Seniorengruppe Roggenfluh

Die Bürgergemeinde Oensingen hat mit Carlo Franzoni ihren 87. Ritter

Geehrt und zum Ritter geschlagen (v.l.): Hansueli Loosli (700 Stunden, Seniorenobmann), Hansruedi Baumgartner (Graf zu Bechburg und Schlossparkpräsident), Carlo Franzoni (neuer Ritter, 123 Stunden), Hans Habegger und Dino Bosin (je 300 Stunden).

Geehrt und zum Ritter geschlagen (v.l.): Hansueli Loosli (700 Stunden, Seniorenobmann), Hansruedi Baumgartner (Graf zu Bechburg und Schlossparkpräsident), Carlo Franzoni (neuer Ritter, 123 Stunden), Hans Habegger und Dino Bosin (je 300 Stunden).

Das Schloss Neu-Bechburg ist jener Ort, wo auf Einladung der Bürgergemeinde Mitglieder der Seniorengruppe Roggenfluh für geleistete Stunden zum Ritter «geschlagen» werden.

So geschehen im gewölbten Keller auf der Burg oberhalb von Oensingen. Bedingung, um «zum Ritter geschlagen» zu werden, ist, dass bei den jährlichen Arbeiten im Schlosswäldli – um die Neu-Bechburg herum – der Seniorengruppe Roggenfluh, freiwillig mindestens 100 Stunden absolviert werden.

Bekanntlich profitiert die Neu-Bechburg nicht nur alleine von ihrem besonderen Standort, verbunden mit einer tollen Aussicht übers Mittelland hinweg, sondern auch von der Pflege auf dem wunderbar gelegenen Wald-Areal um das Schloss herum. Dafür verantwortlich ist die Seniorengruppe Roggenfluh, deren Mitglieder sich jährlich bei gegen 14 Arbeitsnachmittage jeweils am Mittwoch treffen.

Vielfältige Arbeiten

1977 war Gründungsjahr der Seniorengruppe, im Folgejahr wurde mit den ersten Arbeiten rund ums Schloss herum begonnen. Dazu gehört unter anderem auch das Reinigen und Instandhalten der vielen Fuss- und Gehwege bei den verschiedenen Weihern und Brunnen. Zudem wird dafür gesorgt, dass im Leitungsnetz ständig Wasser im Umlauf ist und Sturm- und Fallholz zusammengetragen werden.

Von Zeit zu Zeit werden ferner Wegbefestigungen (mit Holz und Stein) erneuert, für die Feuerstelle Holz gespalten und zugeschnitten, Treppen neu gebaut, Wasserrinnen wieder intakt gestellt oder wo nötig Pflästerungen vorgenommen sowie anderes mehr. Nach getaner Fronarbeit gibt es ein durch die Bürgergemeinde offeriertes Zvieri.

Bisher 46 056 Stunden geleistet

Beachtlich hoch sind die bis anhin geleisteten Stunden, die an Fronarbeit aufgelaufen sind. Per 31. Dezember 2017 sind dies insgesamt 46'056 Stunden. 136 Seniorinnen und Senioren haben sich daran beteiligt, pro Person ergibt sich einen Mittelwert an knapp 340 Stunden.

Die Pensionierten sind hin und wieder auch ausserhalb des Schlosswäldlis im Einsatz. So unter anderem im vergangenen Jahr beim Sammeln an Minuten bei der Bewegungsaktion «schweiz.bewegt». Ein besonderes Engagement war bei der Mitwirkung des letztjährigen TV-Sommerprojekts von SRF «Im Schatten der Burg – Leben wie vor 500 Jahren». Auch da standen 15 Ritterinnen und Ritter während den rund drei Wochen Einsatz geleistet. Die geleisteten Stunden werden fortlaufend aufaddiert, wer dann per Jahresende die 100 Stunden an Fronarbeit erreicht hat, wird im Folgejahr zum Ritterschlag eingeladen.

Der Bürgergemeinde ist dieser Senioreneinsatz viel wert, sie lädt zu diesem speziellen Anlass, verbunden mit einem Nachtessen, alle Ritterinnen und Ritter jährlich zum Oensinger Wahrzeichen hinauf ein. Bei der jüngsten Auszeichnung war es diesmal ein reines Männer-Quartett, das zu Ehren kam: Carlo Franzoni, als 87. Ritter, mit 123 geleisteten Stunden, sowie Dino Bosin (300 Stunden absolviert), Hans Habegger (300 Stunden) sowie Hansueli Loosli (700 Stunden).

Der «Ritterschlag» wurde durch Hansruedi Baumgartner (Graf zu Bechburg) vorgenommen, die Ritter-Medaille sowie andere Präsente für Geehrte von Bürgerpräsident Remo Liechti überreicht. (bwh)

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