Die Thaler Jagdhornbläser eröffneten die Messe mit dem «Introitus» aus der Jägermesse von Hermann Neuhaus und verbreiteten dieses sonderbare Gefühl, das Franz Koch, Präsident der Vereinigten Thaler Jagdgesellschaften (VTJ) so beschrieb: «Ich kann nichts dafür, aber wenn ich die Jagdhornklänge höre, kräuseln sich mir jedes Mal die Nackenhaare.»

«Gott begegnet uns in den zarten, feinen Seiten der Natur, nicht in Sturm, Feuer oder Unwetter», zog Pfarrer Raimund Obrist den Bogen zum Gleichnis von Eliah. Und so könne die freie, ungebundene Natur auch ein Wegweiser sein, «denn nie sind wir Gott so nah wie in Wald und Flur.»

Zum Schluss der Messe spielten die Jagdhornbläser das Stück «Ellbogen» von ihrem Dirigenten Wolfgang Lisibach. Quasi als Premiere schrieb Lisibach sein Werk aus dem Jahr 2002 für die heutige Messe um, und so mischten sich für einmal melodiöse Trompetenklänge unter die Naturtöne, meisterlich wiedergegeben von Urs Haefeli aus Mümliswil.

Tradition weitergeben

VTJ-Präsident Franz Koch ging in seiner Ansprache auf das Brauchtum der Jagd ein. «Tradition kommt vom lateinischen traditio – Auslieferung oder Übergabe, als die Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten innerhalb von Gruppen oder Generationen», erklärte Koch. Längst sei die Hubertusfeier zur Tradition im Thal geworden und eine wichtige Plattform, der Gesellschaft die Bräuche und Rituale näherzubringen und so einen Beitrag zum Verständnis der jagdlichen Tätigkeit zu leisten.

Und so hat sich tatsächlich unter den Weidmännern während Jahrhunderten ein eigenes Tun und Wirken, ja sogar eine eigene Sprache entwickelt, die heute um die 3000 gebräuchliche Wörter kennt und eine der ältesten Fachsprachen überhaupt ist. Doch Tradition sei auch, wenn man nach der Jagd dem erlegten Wild mit dem «letzten Bruch» (Tannenzweig) oder mit dem «Verblasen der Strecke» (Jagdhornspiel) die Ehre erweist. Oder wenn man sich am Feuer Geschichten erzählt, den Jagdtag Revue passieren lässt, einen Kameraden aufmuntert, der ein Tier verfehlt hat oder einfach beisammen sitzt und gemeinsam eine Mahlzeit (den Aser) zu sich nimmt. «Hoffentlich leben unsere Jungjäger die jagdliche Tradition und unser Wissen noch lange so weiter.»

Bei der weltlichen Feier herrschte tolle Stimmung im Dünnerehof in Welschenrohr. Dazu trug vor allem auch der wunderbare Aser bei, zubereitet von Kreuzwirt Peter Läuffer. Jagdhornklänge wechselten sich ab mit dem Gesang des Solothurner Jägerchörlis (Leitung Stefan Kälin). Gegründet wurde der Chor 2009 von Josef Laffer mit der Absicht, dass am Aserfeuer wieder vermehrt gesungen wird. Die Lieder mit jagdlichem Inhalt ernteten viel Applaus. Sandra Ledermann brachte mit ihrem erfrischenden Auftritt den ganzen Saal so richtig in Fahrt.

Regierungsrat Roland Fürst überbrachte die Grüsse aus Solothurn. «Als leidenschaftlicher Fotograf bin ich viel in der Natur auf der Pirsch und kann eure Gefühle und euren Antrieb gut verstehen», meinte Fürst. Doch neben einem anspruchsvollen Hobby sei die Jagd auch ein gesetzlicher Auftrag der Regierung, nämlich die Regulation, und das Wildbret sei ein wertvolles Naturprodukt.