Der Naturpark Thal machte in den letzten Jahren vor allem Schlagzeilen wegen zahlreicher Abgänge im Personalbereich. Seit Lancierung des Parks im Jahr 2010 standen nicht weniger als vier Geschäftsleiter an der Spitze des Naturparks, zuletzt Bernhard Studer, der die Geschäftsstelle Ende 2016 nach zweieinhalb Jahren verliess.

Bereits zwei Monate später konnte der Verein Region Thal Ines Kreinacke als neue Geschäftsführerin präsentieren. Ein Glücksfall, wie Präsident Bruno Born bei einem Besuch auf der Geschäftsstelle des Naturparks Thal an der Hölzlistrasse 57 in Balsthal erwähnt.

Kreinacke habe sich in ihrem ersten Jahr als Geschäftsführerin nicht nur sehr gut eingearbeitet, sondern es auch geschafft, Ruhe in das 9-köpfige Team (650 Stellenprozente) zu bringen. «So gut aufgestellt waren wir seit den Anfangsjahren des Naturparks nicht mehr», zeigt sich Born optimistisch.

Das Vertrauen der Thaler Bevölkerung und der Partner des Naturparks zurückzugewinnen, habe sie als die grösste Herausforderung empfunden, sagt die 52-jährige Ökonomin. Entsprechend sei sie letztes Jahr viel unterwegs gewesen, um das bestehende Netzwerk zu pflegen und auszubauen. «Eines unserer wichtigsten Ziele ist, den Naturpark sichtbar zu machen».

Deshalb sei es unabdingbar, bei Anlässen im Thal nicht nur Präsenz zu markieren, sondern sich auch einzubringen. Wichtig sei ferner, den Leuten zu vermitteln, was der Naturpark Thal sei und wie er sich weiterentwickeln könnte.

Neue Charta seit 2017 in Arbeit

Die Formulierung solcher Ziele ist auch von Bedeutung für die anstehende Erneuerung des Labels «Regionaler Naturpark». Dieses für die Dauer von zehn Jahren vergebene Label erhielt der Naturpark Thal am 1. Januar 2010 als erster Park der Schweiz auf der Grundlage einer damals eingereichten Charta. Diese besteht im Wesentlichen aus dem von allen Thaler Parkgemeinden unterzeichneten Parkvertrag sowie einem 10-Jahres-Managementplan.

Um die Weiterführung des Naturparks und damit den Zuschuss des Bundes in der Höhe von jährlich 600'000 Franken sicherzustellen, muss die Ende 2019 auslaufende Charta erneuert werden. Eine der Voraussetzungen für die Erteilung des begehrten Labels für weitere 10 Jahre ist die vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) verlangte Überprüfung der in der Charta 2010-2019 formulierten Ziele und Projekte, sowie deren Wirkung in Bezug auf die Erreichung der strategischen Ziele. Auch möglicher Handlungs- und Anpassungsbedarf muss aufgezeigt werden.

Bei der seit 2016 laufenden Ausarbeitung der neuen Charta sei der Naturpark Thal auf Kurs, erklärt Born. Um die Vorgaben des Bundes zu erfüllen, wurden 45 vorgegebene Indikatoren erhoben. In die Bewertung eingeflossen sind auch sogenannte Beobachtungsindikatoren Dritter sowie Meinungen der verschiedensten Partner wie etwa der Label-Produzenten und Gastro Partner.

Die Auswertung der Evaluation zeigt, dass der Naturpark die gesteckten Ziele in hohem Mass erreicht oder sogar übertroffen hat. Dies gilt auch für die Erhaltung und Vermehrung der Naturwerte in der Region. Im Bericht erwähnt werden die Aufwertung des Lebensraums für die Heidelerche, den Gelbringfalter, die Geburtshelferkröte und das Wiesel sowie der Bau von 14 Weihern zur Erhöhung des Amphibienbestandes.

34 Thaler Produkte

In sehr hohem Mass erreicht wurde auch das Ziel, Wertschöpfungen mit hochwertigen Thaler Produkten zu erzielen. Mit den 34 Label-Produkten wie etwa Käse, Wurst, Mehl, Pasta, Rapsöl etc. wird ein jährlicher Umsatz von 500'000 Franken generiert. Diese Produkte verhelfen dem Naturpark zu einen positiven und weit über die Region hinausreichenden guten Image. Als Ziel wurde formuliert, neue Produzenten für weitere Produkte zu gewinnen.

Auch im Bereich sanfter Tourismus wurde das strategische Ziel deutlich übertroffen. Dazu beigetragen hat der Holzweg Thal mit jährlich bis zu 15'000 Besuchern, das Museum Haarundkamm in Mümliswil mit mehr als 5000 Eintritten und bis zu 200 Führungen.

Erwähnt werden im Bericht auch die verschiedenen Themen- und Wanderwege. Eine indirekte Wertschöpfung von jährlich 14'250 Franken generiert der von Mai bis Oktober von durchschnittlich 800 Fahrgästen genutzte Naturparkbus.

öV-Erschliessung verbessern

Nachhaltig imagefördernd war die im Juni 2017 die von Coop im Thal lancierte Genusswanderung mit rund 700 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz, wie Born bemerkt. Das Potenzial der touristischen Wertschöpfung erachten Born und Kreinacke denn auch als längst nicht ausgeschöpft.

Wichtig sei, das noch wenig entwickelte touristische Bewusstsein der Thaler Bevölkerung zu fördern, und eine bessere Erschliessung des Naturparks mit dem öV. Auch die Realisierung des Projektes «Verkehrsanbindung Thal» wäre für den Naturpark von Vorteil, so Born.