Mümliswil
Die Jodlerchilbi im Reckenkien war einmal mehr ein echter Publikumsrenner

Der Jodlerklub Passwang lud am Wochenende bei bestem Wetter zur 51. Auflage ein. Die Festhütte war an beiden Tagen zum Bersten voll. Präsident Remy Fluri ist überzeugt, dass die Fangemeinde auch wegen des ausgewogenen Programms so gross ist.

Benildis Bentolila
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Jodlerchilbi in Reckenkien
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 Vor fünf Minuten waren sie noch Köche, Servier- und Buffetpersonal oder Los-Verkäufer: Die Aktiven des Jodlerklubs Passwang.
 Mischa Flur, Dirigent des Jodlerklubs Passwang Mümliswil, in Festlaune
 Es war die 51. Reckenkiener Jodlerchilbi; für Remy Fluri die erste als Präsident des Jodlerklubs Passwang.

Jodlerchilbi in Reckenkien

Benildis Bentolila

Der Jodlerklub Passwang Mümliswil (JKPM) hat seit 51 Jahren ein gutes Händchen für die Zusammenstellung der Mitwirkenden an der Jodlerchilbi im Reckenkien. Denn auch dieses Jahr war den Organisatoren Erfolg beschieden, und zwar am Samstagabend und am Sonntag. Das Festzelt war an beiden Tagen bis auf den letzten Platz besetzt.

Am Sonntag sah man Aktive und ihre HelferInnen, aber auch viele Gäste mit zwar kleinen Augen und da und dort wurde ein Gähnen unterdrückt. Doch die Stimmung war fröhlich und fidel. Der neue Präsident, Remy Fluri, ist überzeugt, dass die Fangemeinde auch darum so gross ist, weil der JKPM darauf achtet, Kapellen zu engagieren, die Tanzmusik spielen.

Am Samstag sorgte das Duo HitMixx Martin und Benny aus Luzern für die Unterhaltung mit Hits von dazumal und morgen, am Sonntag das Schwyzerörgeli-Quartett Schenkenberg aus Schinznach mit lüpfiger und traditioneller Volksmusik. Gar schnell, nachdem die Musik ertönte, drehten sich Tanzpaare auf der Bühne. Am Samstag trat neben den Gastgebern der Jodlerklub Farnsburg aus Gelterkinden auf. «Immer noch ein reiner Männerchor!», wie Remy Fluri bewundernd bemerkte. Ausser ihrer Dirigentin Doris Hirsbrunner aus Sissach.

Auch am Sonntag war das Oberbaselbiet auf der Bühne vertreten, nämlich mit dem Chinderchörli Bölcheflue Langenbruck. «Die sieben jüngeren Kinder sind in den Ferien», lachte Leiterin Rita Wermuth, «deshalb scheint der Chor heute etwas älter.» Das Chinderchörli, das von Daniel Wermuth auf der Handorgel begleitet wird, gehörte letztes Jahr zu den zehn Siegern des Schweizerischen Folklorenachwuchs-Wettbewerbs. Wer den Sängerinnen zuhört, braucht sich über diesen Erfolg nicht zu wundern.

Die drei Cousins Stephan Meister, Daniel Meister und Christoph Fluri, die das Alphorntrio Horngraben aus Matzendorf bilden, schoben ihre Alphörner auf die Bühne und erfreuten das Publikum mit heimatlichen Klängen. Als Gastklub war die Jodlergruppe Alpegruess Ennetbürgen eingeladen. Ein Männerchor unter der Leitung von Peter Hodel, Küssnacht, der sich besonders dem Unterwaldner Naturjutz verschrieben hat und ein paar herrliche Muster davon bot.

Die Mümliswiler JodlerInnen kamen kaum dazu, aufzutreten, denn sie führen die Festwirtschaft selbst, mit grossartiger Unterstützung ihrer Familien. Am Sonntag sangen sie unter der Leitung von Mischa Fluri «Mis Guldetal» (wie könnte es anders sein) von Josef Scacchi (Text) und Anton Kraft (Melodie), «I bi e Jodlerbueb» von Ruedi Rymann und «De Gfreerli» von Michi Wallimann, ein herrlicher Naturjodel, perfekt vorgetragen, was dazu führte, dass das Publikum sie herausklatschte.

Wichtig an diesem Anlass ist der «Chüebi-Läbchueche». Dieser wird nicht dort gegessen, sondern nach Hause genommen. «Die Lebkuchen haben bei uns Tradition», erklärte Remy Fluri, «Bäcker Hofer aus Laupersdorf stellt sie für uns her.» So hörte man oft: «Packe mir einen Lebkuchen ein, damit ich ihn jemanden, der nicht dabei sein konnte, mitbringen kann.»

http://www.jodlerklub-passwang.ch/