Erschwil

Die «Lange Brücke» muss ersetzt werden: Passwangstrasse wird verlegt

Die Strassenführung bei der «Lange Brücke» an der Passwangstrasse verändert werden.

Die Strassenführung bei der «Lange Brücke» an der Passwangstrasse verändert werden.

Eine weitere Etappe der Passwangstrasse beschäftigt den Solothurner Kantonsrat. Jetzt wird über die Umsetzung der «Lange Brücke» gesprochen.

Kurz vor Erschwil schlängelt sich die Kantonsstrasse vom Passwang her durch eine etwa acht Meter breite Talenge zwischen den Felsen hindurch. Direkt unter der Strasse verläuft durch diese romantische Klus auch die Lüssel – allerdings eingedolt unter einem rund 70 Meter langen Bruchsteingewölbe, genannt «Lange Brücke». Dieses Bauwerk stammt bereits aus dem 18. Jahrhundert und obwohl die Konstruktion und die Felsflanken immer wieder verändert wurden, ist die Talenge mit den auf beiden Seiten steil aufragenden Felsen so erhalten geblieben.

Die steigende Verkehrsbelastung, verschiedene Hochwasserereignisse und das Bauwerk selber haben in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr Schaden genommen, was zu hohen Unterhaltskosten am Bauwerk geführt hat. Die Tragsicherheit der «Langen Brücke» ist damit heute nicht mehr vollumfänglich gewährleistet. Sie muss also ersetzt werden, das heisst: Die Strasse wird verlegt und durch Felsabbau verbreitert.

Doch es gibt unterschiedliche Interessengruppen, die zunächst bei einem Ersatzbau zu befragen waren. Einerseits ist aus Sicht des Orts- und Landschaftsbildschutzes die historisch und landschaftlich prägende Talenge von grosser Bedeutung. Andererseits sind für den Naturschutz, die Fischerei und den Wasserbau eine Offenlegung der Lüssel zwingend. Dies macht eine Verlegung der Strasse mit Felsabbau nötig. Erforderlich ist zudem eine Verbreiterung des Bachbettes, damit Hochwassersicherheit und die Reduktion der Steinschlaggefahr gewährleistet sind.

Unter der Berücksichtigung all dieser Interessen hat das Amt für Verkehr und Tiefbau 2017 eine Vorstudie für eine Alternative zur «Langen Brücke« ausgearbeitet und diese den kantonalen Fachstellen unterbreitet. Daraus resultierte die Bestvariante mit Felsabtrag auf der nordöstlichen Seite der Kantonsstrasse. Diese Variante weie auch das beste Kosten/Nutzenverhältnis auf, heisst es. Der Regierungsrat erteilte daraufhin eine Genehmigung des Erschliessungsplanes und eine Rodungsbewilligung.

Der Baustart der Hauptarbeiten ist für Februar 2020 vorgesehen. Die Kosten für den Ersatz der langen Brücke belaufen sich auf rund 5,4 Mio. Franken. Vorerst ist noch der Kantonsrat dran. Er soll in Kürze entscheiden, ob das Bauprojekt, wie es nun vorgelegt wurde, begonnen werden kann.

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