Kestenholz
Die Glocken bleiben sieben Wochen still

Der in die Jahre gekommene Glockenstuhl im Turm der Kirche St. Urs und Viktor in Kestenholz wird ersetzt. Das 100-jährige Uhrwerk wird saniert.

Erwin von Arb
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Die katholische Kirche St.Urs und Viktor in Kestenholz
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Glockenstuhl und das Uhrwerk der Kirche St.Urs und Viktor in Kestenholz werden saniert

Die katholische Kirche St.Urs und Viktor in Kestenholz

Bruno Kissling

In den kommenden acht Wochen wird in Kestenholz der Glockenstuhl im Turm der Kirche St. Urs und Viktor komplett ersetzt. Der rund 33 Meter hohe Turm stammt noch von der alten Pfarrkirche aus dem Jahre 1643. Sie musste 1905 einer neuen und grösseren Kirche weichen.

Der Helm des Turms wurde 1933 mit Kupferplatten eingekleidet und der Glockenstuhl in Form einer Eisenkonstruktion neu eingebaut. Ersetzt werden muss diese nun, weil sie stark verrostet ist. Problematisch ist diese Korrosion vor allem zwischen den zwei zusammengenieteten U-Profilen der tragenden Konstruktion, wie Kirchgemeindepräsident Roger Wyss bei einem Augenschein im Turm erwähnt.

Dass der Glockenstuhl ersetzt werden müsse, sei schon seit rund zehn Jahren bekannt, bemerkt Wyss. «Wir mussten zuerst die Finanzierung sicherstellen», meint der Kirchgemeindepräsident zum gewählten Zeitpunkt. Geplant ist der Ersatz des Glockenstuhls inklusive der gesamten vorgelagerten technischen Installation. Gleichzeitig sollen auch das Innere des Turms, die Wände, Zwischenböden und die Turmuhr aus dem Jahr 1918 saniert werden.

Das 100-jährige Uhrwerk soll nach der Sanierung auf den ursprünglichen Mechanik-Betrieb umgestellt werden. Dabei geht es um die Zeiger, die derzeit noch von einem elektronisch gesteuerten Antrieb an der Kirchturmuhr bewegt werden. Dafür muss das ausser Betrieb genommene Pendel wieder an das Uhrwerk angeschlossen werden, so Wyss.

Für die erwähnten Arbeiten hat die Kirchgemeindeversammlung einen Gesamtkredit von 320'000 Franken bewilligt. Die in die Planung einbezogene kantonale Denkmalpflege wird sich mit einem Beitrag von rund 34'000 Franken an den Kosten beteiligen.

Ab kommender Woche kein Geläut

Am Dienstag sind die ersten Arbeiten im Kirchturm angelaufen. Im Verlauf dieser Woche werden auf der Ostseite des Turms ein Gerüst sowie ein Lift für Material- und Personentransporte aufgebaut. Die Arbeiten im Innern des Turms werden Anfang der kommenden Woche aufgenommen. Ab diesem Datum werden das Glockengeläut und die Turmuhr für mindestens sieben weitere Wochen ausser Betrieb genommen.

Die von der Firma Muff Kirchentechnik AG aus Triengen LU in der zweiten und dritten Woche ausgeführten Arbeiten im Innern des Kirchturms gestalten sich wegen der engen Platzverhältnisse schwierig. Weil die grössten der insgesamt sieben Glocken nicht ausgebaut werden können, müssen diese bei der Auswechslung der Glockenstühle innerhalb des Turms umgehängt werden. Die grösste der allesamt von der Firma Rüetschi in Aarau stammenden Glocken hat übrigens ein Gewicht von 2500 Kilogramm, die kleinste ein solches von 120 Kilogramm.

In der ersten Etappe sollen die neuen Glockenstühle und Joche auf feuerverzinktem Stahl für die drei untersten Glocken neu eingebaut werden, gefolgt von den darüber liegenden vier Glocken. Sämtliche Glocken werden überdies mit neuen Elektromotoren für das Geläut ausgestattet.

Am 3. Juni wieder in Betrieb

In der dritten und vierten Woche werden die Betonböden im Turm saniert und die Innenmauern mit Mörtel versehen. In der vierten und fünften Woche folgt der Einbau der Zwischenböden aus Holz. Dies geschieht einhergehend mit einer sicherheitstechnischen Aufrüstung auf den aktuell gültigen Standard.

In den letzten zwei Wochen folgen die finalen Arbeiten wie die Montage der sanierten Kirchenuhr, elektrische Installationen sowie abschliessend der Rückbau des Gerüstes und des Lifts. Wenn alles nach Plan läuft, sollten die Glocken im Kirchturm am Sonntag, 3. Juni, erstmals wieder läuten und die Turmuhr viertelstündlich schlagen.

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