Härkingen

Die Gärtnerei-Atmosphäre ist diesem Hotel erhalten geblieben

Ernst Studer hat in der alten Gärtnerei in Härkingen ein «Bed & Breakfast»-Hotel eröffnet. Jedes der acht Zimmer ist einer Pflanze nachempfunden.

«Unser ‹Bed&Breakfast› ist das erste seiner Art in der Schweiz», erzählt Besitzer Ernst Studer stolz. Den Betrieb selbst kennt der gelernte Gärtner schon von Haus aus: Als das Hotel noch eine Gärtnerei war, hat er diese von seinem Vater übernommen.

Nach langer Zeit habe er sein angestammtes Handwerk aber verlassen, so der 55-Jährige: «Nach 30 Jahren im Beruf habe ich mich neu orientiert und vier Jahre lang einen Grosshandel geführt.»

Danach habe er sich einen Jugendtraum erfüllt und in Kanada eine Sprachschule besucht: «Ich war dort zwar der älteste Schüler, aber das hat mich nie gestört», lacht Studer.

Idee von einem Freund

«Ich habe eine Zeit lang etwas gesucht, wo ich mich verwirklichen kann. Bei einem Gespräch mit einem Freund hat er beiläufig diese Idee erwähnt. Er fragte mich: ‹Weisst du, was hier in der Gegend fehlt? Schlafgelegenheiten.›

Der Gedanke hat mich dann nicht mehr losgelassen », so Studer. Die Bewilligungen einzuholen, sei eigentlich kein Problem gewesen. «Die Gemeinde hat sich gefreut, dass der Ort belebt wird.»

Seine Familie sei aber im ersten Moment skeptisch gewesen, erzählt Studer: «Anfangs haben sie mich schon schräg angeschaut. Später kam dann aber meine älteste Tochter auf mich zu und hat sich dafür interessiert. Sie hat sogar gesagt, sie wolle auch mal mitmachen.»

Im September habe er selber dann mit dem Aushub der Gräben begonnen, im Oktober sei dann der Bau der Zimmer mit Handwerkern losgegangen. Dabei sei eine spezielle Art von Hindernis aufgetaucht: «Ich musste den Handwerkern ab und zu sagen, dass sie es nicht zu perfekt machen sollen.

Sie waren sehr euphorisch beim Umbauen, ich wollte aber die Gärtnerei-Atmosphäre so gut es geht erhalten», erläutert der 55-Jährige. Wenige Monate später sei das Hotel dann fertig gewesen, am ersten Februar wurde eröffnet.

Blumige Zimmerdekoration

Jedes der acht Zimmer in seinem Hotel ist einer Pflanze nachempfunden, so gibt es beispielsweise das Rosenzimmer oder das Gerberazimmer. Wegen einem der Zimmernamen habe ein Gast ihn auch schon aufgezogen: «Ein Gast hat mich gefragt, ob man denn im Graszimmer rauchen dürfe», schmunzelt der Hotelchef.

Abgesehen von der blumigen Dekoration sind die Zimmer fast gleich eingerichtet. Studer zählt auf: «Jedes Zimmer verfügt über ein Badezimmer, einen Fernseher, ein Doppelbett und eine kleine Heizung.»

Jedes Zimmer verfügt ausserdem über eine Dusche, für die sich der Hotelchef extra ins Zeug gelegt hat: «Ich habe von einem befreundeten Sanitärinstallateur einen sehr grossen Wasserboiler einbauen lassen. Im Extremfall kommt eine Gruppe Velofahrer vorbei und alle möchten gleichzeitig duschen, dafür bin ich vorbereitet», erzählt der 55-Jährige stolz.

Das Hotel verfügt weiter über WLAN auf dem ganzen Gelände und bald auch über eine Gartenlounge.

Frühstück sei selbstverständlich inklusive und hausgemacht, erzählt Studer: «Abends können die Gäste mir ihre Wünsche mitteilen, am Morgen gehe ich dann einkaufen und koche Frühstück.

Möglichkeiten für Mittag- und Abendessen gibt es in den vielen umliegenden Restaurants.» Bei den Zimmerpreisen komme es auf die Belegung an, so Studer: «Für eine Person kostet ein Zimmer 95 Franken pro Nacht, für zwei Personen 90 pro Person. Für Gruppen gibt es ausserdem verbilligte Tarife.»

Positives Feedback

Er habe von den bisherigen Gästen viele positive Rückmeldungen bekommen. «Das schönste Kompliment hat mir ein elfjähriges Mädchen gemacht: Das hier sei das coolste Hotel, in dem sie je gewesen sei.»

Ausserdem habe er sehr viele Reservierungen für dieses Jahr: «Ich habe bereits Buchungen für eine Hochzeit, zwei Geburtstage und das erste Spiel der Schweizer Nati an der Fussball Weltmeisterschaft», freut sich Studer.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1