Gastro-Kicker

Die Europameisterschaft der Gastronomen und Spitzenköche

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft der Spitzenköche und Gastronomen schaffte es an der brancheneigenen Europameisterschaft auf Platz 2.

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft der Spitzenköche und Gastronomen schaffte es an der brancheneigenen Europameisterschaft auf Platz 2.

Vier Gastro-Fussball-Nationalmannschaften massen sich letzte Woche in Flims: Gewonnen haben die Italiener.

Das EM-Fieber steigt. In gut zwei Wochen heisst es in Frankreich: Anpfiff. Bereits vergangene Woche absolvierte die Schweizer Nationalmannschaft der Spitzenköche und Gastronomen (ja, das gibt es) bereits ihre Europameisterschaft. Doch bis die vier beteiligten Mannschaften aus der Schweiz, Deutschland, Italien und Österreich ihre Spiele absolvieren konnten, mussten sie noch ein paar Hürden bewältigen.

Walter Rohrbach aus Niederbipp, der Coach der Schweizer Mannschaft, erzählt: «Wir hatten geplant, das Turnier in der Champagne, in Frankreich, durchzuführen. Am letzten Samstag sollte der Anpfiff sein. Doch am Donnerstag davor bekam ich einen Telefonanruf aus Frankreich, wo man mir riet, das Turnier abzusagen. Streiks, Unruhen und Drohungen stünden im Raum; für unsere Sicherheit könne nicht garantiert werden.»

Ein Super-GAU für einen Veranstalter, nicht aber für Walter Rohrbach. Kurzentschlossen setzte er alles, insbesondere seine Connections ein, um das Turnier dennoch durchführen zu können, und zwar in der Schweiz in Flims. «Man kann sich vorstellen, dass da die Telefone und Mails heissliefen. Für 200 Personen musste ein geeigneter Sportplatz gefunden werden, Verpflegung und Unterkunft organisiert werden. Für die italienische Mannschaft wurde sogar ein bereits geschlossenes Hotel wieder geöffnet.»

Beziehungen halfen

Rohrbach kam bei diesem High-Risk-Einsatz sein riesengrosses Netzwerk in der Gastro-Szene zugute. «Ich arbeitete lange Jahre als Vertreter einer grossen Champagner-Firma und kenne natürlich sehr viele Leute in der Branche», berichtet er. Vor gut zwei Jahren wurde er pensioniert und nun widmet er sich eigenen Projekten wie eben dem Coaching der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft der Spitzenköche und Gastronomen. «Wir sind ein eingespieltes Team. Alles ausgezeichnete Köche und Gastronomen, vielleicht aber nicht die allerbesten Kicker.» Obwohl – mit Yves Reiniger und Mario Grichting kamen ehemalige Profis zum Einsatz.

Seit 15 Jahren existiert dieses Berufs-Mannschaftsturnier. Aus der Region im Team sind Luc Schindler, «Al Ponte», Wangen a. A., Daniel Bader, «Kreuz», Holderbank, Ralph Weidkuhn, Verkaufsleiter, und Peter Hirschi, Geschäftsführer der Dyhrberg Lachsräucherei, Balsthal, Dino Mengisen und Michael Maurer, «Hirschen» in Diegten sowie Rohrbachs Söhne Serge und Michel mit dabei. In der Schweiz weiss man wenig über unsere Mannschaft, analysiert Rohrbach. «In Deutschland und Italien, wo der Fussball einen viel grösseren Stellenwert einnimmt, als bei uns, ist das ganz anders.»

Es genügte ein 0:0

Und wie lief das Turnier für die Schweizer Mannschaft? Rohrbach erzählt, dass sich im Final der 35-minütigen Partien – wie im vergangenen Jahr – Italien und die Schweiz gegenüberstanden. «Dank dem Sieg im Gruppenspiel von Italien gegen die Schweiz genügte den Italienern ein Remis zum Sieg. Entsprechend war auch deren Taktik: Italien defensiv, die Schweizer offensiv mit Torchancen, die leider nicht genutzt wurden. Trotzdem war Italien mit sehr schnellen Kontern stets gefährlich und der ausgezeichnete Schweizer Keeper, Mario Grichting musste gar einen Penalty abwehren. Das Spiel endete 0:0; Italien war Europameister 2016.

Resultate:
Schweiz – Deutschland 4:0
Österreich – Italien 0:1
Deutschland – Österreich 0:0
Italien – Schweiz 5:1
Schweiz – Österreich 3:0
Deutschland – Italien 1:4
Deutschland – Österreich (kleiner Final) 6:0
Schweiz – Italien (Final) 0:0

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