Aedermannsdorf

Die Gemeinde kauft Bauland, um mehr Raum für junge Familien zu schaffen

Die Gemeinde hat die Parzelle in der Mitte des Bildes gekauft: Sieben bis acht Einfamilienhäuser könnten darauf platziert werden.

Die Gemeinde hat die Parzelle in der Mitte des Bildes gekauft: Sieben bis acht Einfamilienhäuser könnten darauf platziert werden.

Die Gemeinde Aedermannsdorf kauft Bauland für 810'000 Franken und schafft damit mehr zukünftigen Wohnraum für junge Familien.

Wie andere ländliche Gemeinden auch, hat Aedermannsdorf so seine Probleme mit dem neuen Raumplanungsgesetz und dem kantonalen Richtplan. Neues Bauland darf nicht mehr erschlossen werden: Als Baulandreserven existieren nämlich noch 40 unbebaute Parzellen im Dorf. Diese sind jedoch im Privatbesitz und kommen seit Jahren nicht in den Verkauf. So ist es unmöglich, jüngere Familien ins Dorf zu holen. «Damit sind auch unsere Schulen und unser Dorfleben gefährdet», sagte Gemeindepräsident Bruno Born an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am Dienstagabend.

58 Stimmberechtigte waren erschienen – so viele wie schon lange nicht mehr. Das bewies doch, dass es sich hier um eine wichtige Weichenstellung handelte, die für die Zukunft des Dorfes wichtig ist. Born befürchte, dass der Gemeinde eine ganze Generation verloren gehen könnte, wenn sich keine jungen Familien mehr ansiedeln. Auch sonst herrscht in der Gemeinde Wohnmangel. Es ist kaum eine Wohnung verfügbar und alte, zum Verkauf stehende Häuser sind sehr schnell vom Markt.

Born führte weiter aus, dass er jede Woche durchschnittlich zwei Anfragen von Bauwilligen erhalte, die auf der Suche nach Bauland in der Gemeinde sind. So habe er zusammen mit dem Gemeinderat erst vor wenigen Wochen eine Vorwärtsstrategie gewählt: Er habe den Landbesitzer der Schaubmatte direkt kontaktiert und angefragt, ob dieser seine Bauparzellen der Einwohnergemeinde verkaufen möchte. Es handelt sich um fünf Parzellen mit insgesamt 5447 Quadratmetern, auf denen man sich sieben bis acht Einfamilienhäuser vorstellen könnte, so Born. Nach kurzen Verhandlungen sei ein Verkaufspreis von 810'000 Franken vereinbart worden. Das sind 148.70 Franken pro Quadratmeter.

Grosse Zustimmung für den Kauf der Parzelle

«Mit diesem Kauf kann die Gemeinde Bauland zu vernünftigen Preisen anbieten und gleichzeitig verhindern, dass der Preis dafür in der Gemeinde hochgeboten wird. Zudem verfügt die Gemeinde über genügend flüssige Mittel für diesen Kauf, sodass es nicht nötig sein wird, einen Kredit aufzunehmen», argumentierte der Gemeindepräsident.

In der Diskussion zeigte sich, dass das Vorhaben auf grosse Zustimmung stösst. Es wurden einige Detailfragen zur möglichen Parzellierung gestellt. Ebenfalls wurde bemerkt, dass mitten im besagten Grundstück ein unter Denkmalschutz stehender Schober steht. Dem Vorhaben wurde dann einstimmig und ohne Enthaltung zugestimmt. Es sei geplant, im kommenden Budget einen Posten für die Erschliessung aufzunehmen, welche im nächsten Jahr gebaut werden soll.

Neue Pflegefachkraft soll Gemeindearbeit entlasten

Mehr zu diskutieren gab an der Gemeindeversammlung die Neuorganisation der Gemeindearbeiten. Schon bald nach der Einstellung eines Gemeindearbeiters habe sich gezeigt, dass ein Pensum von 80 Stellenprozenten für seine Pflichten nicht ausreicht. Der Gemeinderat hat darauf einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung beschlossen, den Gemeindearbeiter von der Pflicht der Schulhausreinigung innen zu entbinden.

Als Ersatz soll eine zusätzliche Kraft für die Pflege des Schulhauses im Innern angestellt werden. Für die vorgesehenen 30 Stellenprozente rechnet die Gemeinde mit Kosten von etwa 25 000 Franken jährlich. In der Versammlung entstanden dazu einige, teils kritische Fragen. Die Abstimmung war dann jedoch einstimmig bei einigen Enthaltungen.

Bruno Born stellt sich zur Wiederwahl

Gemeindepräsident Bruno Born äusserte sich zum Schluss über seine Zukunft. Vor vier Jahren habe er gesagt, dass er 2021 vom Amt zurücktreten wolle. Er habe jetzt viel Zeit zum Überlegen gehabt und sei zum Entschluss gekommen, dass er das Amt noch eine Legislatur weiterführen möchte. Er stelle sich also der Wiederwahl. «Ich übe das Amt immer noch mit viel Begeisterung aus. Dies auch, weil in den letzten Jahren einige Projekte positiv verlaufen sind», sagte er.

Zudem stünden für die Zukunft wichtige und interessante Projekte an, die er gerne mit seiner Erfahrung weiter begleiten möchte. Auch könne er auf ein tolles engagiertes Team in der Gemeindeverwaltung zählen. «Ich habe in der Vergangenheit oft aufmunternden Zuspruch von Aedermannsdörfer Einwohnern erhalten», was ihn in seinem Entschluss zusätzlich bestärke.

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