Mümliswil

Die Ecke der vielen Lösungen – gleich mehrere Mobilitätsprobleme werden hier behoben

Gleich mehrere Mobilitätsprobleme werden behoben: Bald ist die engste Stelle durch das Mümliswiler Dorf entschärft. Joachim Buser (links) und Adrian Schaad begutachten mit Gemeindepräsident Kurt Bloch das Nadelöhr, welches entschärft wird.

Gleich mehrere Mobilitätsprobleme werden behoben: Bald ist die engste Stelle durch das Mümliswiler Dorf entschärft. Joachim Buser (links) und Adrian Schaad begutachten mit Gemeindepräsident Kurt Bloch das Nadelöhr, welches entschärft wird.

Die Strassensanierung in Mümliswil blockiert vorübergehend eine der wichtigsten Achsen durchs Dorf. Die Bevölkerung nimmt es hin.

Ein Trottoir und die frisch sanierte Dorfstrasse entstehen in Mümliswil. Knacknuss ist dabei das Nadelöhr im Dorfkern. Ende letzter Woche inspizierte Gemeindepräsident Kurt Bloch mit Joachim Buser vom Ingenieurbüro BFS und Adrian Schaad vom Amt für Verkehr und Tiefbau die grosse Baustelle im Zentrum. Fazit: Die Belastung für die Bevölkerung ist gross, aber die Arbeiten an der Dorfstrasse kommen gut voran und werden wie geplant Ende Juli fertig.

Die Dorfstrasse ist unter anderem ein Schulweg und Fussgänger spazieren hier zum Beispiel vom Coop zum Friedhof. Nun bekommt sie ein durchgehendes Trottoir und bevor es einen neuen Belag gibt, werden die alten Leitungen ersetzt.

«Die Baustelle ist für die Anwohner eine grosse Belastung, aber sie akzeptieren das, denn alle wissen um die Vorteile, die uns der Neubau der Strasse bringen wird», sagt Gemeindepräsident Bloch. «In Mümliswil ist man bereit, für das Allgemeinwohl etwas herzugeben. Die Grundbesitzer sind kooperativ. Wenn sie für ein Trottoir etwas Land hergeben müssen, akzeptieren sie das.»

Wenn Auswärtige in die Sackgasse geraten

Ein gutes Beispiel ist die Familie Büttler. An ihrer Liegenschaft wird nun im Juni eine Ecke «angeknabbert», damit an der bisher engsten Stelle der Dorfstrasse ein richtiges Trottoir gebaut werden kann. Der Mümliswiler Dorfkern ist nämlich zu Zeiten gewachsen, als die Bauern noch mit Pferdekarren unterwegs waren. Jetzt ist diese Kantonsstrasse zwar eine wichtige Verkehrsader, aber die schmalste Stelle war bisher nur gerade 3,40 Meter breit.

Für die Fussgänger war dort bisher mit einer gelben Markierung ein Scheingehweg auf der Fahrbahn markiert, der ein ungutes Bauchgefühl hinterliess. «Jetzt werden wir ein durchgehendes, höhenabgesetztes Trottoir bekommen und die Fahrbahn wird mit 3,5 Metern auch an dieser Stelle für den Schneepflug passierbar», erklärt Ingenieur Buser, warum dem grossen Haus eine Ecke «amputiert» werden muss.

Ein üblicherweise sehr gut informierter Mümliswiler, der lieber nicht namentlich genannt werden möchte, beobachtete derweil die illustre Gruppe aus der Distanz. «Dort unten waren sie mit dem Leitungsbau fertig, dann mussten sie aber wieder lochen und ein Stück des Randsteins herausreissen», hat der kritische Bewohner beobachtet.

Buser hat dafür eine simple Erklärung: «Die alten Pläne waren nicht exakt und das alte Kanalisationsrohr war zu unserer Überraschung nur wenige Zentimeter im Boden vergraben. Die neue Strasse einfach so darüber zu bauen, das wäre verantwortungslos gewesen.»

Der aufmerksame Bürger hatte weitere Beobachtungen zu melden. «Kürzlich war hier ein Öltankwagen unterwegs, der keine Ahnung hatte, wie er zum Abladeplatz im Vorstedtli kommen sollte.» Er habe dem Chauffeur erklärt, dass er über die Merzrüti fahren müsse, um von oben zur Abladestelle zu kommen. «Die Signalisation ist ungenügend, es ist ein Chaos.»

Diesen Vorwurf will Adrian Schaad als Projektleiter nicht so stehen lassen. «Wir haben einen Informationsabend durchgeführt und Flyer in alle Haushaltungen verteilen lassen. In den ersten Tagen standen sogar Verkehrslotsen zur Verfügung, die den Leuten die Verkehrsführung erklärt haben», sagt Schaad.

Die Beschilderung sei sehr gut, aber es komme halt ab und zu vor, dass ein Auswärtiger die Schilder nicht liest, nach Gefühl fährt und dann bei der Baustelle nicht mehr weiterkomme.

Etwas verzwickt ist tatsächlich der Weg nach Langenbruck, der vorübergehend über den extrem schmalen Bachweg geleitet wird, der normalerweise für den Schwerverkehr gesperrt wäre. Mit Lichtsignalen wird abwechslungsweise eine Richtung freigegeben und Wenden ist unmöglich. Wenn sich ein Chauffeur auf sein GPS verlässt, findet er den Weg nicht.

Wer den orangen Schildern der Umleitung folgt, kommt aber ans Ziel. Einfacher wäre es wohl für Chauffeure, die vom Passwang her kommen, die Kehrt über Balsthal zu nehmen, um bequem nach Langenbruck zu kommen.

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