Oberbuchsiten

Die ehemalige Militärunterkunft könnte bald zur Kita werden

Auf dem Parkplatz im Vordergrund soll ein neues Gebäude für eine Kindertagesstätte errichtet werden.

Auf dem Parkplatz im Vordergrund soll ein neues Gebäude für eine Kindertagesstätte errichtet werden.

Die Kindertagesstätte Villa Cino muss ihren bisherigen Standort per Ende Jahr aufgeben. Die IG Pro Kita Oberbuchsiten könnte sich durchaus vorstellen, die ehemalige Militärunterkunft in der Wolfsgrube als neuen Standort zu nutzen.

Die Rechnungsgemeindeversammlung in Oberbuchsiten wurde von rekordverdächtigen 85 Stimmberechtigten besucht. Dabei fiel der aussergewöhnlich hohe Frauenanteil auf, was eindeutig mit Traktandum 4 zu tun hatte.

In diesem Punkt wollte der Gemeinderat bei der Bevölkerung den Puls fühlen, was mit zwei baufälligen, sich in Gemeindebesitz befindlichen Liegenschaften geschehen soll. Zum einen handelt es sich um die ehemalige Militärunterkunft in der Wolfsgrube, die vor allem energieseitig dringend sanierungsbedürftig ist.

Weil ab 2015 die Schiessplatzentschädigung des Bundes entfällt, wäre laut Pirmin Nünlist, Ressortverantwortlicher öffentliche Bauten, der Weiterbetrieb defizitär. Die Sanierungskosten schätzte er auf gut 200 000 Franken.

Villa Cino braucht neuen Standort

Weil nun die Kindertagesstätte (Kita) Villa Cino per Ende Jahr ihren bisherigen Standort im Schälismühlequartier aufgeben muss, planen die Betreiber auf besagtem Grundstück in der Wolfsgrube eine neue Bleibe zu finden.

Zur Bekräftigung übergab man im Vorfeld der Versammlung eine dringliche Motion an Gemeindepräsident Daniel Lederer. Darin fordert die IG Pro Kita Oberbuchsiten, den Verkauf des Grundstücks Wolfsgrube nur mit der Auflage vorzunehmen, dass dort (auch) eine Kindertagesstätte betrieben wird. Dieser Motion ist im vergangenen Mai bereits die Übergabe von rund 200 Unterschriften vorausgegangen.

Das Spezielle an der Forderung der Kita-Befürworter ist, dass offenbar ein Investor vorhanden ist, der das rund 20 Aren grosse Grundstück inklusive Gebäude zu einem Preis von 150 000 Franken übernehmen würde. Ferner existieren bereits Pläne für ein neues Kita-Gebäude, das auf dem heutigen Parkplatz der Militärunterkunft zu stehen käme.

Bedenken und Geduld

In der Folge führte die Versammlung eine rege Diskussion über diese Ausgangslage. Ein Oberbuchsiter fand den Verkaufspreis zu niedrig und ein direkter Nachbar kündigte bereits Einsprache an.

Gemeindepräsident Daniel Lederer machte die Initianten darauf aufmerksam, dass die ordentliche Verfahrenszeit sowie eine allfällige Bauphase den Zeithorizont von Anfang nächsten Jahres ohnehin sprengen werde.

Auch die nicht ganz einfache Zufahrtssituation für den Autoverkehr war ein Thema. Grundsätzlich gab es aber viele befürwortende Voten, sei es für den Weiterbetrieb der Kita grundsätzlich, den steigenden Bedarf an betreuten Tagesstrukturen allgemein oder der klaren Bekenntnis zu einer familienfreundlichen Gemeinde.

Die zweite Liegenschaft, die zur Diskussion stand, ist die ausserhalb des Siedlungskerns gelegene Wilweid 113 mit Jahrgang 1900. Auch hier zeigte Pirmin Nünlist Mängel, Möglichkeiten und Kostenfolgen auf.

Vor allem fehlt der Anschluss ans Kanalisationsnetz. Zur Überraschung meldete sich ein junger Mann zu Wort, der Interesse an der Übernahme und Renovation der Liegenschaft bekundete. Beschlüsse wurden keine gefasst. Der Ball liegt jetzt wieder beim Gemeinderat.

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