Härkingen
Die Elektronik kontrolliert alle Abläufe

Die Logistikbranche liess Interessierte am Swiss Logistic Day hinter die Kulissen blicken. Mit dabei waren auch Unternehmen aus der Region.

Tijana Nikolic
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Die Besucher konnten zuschauen, wie ein Laster mit einem Hallenkran beladen wird.

Die Besucher konnten zuschauen, wie ein Laster mit einem Hallenkran beladen wird.

Hansruedi Aeschbacher

Im Rahmen des gestern schweizweit zum sechsten Mal durchgeführten Swiss Logistic Days öffneten in Härkingen auch das Paket- und das Briefzentrum der Post sowie das Logistik-Center der Emil Egger AG ihre Tore. 18 Unternehmen beteiligten sich in der ganzen Schweiz an dieser Aktion, welche von rund 800 interessierten Personen besucht wurde. Bei der Emil Egger AG konnte bei einem geführten Rundgang, das 40 000 Quadratmeter grosse Logistik-Center bestaunt werden. Näher gebracht wurden auf dem Parcours die verschiedenen Stationen. Natürlich waren nicht nur Logistik-Experten zu einer Besichtigung eingeladen.

Das intelligente Routensystem

Jeder, der hinter die Kulissen eines Logistikbetriebes blicken und mehr darüber erfahren wollte, hatte gestern die Chance dazu, beispielsweise in die Disposition des Centers zu schauen. Hier wurde das elektronische Routensystem der Emil Egger AG erläutert. Speziell ist, dass hier nur in elektronischer Form gearbeitet wird. Es gibt keine Lieferscheine in Papierform. Alles wird automatisch in das interne Datensystem aufgenommen, gespeichert und ist per GPS für alle Fahrer verfügbar. In der Disposition wiederum haben die zuständigen Angestellten jederzeit den Überblick über den Standort des Lastwagens, die benötigte Zeit und die Tätigkeit der Chauffeure. «Dies soll keine totale Überwachung sein, sondern ein Protokoll. Wenn ein Chauffeur Verspätung oder eine Panne hat, wird das gleich im System angezeigt und wir können sofort eine Ersatzlösung bereitstellen», erzählt ein Dispositionsmitarbeiter.

Mit dem Routensystem kann man auch Mitteilungen verschicken. «Dies ist praktisch, wenn ein Fahrer zum Beispiel einen Abstellplatz für seinen Anhänger benötigt. Dann ermittelt jemand im Büro den nächstmöglichen Abstellplatz und übermittelt so problemlos die Standortdaten an den Fahrer. Sogar die Fahrtgeschwindigkeit ist auf dem GPS ersichtlich», erklärt Betriebsleiter Martin Aregger. An die Sicherheit wird natürlich auch gedacht, denn das System funktioniert über Bluetooth. Die Fahrer müssten lediglich die OK-Taste drücken vor dem Losfahren. Die Ruhezeiten zwischen den Fahrten können so exakt kontrolliert werden. «Elf Stunden Ruhezeit zwischen den Einsätzen sind einzuhalten, damit die Chauffeure ausgeruht und sicher fahren können», so Aregger.

Besucher steuern den Kran

In der Ladehalle konnten die Besucher selber einen Hallenkran steuern oder Paletten mit einem Stapler umhertransportieren. Die Ladehalle in Härkingen eigne sich für Gut, welches über den normalen Massen liege. Deswegen befinden sich in der Ladehalle und in den Lagerräumen Kräne, führt der Betriebsleiter weiter aus. Ausserdem sei der Umschlagplatz auf dem Areal in der geeigneten Grösse. Auf Wunsch könnten Kunden ihre Waren auch zuschneiden lassen, wenn es bei der Güterbestellung zu Missverständnissen bei den Massen kommen sollte. Die Chauffeure können ihre Lastwagen selber beladen und gleich in Härkingen übernachten oder die Laster von Angestellten über Nacht beladen lassen.

Eine weitere Station auf dem Rundgang war der Lagerraum. Hier befindet sich das betriebseigene Lager sowie je der anderen Firmen, die hier einen Lagerplatz angemietet haben. Die Bau Guss AG (BGS) nutzt hier schon seit 18 Jahren und somit am längsten einen Lagerplatz im Härkinger Logistik-Center. «Auch im Lagerbereich arbeiten wir mit einem elektronischen System. Alle Angaben sind darin detailliert gespeichert. Demnach sagt uns das System, wo wir die Produkte genau einlagern sollen. Wir müssen gar nicht mehr gross darüber nachdenken», erzählt Aregger. Ausser die Elektronik fällt aus, dann ist wieder der Mensch gefragt.

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