Die Künstler Jakob Bigler aus Balsthal und Lucio Zanello aus Obergösgen zeigen in der Alten Kirche in Härkingen vom 16. Februar bis 4. März 2018 einen spannenden Querschnitt durch ihr Schaffen.

Es ist dies eine Ausstellung, die aus dem Kontrast heraus lebt und doch durch ihre Intensität im Gestalterischen einen Bogen zueinander spannt. Jakob Bigler ist ein Tüftler, ein handwerklich geschickter Macher, der in seinen Arbeitsprozessen sich ständig neue Methoden in der Maltechnik ausdenkt. Er zeigt eine beeindruckende Reihe von Lithografien, Pigment/Lithotransfer auf Büttenpapier oder Siebdruck/Pigmente.

Ähnlich der Hinterglasmalerei werden die Siebdrucke malerisch von hinten nach vorne bearbeitet, feine Linien und verwischte Flächen sind zu erkennen. Die Farben sind meist zart, poetisch verträumt von feiner Ausstrahlung.

Vielfalt von Techniken

Interessant sind die vielen Zeichen, denen man in den Bildräumen nachgehen kann. Man erkennt ein Zifferblatt, Figuren im Hintergrund, Blüten und Blätter, eine wundersam dahinziehende Libelle, man geht diesen Zeichen nach , ohne sie unbedingt orten zu wollen.

Der Gesamtausdruck des Bildes zählt, der in seiner subtilen Farbenpracht begeistert. Auch die grösseren Bilder in einer Mischtechnik auf Acrylfolie gemalt strahlen viel farblichen Zauber aus. Seine Pigmentmalerei, seine Oel/Siebdrucke sind in sich einmalig. Man bewundert die Qualität, die der Künstler hinbringt, die feinen Nuancen, die erzählerischen Bildinhalte, die immer als Ganzes erlebt werden.

Jakob Bigler ist ein Künstler, der fasziniert und durch die Vielfalt seiner Techniken Neues und Packendes zu kreieren versteht. Fesselnd sind auch seine beiden Objekte aus Kunststoff, in der Farbe von verrostetem Eisen, die archaische Zeichen in den Ausstellungsraum setzen.

Schönheit und Ästhetik

Im Kontrast zu diesen Bildern erlebt man Lucio Zanelllos Arbeiten. Er ist ein Maler und Zeichner, der mit viel Schönheit und Ästhetik operiert. Auch er zeigt Mischtechniken auf Büttenpapier auf Acrylfolien, manchmal auf altem Briefpapier, sodass man die Schriftzeichen erkennen kann, geheimnisvoll und in sich verschlüsselt. Eindrucksvoll ist die Reihe im Chorraum. Man erkennt im unteren Teil architektonische Elemente in dunklen Farben, streng gegliedert und oben beginnt das Spiel mit überraschenden Dingen.

Ein schwarzer Vogel blickt einem neugierig entgegen, Federn, Malutensilien, Blätter setzen Zeichen und werden zu einer Geschichte. Einige Bildaussagen sind auch farbiger geworden wie «Das Licht im Dunkeln» in Blau oder «Loslassen», eine Arbeit, die unglaublich fesselt in ihrer farblichen Intensität und aus der Dynamik heraus. Ob Lucio Zanello seine Bergwelten in feinen Strichen und Farben präsentiert oder seine fantastischen Blätterwelten, immer staunt man über seine malerische Kraft, die durch viel Klarheit überzeugt. Die Landschaft ist ihm als Motiv wichtig, aber auch die Reduktion auf ihre feinsten Betonungen.

Seine Art der Reduktion ist von bestechender Eindrücklichkeit. Auch er besitzt erzählerisches Talent, und man geht als Betrachter diesen Bilderreihen nach und sinnt über das Leben nach und entdeckt Dunkles und Helles. Interessant sind auch seine Objekte im Mittelgang , Figuren aus Zement oder aus Stahldraht, Körper von stiller Aussagekraft.

Gemeinsame Werke

Im Chorraum zeigen die beiden Künstler zwei grosse farbintensive, lebhaft gemalte Bilder, die in einer gemeinsamen Arbeit entstanden sind.