Schönenwerd
Die langfristige Entwicklung der Gemeinde soll sichergestellt werden

Die Schönenwerder Einwohnerschaft wurde über die wesentlichen Inhalte des räumlichen Teilleitbildes «Ortszentrum» informiert. Es besteht aus Leitsätzen zu den Themen Einwohnerschaft, Verkehr sowie Umwelt und Natur.

Beat Wyttenbach
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Ortszentrum: Mit dem räumlichen Teilleitbild wird eine Aufwertung der Bereiche Dorfkern, Bally-Areal und Ball-Park angestrebt.

Ortszentrum: Mit dem räumlichen Teilleitbild wird eine Aufwertung der Bereiche Dorfkern, Bally-Areal und Ball-Park angestrebt.

Bruno Kissling

Schönenwerds Gemeindepräsident Peter Hodel konnte am Montagabend rund 40 Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch betroffene Grundeigentümer im Bearbeitungsperimeter, zur Info-Veranstaltung «Räumliches Teilleitbild Ortszentrum» im Casinosaal willkommen heissen.

Anlässlich dieser Veranstaltung wurde über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert und die wesentlichen Inhalte des räumlichen Teilleitbildes vorgestellt. Jenes war von Monika Kuster und Thomas Ledermann vom Büro BSB + Partner AG, Ingenieure und Planer, Oensingen, entworfen worden; dies in Zusammenarbeit mit der örtlichen Arbeitsgruppe, bestehend aus Jörg Amsler (Präsident Ausschuss Agglomerationspolitik), Andreas Filosi (Bauverwalter), Robert Gilgen (Ressortleiter Bau/Planung/Werke), Valerie Girsberger (Mitglied Planungs- und Verkehrskommission), Peter Hodel (Gemeindepräsident) und Jörg Keller (Präsident Planungs- und Verkehrskommission).

Laut Hodel seien die Vorbereitungsarbeiten im Mai 2013 verabschiedet und das Büro BSB + Partner mit dem Auftrag für einen Entwurf betraut worden. Im September sei eine erste Info-Veranstaltung für die Grundeigentümer im Perimeter-Bereich durchgeführt worden. Danach habe es mehrere Arbeitsgruppen-Sitzungen benötigt, bis der nun vorliegende Entwurf entstanden sei.

Starker Verkehr

Zur Ausgangslage wusste Thomas Ledermann Folgendes zu berichten: Das in den 1990er-Jahren lancierte Projekt zur Ortskernumfahrung wurde vom Souverän am 13. Februar 2011 deutlich an der Urne abgelehnt.

Laut Teilleitbild besteht aber immer noch starker Verkehr im historischen Zentrum der Gemeinde, bestehend aus Dorfkern, Bally-Areal und Bally-Park. «Wir sind entsprechend auf der Suche nach einer nachhaltigen Entwicklung ohne Umfahrungsstrasse», hielt er fest.

Jedoch stünden in den kommenden 20 Jahren grosse Veränderungen an: Die SBB möchten den 30-Minuten-Takt zwischen Bern und Zürich bis 2018 verdichten, was den Gleisausbau südwestlich von Schönenwerd mit dem Bau des Eppenberg-Tunnels bedingt. Die Gemeinde möchte deshalb das Gebiet um den Bahnhof fördern und die entsprechenden planungsrechtlichen Voraussetzungen für dessen Aufwertung und vielfältige Nutzung schaffen. Auch das Agglomerationsprogramm «AareLand» diene als Auslöser. Es würden zudem Unterstützungsgelder seitens von Bund und Kanton angestrebt.

Dorfzentrum aufwerten

Damit die Enwicklungsziele erreicht werden können, müsse das Ortszentrum aufgewertet und die Trennung durch die Oltnerstrasse mit attraktiven Querungsmöglichkeiten angestrebt werden.

Auch die Optimierung der Umsteigemöglichkeiten in der Gemeinde (Bahnhof und Bus) sei anzustreben. Ferner solle die zukünftige Nutzung des Bally-Industrieareals geklärt werden. Zudem stellt das räumliche Teilleitbild «Ortszentrum» die Grundlage für die Überarbeitung der mittlerweile zwölfjährigen Ortsplanung. Dabei soll der historische, geschützte Ortskern bewahrt werden.

Des Weiteren werden im Bereich Wohnen die Überbauung Jurablick nordwestlich des Bally Prior-Museums (70 Wohneinheiten mit 94 Parkplätzen anstelle der ehemaligen Lehrlingswerkstätte, Erschliessung über die Oltnerstrasse) geplant, aber auch die Überbauung Lindenareal zwischen Restaurant Linde und den Bahngleisen (Erschliessung über die Bahnhofstrasse) mit 44 Wohnungen. Ferner seien auf dem Areal der Englischen Villa weitere Wohnbauten in Planung.

Wohn- und Arbeitsdorf

Aus dieser Ausgangslage wurde das Teilleitbild mit entsprechenden Leitsätzen geschaffen, auch unter Einbezug der Einwohnerschaft. Im Bereich Wohnen wird festgehalten, dass bis 2035 in Schönenwerd eine Einwohnerzahl von 5500 angestrebt wird; dies im Sinne eines moderaten Wachstums.

Es soll verdichtet nach innen gebaut und eine Umnutzung des Dorfzentrums angestrebt werden. Grundsätzlich ist eine verdichtete Nutzung mit Mehrfamilienhäusern anzustreben.

Im Gebiet Dorfkern, Neumatt und Grossmatt sind Mischzonen für Wohnen und Arbeiten auszuscheiden. Ferner ist das Ortszentrum zu einem weiteren Begegnungsort zu entwickeln; dies auch mit Langsamverkehrsachsen und verkehrsberuhigenden Massnahmen. Auch für KMU-Betriebe soll die Gemeinde attraktiv bleiben. Das Bally-Areal schliesslich soll kurz- bis mittelfristig eine reine Arbeitszone bleiben.

Im Bereich Verkehr soll die Parkierung besser geregelt werden. Die Verkehrsknoten Oltnerstrasse-Gösgerstrasse sowie Gösgerstrasse-Bahnhofstrasse sind kurzfristig zu sanieren und zu optimieren.

Der Schleichverkehr ist möglichst zu unterbinden. Im Bereich öV sind mit der Neugestaltung der Bushaltestelle am Bahnhof die Abstell- und Parkplätze zu verbessern. Dabei wird auch die nachhaltige Zusammenarbeit mit den SBB angestrebt. Auch ist der Langsamverkehr generell aufzuwerten und zu verbessern. Zudem ist mit einer Passerelle die Verbindung zwischen Oltnerstrasse und Bally-Park sicherzustellen.

Grünelemente erhalten

Im Bereich Umwelt und Natur schliesslich wird darauf hingewiesen, dass Grünelemente zu erhalten und als gestalterische Massnahmen im Ortszentrum zu nutzen sind. Zudem ist die Anbindung des Bally-Parks an den Rest des Dorfes zu optimieren; nicht nur mit der Passerelle, sondern auch mit ausgewiesenen Parkplätzen. Und der bestehende Uferweg soll attraktiver gestaltet werden, hielt Ledermann fest.

Im Anschluss an die Fragerunde bestand für die Anwesenden noch die Möglichkeit, die aufgehängten Pläne mit Monika Kuster und Thomas Ledermann zusammen weiter zu diskutieren, bevor die rund zweistündige Veranstaltung zu Ende ging.