Dorf eine Tanne und schauen auch für die Sicherheitsvorkehrungen.

Erwin von Arb
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Maibäumchenstellen in Niederbuchsiten
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Soll schützen: Maschendraht.
Das Namensschild wird befestigt.
Die bis zu 13 Meter langen Jungtannen haben ein ordentliches Gewicht.
Daniela von Arx hat Freude an ihrer Tanne.

Maibäumchenstellen in Niederbuchsiten

Erwin von Arb

In der Nacht auf morgen Mittwoch, 1. Mai, empfiehlt es sich, Gegenstände, die nicht niet- und nagelfest sind, ins Haus zu räumen. Ansonsten droht die Gefahr, dass diese von den Maibuben «verschleipft» werden, wie es im Volksmund heisst. Allerdings muss die Bevölkerung nicht in allen Dörfern gleich gut auf der Hut sein. Vielerorts wurde das «Verschleipfen» nämlich abgeschafft, so wie etwa in Niederbuchsiten.

1.-Mai-Fest steigt heute Abend

«Das ist kein Problem für uns», sagt Dominik Zeltner vom Jahrgang 1995. Dafür erhalten die Jugendlichen einen ansehnlichen Batzen für ihr 1.-Mai-Fest. 500 Franken spendiert die Gemeinde, damit alles an seinem Ort bleibt. Dieses Geld wird für das am Dienstag ab 18 Uhr auf dem Dorfplatz steigende Maifest sowie andere Auslagen benötigt. Tiefer in die Tasche greifen als sonst müssen die Maibuben diesmal für das Festzelt, welches sie bei der Atrio Festzeltvermietung in Hägendorf für 1000 Franken ordern mussten. Der Schützenverein habe sich ohne Angabe von Gründen geweigert, sein Zelt wie bis anhin für 250 Franken zur Verfügung zu stellen. «Zum Glück haben wir am Samstag bei der Autowaschaktion noch 800 Franken eingenommen», sagt einer der Burschen.

Die Festfreude lassen sich die Jugendlichen dadurch aber nicht verderben. Dazu gehört auch das Aufstellen von Maibäumchen für die neun Mädchen des Jahrgangs. Die bis zu 13 Meter langen Tännchen wurden zusammen mit Revierförster Robert Käser im Wald ausgesucht und letzten Samstag entrindet, wie Marco von Arb berichtet. Von den zwölf männlichen Jahrgängern machen sieben aktiv mit, auch beim Tannlistellen vom Montagabend. Die Jugendlichen können bei dieser Arbeit meist auf die Unterstützung der Väter ihrer Jahrgängerinnen zählen. So auch bei Bruno Strub, der die jungen Männer bereits erwartet, um ihnen zu zeigen, wo das Bäumchen platziert werden soll. Der 51-Jährige hat Erfahrung, denn vor zwei Jahren wurde für seine Tochter Susanne ein Bäumchen gestellt. Nun ist Tochter Isabel an der Reihe, die, weil sie noch arbeiten muss, nicht dabei sein kann.

Nicht als «Baumfäller» unterwegs

Im Handumdrehen steht die Jungtanne und der Stamm wird von Strub sogleich mit Maschendrahtzaun umwickelt. «Damit sie nicht ungesägt wird», meint er dazu. «Und wir werden die Tännchen in der Nacht bewachen», sagt Roman Studer. Sie selbst sägten keine fremden Tannen um. Das gehöre zur Abmachung mit der Gemeinde.

Beim nächsten Tannli läuft alles nach demselben Schema ab, ausser dass Jahrgängerin Daniela von Arx den jungen Männern nach getaner Arbeit ein Bier offeriert. Genau das Richtige, meint die Gruppe einhellig. «Könnte gut ein, dass das letzte der insgesamt neun Bäumchen nicht ganz gerade steht, wenn das so weiter geht», meint ein 1995er schelmisch in die Runde. Am 1.-Mai-Fest, das heute Dienstag um 18 Uhr beginnt, will sich der Jahrgang als guter Gastgeber hervortun. Grilladen und von den Mädchen gebackene Kuchen habe es genug. Und als Attraktion werden die Burschen die grosse Maitanne auf dem Dorfplatz aufstellen. «Wir freuen uns», so die Jugendlichen.

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