Im Sitzungszimmer des Werkhofs der Bürgergemeinde Oensingen begrüsste Bürgergemeindepräsident Remo Liechti 22 Bürgerinnen und Bürger zur Versammlung.

Vier Gesuche für eine Einbürgerung standen auf der Traktandenliste. Zu deren zwei hatte zuvor bereits der Bürgerrat die Berechtigung, das Bürgerrecht in Aussicht zu stellen. Der Rat wollte aber auch diese zwei Gesuche der Versammlung nicht vorenthalten. Über die beiden weiteren Gesuche informierte die Bürgerschreiberin Marie Theres Bobst jeweils mit dem Lebenslauf der antragsstellenden Personen. Da sich aufgrund der Personalien und des Werdegangs keine ergänzenden Fragen ergaben, wurde einzeln über die Erteilung des Bürgerrechts abgestimmt. Folgende vier Personen werden neu Oensinger Bürger bzw, Bürgerin: Bisevac Esmeralda (Serbische Staatsbürgerin; Laudanovic Marijana (Serbische Staatsbürgerin); Pakalic Aleksandra (Serbische Staatsangehörige); Weber Dirk (Deutscher Staatsangehöriger).

Neue Reglemente genehmigt

Die neuen Reglemente wie Gemeindeordnung, Dienst- und Gehaltsordnung sowie Einbürgerungsreglement konnten im Voraus eingesehen werden; davon wurde aber kein Gebrauch gemacht. Ferner wurden sie dem Amt für Gemeinden zur Vorprüfung vorgelegt.

Auf die wichtigsten Änderungen, wie das Wahlprozedere des Bürgerrates, der Kommissionsmitglieder und der Funktionäre, das Grundgehalt der Bürgerräte, die Einteilung der Gehaltsstufen, die Dienstaltersgeschenke usw. wurden pro Reglement zusammengefasst und bekannt gegeben. Alle drei Reglemente wurden verabschiedet und gehen nun zur definitiven Genehmigung an den Regierungsrat.

Grundstück in Gärbimatt

Als weiteres Geschäft galt es über den Kauf eines 8000 Quadratmeter grossen Grundstücks zu befinden, es liegt in der Gärbimatt zwischen Jurastrasse und Bahnlinie. Die Anwesenden wurden informiert, der Bürgerrat habe einstimmig beschlossen, dass diese Chance genutzt werden sollte. Gründe dazu gebe es mehrere: Die Investitionen in die Fernwärmeleitungen sind im Moment abgeschlossen, der ganze Landstreifen entlang der Jurastrasse (Nordseite) werde in mittlerer Zukunft sicher überbaut, das Land in Oensingen wird immer wertvoller, der Kauf biete zudem eine sichere Geldanlage. Zudem könne bei einer Überbauung bzw. Erschliessung auch mitbestimmt werden, nicht zuletzt auch mit den Wärmeleitungen in diesem Gebiet.

Es galt nun, über einen Kredit von 2,37 Mio. Franken zu befinden. Werner Hunziker wies darauf hin, dass auf der Bahnstrecke an der Grenze des Areals Gefahrengüter transportiert werden. Das könne bedeuten, dass bei einer Überbauung mit Einschränkungen zu rechnen wäre. Hunziker erkundigte sich, ob man diesbezüglich Abklärungen getroffen habe. Eine abschliessende Antwort konnte nicht gegeben werden, wurde aber in Aussicht gestellt. Trotz dieser offenen Frage wurde das Kaufgeschäft mit 20 Ja-Stimmen und einer Enthaltung gutgeheissen.

3,4 Millionen investieren

Im Voranschlag 2015, der von Verwalter Reto Bobst präsentiert wurde, sind Nettoinvestitionen von rund 3,431 Mio. Franken enthalten. Der Ausgleich der Bürgerrechnung beläuft sich auf 336 000 Franken, dem wiederum ein Zuschuss von 940 000 Franken aus dem Grubenfonds vorausgeht und budgetiert ist. Das Defizit der Forstrechnung wird voraussichtlich 53 729 Franken betragen. Vorgesehen sind ferner zusätzliche Abschreibungen: 250 0000 Franken für die Roggenstrasse, 69 000 Franken für die Fahrzeuge Forst, 47 000 Franken für die Fernwärmeleitung. Die Rechnung für 2015 weist somit einen Ertragsüberschuss von Fr. 1731.00 aus.

Bei der Diskussion kam die Frage, wem die Aebisholzstrasse gehört und wie deren Zustand sei. Remo Liechti orientierte, dass die Strasse im Besitz der Einwohnergemeinde ist und auch von ihr unterhalten werden muss. Eine Übernahme durch die Bürgergemeinde wäre aber durchaus wünschenswert und werde bei Gelegenheit traktandiert. Die Versammlung genehmigte den Voranschlag 2015 einstimmig.

Heizung bringt gute Einnahmen

Unter Traktandum Verschiedenes durfte der Bürgerpräsident mit erfreulichen Zahlen aus dem Jahr 2014 aufwarten: Die bisherigen Einnahmen bei der Schnitzelheizung zugunsten der Forstrechnung betragen 236 000 Franken. Zugunsten der Bürgerrechnung gehen 140 000 Franken von den Fernwärmeleitungen. Die Photovoltaikanlage bringt im Jahr 2014 voraussichtlich Einnahmen von etwa 33 000 Franken.

Weiter erwähnte Remo Liechti, dass im nächsten Jahre die Nachfolge der Bürgerschreiberin und der Försters geregelt werden. Die Vorbereitungen dazu sind im Gange.

In Bezug auf Einbürgerungen zeigt die Bürgergemeinde grosses Interesse. Deshalb wurde eine Mappe vorbereitet, die an mögliche künftige Bürger abgegeben werden kann.

Per Bus auf den Roggen?

Ferner wurde orientiert, dass die Roggenstrasse im kommenden Frühjahr weiter saniert werden soll.

In die Schlussrunde wurde aus der Versammlung heraus der Vorschlag gebracht, man möge abklären, ob die Bürgergemeinde gar eine Busverbindung auf den Roggen realisieren könnte. Max Bobst (vom Chutlochweg) meinte, schliesslich gebe es verschiedene Busverbindungen hinauf zu den Jurahöhen.