In der Alten Kirche in Härkingen zeigen die beiden Oltner Künstler Roland Weibel und Erwin Knoblauch bis 13. April neue Arbeiten von starker Faszination. Beim Betreten des Ausstellungsraumes wird man von den grossformatigen farbintensiven Bildern von Roland Weibel auf Anhieb gefangen genommen.

Man entdeckt einen Künstler, der ganz neue Wege gegangen ist und Bilder von einer unglaublichen malerischen Intensität zeigt, die mit lebhaften Strichen, punktartigen Betonungen, hellen und dunklen Markierungen spielt und eine malerische Kraft im Bildraum entwickelt, die beeindruckt.

Lebhafte Motive

Der Betrachter erlebt lebhaft bearbeitete Flächen, taucht ein in Landschaften, Ortsansichten, erkennt die Jurahöhen, aber auch andere Landschaftsstrukturen. Das Bild im Chorraum zeigt das Musiktheater in Berlin.

Es ist dies ein grosses Bild voller lebhafter Motive, die die erzählerischen Inhalte präsentieren. Man taucht ein in diese bewegte Welt einer Grossstadt, spürt das Hektische und das in sich Ruhende und erlebt Farbabstufungen der besonderen Art.

Roland Weibel spielt mit ungewohnten Kombinationen. Eigenwillige Grüntöne, hell und leuchtend, abgesetzt gegen Blau oder auch Gelb fesseln das Auge. Oder dann sinnlich geprägte Rotkombinationen mit dunklen Schatten, mit dunklem Blau, wobei die Flächen fein bearbeitet sind, sodass ein raffiniertes Lichtspiel entsteht.

Seine neu ausgerichtete Malweise besticht, dunkle Flächen werden unterhaltsam aufgehellt, lebhafte Markierungen spielen mit dem betrachtenden Auge. Roland Weibel ist in eine Freiheit der Gestaltung eingestiegen, die tief beeindruckt.

Er variiert mit ungewohnten Farbabstufungen, mit hellen und dunklen, mit bewegten Hintergründen und in all diesen malerischen Flächen erkennt man einzelne Motive: architektonische Elemente, verglaste Häuserfronten, Kirchtürme der Martinskirche von Olten in der gelbblauen Landschaft, eindrucksvoll ist auch die Front des Feuerwehrgebäudes in Olten mit der dahinter liegenden Ebene.

Jurahöhen fesseln den Maler immer wieder, aber auch ein Blick durch das Fenster in die Landschaft um sein Haus herum. Er spielt mit unerwarteten Komponenten, erkennt die Schönheit der farblichen Ausdrucksweise, die nicht real sein muss, sondern sich in surreale, expressive Ebenen hinein bewegen darf.

Filgran bearbeitetes Metall

Im Mittelgang des Raumes präsentiert Erwin Knoblauch auf Sockeln seine Objekte, «Häupter» aus Aluminium-, Messing oder Stahlblech, deren Oberflächen durch punktartige Markierungen fein bearbeitet und verziert worden sind.

Sie sind von grosser Ausstrahlung, die abstrahierte formale Gestaltung erhöht den Zauber des Ausdruckes. Seine Häupter oder Köpfe sind unterschiedlich geformt, man erkennt feine Gesichter-Silhouetten, Verzierungen, weiche Linien von einmaliger Schönheit.

Erstaunlich sind die feinen Nuancen in der Bearbeitung, kein Haupt ist gleich wie das andere, jedes hat eine andere Ausstrahlung. Frauenköpfe und solche von männlichen Wesen, nie ausformuliert, sondern immer in einer reduzierten, abstrahierten Form sind zu erkennen, so als möchte man bewusst nur die wichtigsten Linien aufzeigen, die dem Objekt Form und zugleich Inhalt geben.

Man staunt über die Transparenz, die diese Häupter vermitteln, manchmal hat man das Gefühl durch sie hindurch sehen zu können. Es sind dies Häupter, die eigenwillige Spuren in den Raum legen und im filigranen Ausdruck eine spannende Verinnerlichung signalisieren, die viel über existenzielles Leben aussagt.

So erlebt man «Häupter», Köpfe, Menschen, Zeichen von beseelten Wesen, abstrahiert und doch formal erfassbar, eine Gestaltung, die begeistert. Zu entdecken ist auch sein kleines Karussell beim Eintreten in den Ausstellungsraum mit den vielen kleinen, tanzenden und sich drehenden Figuren aus buntem Blech. Die Ausstellung ist in sich ein besonderes Erlebnis, denn sowohl die Malerei als auch die Objekte strahlen viel künstlerische Kraft und Ästhetik aus.

Vernissage ist am Freitag, 28. März, um 19.30 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 13. April. Geöffnet sind die Ausstellungsräume jeweils am Freitag von 19 bis 21 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.