Welschenrohr

Die Dünnern bekommt wieder mehr Raum

Der Asphaltbelag entlang der Dünnern in Welschenrohr wird abgetragen, um mehr Raum zu schaffen.

Am westlichen Abschnitt der Dünnern auf Welschenrohrer Boden sind Bauarbeiten im Gang. Entlang des Baches wird der alte Asphaltbelag entfernt und Humus abgetragen. Es handelt sich um Renaturierungsarbeiten, die nach der Erledigung von Einsprachen jetzt ausgeführt werden können.

Dabei handelt es sich um eine Etappe der Güterregulierung, welche von den kantonalen Behörden als Ersatzmassnahmen für erstellte Weg und Drainagen gefordert wurde. Die Kosten im Rahmen von 350'000 Franken übernimmt der Staat, belasten also weder Gemeinde noch Flurgenossenschaft.

Dünnern wurde vor siebzig Jahren kanalisiert

Oft überschwemmte der Bach bis Mitte des letzten Jahrhunderts den Talboden bei starken Niederschlägen und Schneeschmelze. Dies wurde früher von den Schülern jeweils freudig begrüsst, steht in der Welschenrohrer Dorfchronik geschrieben. Denn die Brücke und die Balmbergstrasse standen unter Wasser, sodass der Unterricht ausfallen musste.

Grosse Schäden richteten die Überschwemmungen nicht an, da im Talboden noch keine Häuser standen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Dünnernkorrektur in Angriff genommen. Auf einer Länge von 1200 Metern entstand ein Kanal mit befestigter Sohle und Böschungen. Damit konnte das Sumpfland trocken gelegt und somit besser bewirtschaftet werden.

Die Kosten beliefen sich auf 477'000 Franken, wobei Bund und Kanton Subventionen von 85 Prozent beisteuerten. Über siebzig Jahre lang hat der Kanal seine Funktion erfüllt, der Bach trat nie mehr über die Ufer. Nun wird der westliche Teil auf rund 500 Metern der Industriezone umgestaltet, vorbei am Alten Fussballplatz und bis zur Stelle, wo der natürliche Bachlauf beginnt. Das Bachbett wird verbreitert, Schwellen eingebaut und Sträucher gepflanzt.

Diese Renaturierungs-Massnahmen benötigen mehr Platz. Deshalb wird die Dünnerstrasse, die dem Bachverlauf folgt, um die Stassenbreite nach Süden verlegt. Das anschliessende Grundstück, auf dem sich hie und da ein See bildet, wird mit einer Drainageleitung entwässert.

Biber auch im hinteren Thal festgestellt

Offenbar hat der Biber auch den Weg ins Rosinlithal gefunden. Denn es wurden zwei Exemplare gesichtet und ein Tier ist bereits in Gänsbrunnen dem Strassenverkehr zum Opfer gefallen. Damit die Biber die neu erstellte Strasse nicht gefährden, wird auf der ganzen Länge ein Biberschutz eingebaut. Dieser besteht aus einem Maschendraht, der senkrecht bis in die Tiefe von zwei Meter eingebaut wird. Die gesamten Arbeiten werden bis zu Frühling nächsten Jahres dauern.

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