Jubiläum

Die Laupersdorfer Bibliothek feiert ihren 25. Geburtstag mit Kilian Ziegler

Kilian Ziegler mit seinem Soloprogramm im Pfarreisaal Laupersdorf.

Kilian Ziegler mit seinem Soloprogramm im Pfarreisaal Laupersdorf.

Die Bibliothek der Gemeinde Laupersdorf wurde 25 Jahre alt. Dies war ein Grund zu feiern und auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken. Den Höhepunkt der Feier bildete der Slam Poet Kilian Ziegler, Wortakrobat aus Trimbach.

Mit einer offiziellen Feier beging die Bibliothek Laupersdorf ihren 25. Geburtstag. Regula Bader, die Leiterin der Bibliothek, begrüsste rund 80 Personen, darunter zahlreiche Jugendliche, im Pfarreisaal.

Zuerst blickte die Bibliotheksleiterin auf die vergangenen 25 Jahre zurück. Die Gemeinde Laupersdorf stellte der Bibliothek einen geeigneten Raum im neu gebauten Gemeindezentrum zur Verfügung. Für die Einrichtung spendete eine Stiftung der Bank Julius Bär 70 000 Franken.

Dank diesem Zustupf konnte die Bibliothek am 18. März 1989 feierlich eingeweiht werden. Seither übernimmt die Gemeinde Laupersdorf die Trägerschaft. Dafür danke Regula Bader den Gemeindebehörden.

Zahlt sich aus

Diese Unterstützung zahle sich in jedem Fall aus. Auch im Onlinezeitalter steigen die Ausleihzahlen jährlich. Kundinnen und Kunden aus dem ganzen Bezirk Thal besuchen die Bibliothek.

Im November wird jeweils eine Erzählnacht durchgeführt, an welcher Gross und Klein in Form von Lesungen auf ihre Kosten kommen. Für die Kleinsten findet während des Winterhalbjahres jeweils monatlich eine Märlistunde statt, an welcher viele Kinder den spannenden Erzählungen und Geschichten lauschen.

Mit Werkförderpreis ausgezeichnet

Den Höhepunkt des Abends bildete der Slam Poet Kilian Ziegler, Wortakrobat aus Trimbach. Er ist vor allem in der Poetry Slam Szene ein Begriff. Bei den sogenannten Slams treten mehrere Teilnehmer mit selbst geschriebenen und zum Teil auswendig vorgetragenen Texten gegeneinander an.

Ausser dem Mikrofon sind jegliche Hilfsmittel verboten. Das Publikum bildet die Jury. Nebst der Teilnahme an Poetry Slams organisiert Ziegler auch Anlässe, welche diese Kunstform fördern und den Wortakrobaten aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland die Möglichkeit gibt, vor Publikum aufzutreten.

Für sein Schaffen wurde Kilian Ziegler im Jahre 2009 mit dem Werkförderpreis des Kantons Solothurn ausgezeichnet. Nebst dem Dichten von neuen Texten und dem Konstruieren interessanter Wortspiele widmet er sich seinem Soziologiestudium. Der wortgewandte Trimbacher definiert das Soziologiestudium folgendermassen: Das sei wie ein Wirtschaftsstudium, einfach ohne Perspektiven.

Begleitet wurde Ziegler vom Pianisten Samuel Blatter, Berufsmusiker aus Solothurn. Das Programm der beiden handelte von der schweizerischsten aller Schweizer Errungenschaften, dem Apéro.

Was für Deutschland Schwarzrotgold sei, heisse in der Schweiz Weisswein, Orangenjus und Mineralwasser und für einen Studenten sei ein Tupperware-Behälter an jedem Apéro ein Muss.

Zieglers Erstling gibt den Zuhörern einen tiefen Einblick in die Denkweise des jungen Künstlers und beinhaltet nebst Politik, Sport, Träumen, der Internet-Generation und Alltagsgeschichten eine riesige Fülle an Themen.

Geniale Wortspiele, widersprüchliche Fakten, provozierende Fragen wechseln sich mit selbst geschriebenen Texten ab und zwingen den Zuhörer stellenweise zum Nachdenken. Wieso gehen wir in die Ikea um einen Hotdog zu essen und kaufen im Beck unser Kanapee?

Weltnummer 4 und Alltag

Mit solch einfachen wie einzigartigen Fragen wusste der Künstler das laute Lachen der begeisterten Zuhörerschaft zu unterbrechen und regte zum Nachdenken an. Wer an dem Abend teilnahm, wusste anschliessend auch, dass Roger Federer unter der Weltnummer 4 jederzeit erreichbar ist und für einen Astronauten jeder Tag Alltag ist.

Die beiden Künstler begeisterten mit Sprachgewandtheit und Musikalität und harmonierten perfekt miteinander. Die beiden wurden mit einem tosenden Applaus verabschiedet.

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