In diesem Jahr war ein Auftritt für die Thaler Jugendband zur Eröffnung des Konzerts besonders wertvoll. Sie wird sich am 2. Kantonalen Jugendmusikfest in Grenchen bald mit anderen Jugendlichen messen. Unter der Leitung von Roger Stöckli gewann sie mit «Smoke on the Water», «The Winner Takes It All», «Let It Go»und «Eye oft the Tiger» die Sympathie des Publikums. Komplett gewonnen hat sie es mit ihren eigenen Ansagen, die sie mit Witz anreicherten. Die Zugabe mit «You Give Love A Bad Name» war also durchaus erwünscht.

Musikalisch ein Bild gemalt

Mit «Ravenswood», einem imposanten Marsch von William Rimmer, eröffnete die Brass Band selber ihr Konzert. Vom ersten Ton an markierte sie damit Präsenz. Die behielt sie auch. Aber gleichzeitig vermochte sie die gewisse Feierlichkeit, die Michael Kamen bewusst in gewisse Stellen von «Band of Brothers» steckte, aufzudecken.

Als Schlüsselwerk präsentierte die Brass Band «Oceans» von Goff Richards. Als Auftragskomposition 1984 entstanden, begeistert es nach wie vor. Seinen ursprünglichen Zweck als Teststück zu dienen erfüllt es noch immer. Das darf aber kein Makel sein und das ist es auch nicht.

Die Interpretation der Matzendörfer hat vor dem geistigen Auge Meereserinnerungen wecken können. Mächtige Wogen und donnernde Brecher, aber auch sanftes Dümpeln und schaumiges Zischen liessen sich erahnen.

Erstaunlich was sich alles darstellen lässt, wenn der Komponist oder der Arrangeur sein Metier beherrscht. Ray Woodfield ist das mit seinem Arrangement von «Sing Sing Sing» jedenfalls hervorragend gelungen. Philip Harper kann da durchaus mithalten. Seine Bearbeitung von Billy Joels «Lullabye» verriet es. Gar noch besser machte es der Norweger Gilje Reid mit Quincy Jones «Chump Change».

Für das schon fast obligate Solo sorgte diesmal Daniel Mägerli. Zu «Share my Yoke» von Joy Webb liess er sein B-Cornet perfekt singen. Die Töne kullerten nicht wie Murmeln aus dem Instrument. Sie schienen wie bunte Seifenblasen in den Saal zu schweben. Dafür sorgte nebst dem Arrangeur Ivor Bosanko auch die Brass Band und ihr musikalischer Chef Marcel Bossert. Dank ihrer wirklich angemessenen Begleitung wirkte der Effekt.

Duett zum Geniessen

Wichtig war das natürlich auch bei «Je t’aime mon amour». William Brighton hat aus diesem französischen Chanson ein Duett für zwei Blechinstrumente geformt. Dank Urs Meister und Christian Brunner war es als Duett für Flügelhorn und Euphonium zu geniessen. Mit «Chanson Du Treyvaux» fanden die Matzendörfer eine ideale Zugabe.

Es war keine Musik zum Einschlafen, aber die richtige, um entspannt in den weiteren Abend zu tauchen. Sie begann mit einem dezenten Posaunensolo, bevor leises Tutti einsetzte. Das liess bald einem grazilen Cornet-Solo Platz, federleicht gespielt von Oliver Meister. Der «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi sorgte danach wirklich für den Schluss.