Seit Ende August ist der Autobahnausbau zwischen den Verzweigungen Härkingen und Wiggertal grösstenteils beendet und der Verkehr rollt seither auf sechs Spuren. Nicht nur die Verkehrsteilnehmer und die Anwohner waren dadurch stark eingeschränkt, sondern auch die Autobahnraststätten in Gunzgen.

Nach insgesamt drei Jahren Bauzeit beginnt für die Raststätte Gunzgen-Süd, welche zu den Marché Restaurants gehört, eine neue Ära. Das findet auch Helene Jäger: «Nun sind alle Hindernisse aus dem Weg geräumt und die Gäste kommen wieder.» Als Culinary Advisor ist sie zuständig für die Marché-Raststätten Gunzen-Süd, Deitingen-Nord, Basel-Weil, Neuenkirch-Ost und -West.

Zweimonatige Schliessung

Mit Hindernissen sind die starken Einbussen gemeint, welche das Raststättenrestaurant hinnehmen musste, seitdem die Fahrspuren zu Beginn der Vorbereitungsphase im Oktober 2011 verengt wurden. «Vor allem Busse und Gäste aus dem In- und Ausland, die auf Durchreise waren, fanden den Weg viel weniger in unser Restaurant», erklärt Helene Jäger.

Durch die Verlegung der linken Fahrspur auf die Fahrbahn Richtung Norden konnte die Raststätte nur noch von der rechten Fahrbahnspur aus angefahren werden. Da diese Spur sehr stark von Lastwagen frequentiert ist, sind viele Personenwagen nicht mehr zur Raststätte, deren Ausfahrt verkürzt wurde, gekommen.

Insgesamt musste das Restaurant in den drei Bauphasen von Februar 2013 bis August 2014 Einbussen von ungefähr 15 Prozent einstecken.

Das Hinweisschild auf die geöffnete Raststätte habe zwar geholfen, doch sei dieses teilweise nur sehr schwer erkennbar gewesen, meint Helene Jäger, deren Jobbezeichnung wohl mit Regionalleiterin übersetzt werden könnte.

Dass in dieser Zeit der Betrieb nicht fast vollständig zum Erliegen kam, hat auch mit den Stammgästen aus der Region zu tun. «Wir haben Gäste, die uns jeden Tag besuchen», erzählt Jäger. «Es besteht eine Zufahrt von Kappel, deshalb ist unsere Raststätte ein beliebter Treffpunkt für Arbeiter, die einen Kaffee trinken möchten.»

Attraktiver für Familien

Die Raststätte, die sich in Fahrtrichtung Zürich befindet, musste im Jahr 2013 während zweier Monaten komplett geschlossen werden. Dass es ausgerechnet die Monate Mai und Juni, welches stärkere Reisemonate sind, traf, hatte für das Restaurant enorme Auswirkungen.

In dieser Phase wurde nicht nur rund um die Raststätte, sondern auch im Inneren kräftig gearbeitet. Das Restaurant wurde einem «Facelifting» unterzogen. Boden und Mobiliar wurde erneuert. Neben dem Aussenspielplatz ist im Inneren eine grosse Spielecke für Kinder entstanden, was der Restaurantbesuch insbesondere für Familien attraktiver macht. Ausserdem machen präzisere Wegweiser den Aufenthalt für die Gäste nun einfacher.

Neben dem Interieur wurde auch das Angebot angepasst. «Der Gast kann jetzt bei der Zubereitung noch besser zuschauen und auch Wünsche anbringen», erklärt Helene Jäger. Ausserdem wurde zum Beispiel die Präsentation des Salatbuffets verschönert.

Unterschiedlichste Gäste

Die Gästezahlen haben sich erst mit dem Abschluss der Arbeiten und der Linienführung auf drei Spuren wieder an die Zahlen aus den Jahren vor dem Ausbau angeglichen. Die Gäste finden im erneuerten Restaurant 200 Sitzplätze und zusätzliche 100 auf der Terrasse vor.

«Bei uns gehen durchschnittlich etwa 200 Essen pro Tag über die Theke», schätzt Helene Jäger. Am Wochenende können es durchaus mehr sein. Von Familien und Lastwagenchauffeuren über Reisegäste aus Frankreich, Deutschland, Belgien und Holland kann das Restaurant alle zu seinen Kunden zählen.

Bis jetzt sei von der zusätzlichen Spur zwar noch nicht allzu viel zu spüren gewesen. Das Ende der Bauarbeiten liege ja aber auch noch nicht lange zurück, meint Helene Jäger.

Sie rechnet damit, dass die Strecke nach dem Ausbau auf sechs Spuren an Attraktivität gewinnt und somit auch die Raststätte wieder vermehrt frequentiert wird: «Wir gehen davon aus, dass die Reisezeit, die so um Ostern beginnt, uns durch den zusätzlichen Komfort und die erhöhte Kapazität der Autobahn vermehrt Busse und Individual-Touristen bringen wird.» So bleibt die Raststätte der Region sicher weitere 46 Jahre erhalten.