Wolfwil
Die «Konkordia» ist bereit für das Eidgenössische

Das Programm zum diesjährigen Jahreskonzert des Musikvereins Konkordia Wolfwil versprach viel, und so verwundert es nicht, dass viele Musikinteressierte sich von den magischen Blasmusikklängen verzaubern liessen.

Wally Bur
Drucken
Teilen
Unter der Direktion des neuen Dirigenten David Mc Veigh spielt die «Konkordia» das Stück «The Witch and the Saint».

Unter der Direktion des neuen Dirigenten David Mc Veigh spielt die «Konkordia» das Stück «The Witch and the Saint».

mm

Gespannt warteten am Samstagabend die Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Musiker und ihren Dirigenten David McVeigh, der erstmals an einem Jahreskonzert der «Konkordia» den Taktstock führte. Den Konzertabend eröffnete der Verein mit der Fanfare «Flight to the Unknown World», ein wahrlich magischer Einstieg.

Nach diesem Auftakt wurden dem Publikum die Wettstücke der «Konkordia» am Eidgenössischen Musikfest (EMF) 2016 präsentiert. Zuerst das Selbstwahlstück «The Witch and the Saint» von Steven Reinecke. Dieses Werk basiert auf dem historischen Roman «Die Hexe und die Heilige», der vom Leben im düsteren Mittelalter, von Hexenjagd, Scheiterhaufen berichtet und die Geschichte von Zwillingsschwestern erzählt.

Die eine lebt im Kloster, die andere wird Hebamme. Eine wird verehrt, die andere gefoltert. Die Komposition entführt in eine Welt, die längst vergangen und so anders ist als die unsere. Sie bedient sich eines grossen Spektrums an Klangfarben und Tempi. Der «Konkordia» gelang es hervorragend, die Zuschauer in diese ferne Zeit der Geschichte mitzunehmen.

Eine Reise nach Irland

Es folgte das Aufgabenstück für die zweite Stärkeklasse Harmonie. «The Glenmasan Manuscript» wurde von Marc Jeanbourquin für das Eidgenössische Musikfest 2016 komponiert. Mit seinen zahlreichen Takt- und Tempowechseln ist es anspruchsvoll für die Musiker und die Dirigenten, fürs Publikum jedoch sehr gefällig zum Zuhören.

Man liess sich von der unverkennbar irischen Musik verzaubern und stellte sich die wunderbare Insel Irland vor: grüne Wiesen, Nebelfelder, keltische Sagen mit Helden und schönen Frauen. Fünf Wochen vor dem Wettspiel in Vevey ist die «Konkordia» auf Kurs. Sowohl Selbstwahl- wie Aufgabenstück sitzen, und es bleibt noch Zeit für die Feinheiten der musikalischen Interpretation.

Zu einem Musikfest gehört auch die Parademusik, und so schloss der erste Konzertteil mit «Gruss an Bern». Beim schmissigen Marsch fühlte sich das Publikum mitgezogen und marschierte in Gedanken mit links, zwei, drei, vier vom Bundeshaus zum Bärengraben mit.

Grenzenlose Spielfreude

Ein furioser Start in den zweiten Konzertteil war «Seterslatt (Mountain Air)» von Jan Magne Forde, das ein traditionelles norwegisches Volks- und Tanzlied interpretiert. Ein fröhliches Stück, bei dem das Publikum Matthias Räber für sein tolles Trompetensolo spontanen Applaus schenkte.
Auch «Magic Valley» von Scott Watson vermochte zu begeistern. Beginnend mit einer einfachen Melodie im choralähnlichen Stil entwickelt es sich nach und nach zu einem majestätischen Ganzen. Und auch hier vermochten die Solisten Tanja Büttiker (Querflöte) und Peter Frey (Oboe) die Zuhörer zu verzaubern.

Darauf waren die Filmfans an der Reihe. Erst kam der Fantasy-Film «The Chronicles of Narnia: Prince Caspian» zum Handkuss, danach lud der Hit «Ghostbusters», die Titelmusik des gleichnamigen Films, zum Geisterjagen ein. Anschliessend wurde geistig das Tanzbein oder eher die Hüfte geschwungen, was bei der begeisternden Interpretation des Kuba-Klassikers «Mambo Jambo» auch kein Wunder war.

Zum Schluss entführten David McVeigh und die «Konkordia» die Musikfreunde nochmals in die Welt des Films. Im Mittelpunkt stand die skurrile Addams Family. Bei dieser Komposition konnte manch einer in Erinnerung an die Serie, den Film, das Musical oder den Trickfilm schwelgen.

Den begeisterten Applaus des Publikums verdankte der Musikverein mit dem «Solothurner Marsch» als zweite Zugabe. Ein zauberhaftes, verhextes und magisch tolles Konzert fand seinen gebührenden Abschluss und zeigte eine «Konkordia» in Höchstform, bereit, am 18. Juni am Eidgenössischen Musikfest in Vevey ihr Bestes zu geben.

Aktuelle Nachrichten