Hauenstein-Ifenthal
Die Bevölkerung hat einen Auftrag für die Einführung von Tempo 30 erteilt

Eine Mehrheit der Gemeindeversammlung von Hauenstein-Ifenthal will, dass der Gemeinderat ein entsprechendes Projekt ausarbeitet. Der Kanton muss aber mitmachen, da die Ifenthalerstrasse, die teils eine Kantonsstrasse ist, mit einbezogen werden soll.

Beat Wyttenbach
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Ein Gehweg soll auf der Ifenthalerstrasse beim Schulhaus farblich markiert werden. Bruno Kissling

Ein Gehweg soll auf der Ifenthalerstrasse beim Schulhaus farblich markiert werden. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Jürg Ryffel, Gemeindepräsident von Hauenstein-Ifenthal, konnte am Montagabend 37 von 224 Stimmberechtigten zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Pfarreiheim Ifenthal begrüssen. Kerntraktandum des Abends war die Auftragserteilung zu Handen des Gemeinderates, ein Projekt zur Einführung von Tempo 30 auf dem Gemeindegebiet von Hauenstein inklusive Ifenthal auszuarbeiten.

Gemeindeversammlung gefordert

Zur Ausgangslage: 88 Stimmberechtigte hatten laut Ryffel schriftlich die Einberufung einer Gemeindeversammlung verlangt, verbunden mit folgenden Anträgen: Von der Hauptstrasse bis zur Sanierung Feldweg sei die bestehende Ifenthalertrasse zu sanieren und ohne erhöhten Gehweg mit einem Asphaltbelag zu versehen. Ferner sei auf der Ifenthalerstrasse von der Hauptstrasse bis zum Schulhaus auf der Südseite und vom Schulhaus bis zur Alpstrasse auf der Nordseite ein Gehweg farblich zu markieren.

Und schliesslich sollen die Ifenthalerstrasse von der Hauptstrasse an bis nach der Abzweigung Alpweg sowie die Gemeindestrassen Obergässli, die Lantelstrasse bis nach der Liegenschaft Nussbaumer, das Oberdorf, der Müllerweg, der Bachweg, die Grabenmatt, der Feldweg sowie der Alpweg mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h signalisiert werden.

Nicht die Sanierung ist das Problem

Nachdem der Kanton die Planung der Sanierung der Ifenthalerstrasse infolge grosser Opposition gestoppt hatte, so Ryffel, wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe notwendig, um gemeinsam mit den Anwohnern und dem Kanton nach einer Lösung zu suchen. Anlässlich der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe Mitte September habe sich herausgestellt, dass nicht die Sanierung der Ifenthalerstrasse an sich das Problem sei, sondern die von Anwohnern gewünschte Einführung von Tempo 30, verbunden mit Sicherheitsmassnahmen bei der Schule. Es wurde rasch deutlich, «dass der Kanton bei dieser Aktion mitmachen muss, sonst sind der Gemeinde diesbezüglich die Hände gebunden», bemerkte der Gemeindepräsident.

Nachdem Vize-Gemeindepräsident Beat Näf nochmals die Vorgeschichte erläutert hatte, stellte Marcel Studer, Präsident der Werkkommission, das weitere Vorgehen vor. Der Kanton bewillige nämlich in Ausnahmefällen Tempo 30 auf Kantonsstrassen. Die Voraussetzungen: Die Tempo 30-Zone müsse ausgeschieden sein, und die Gemeinde müsse ein entsprechendes Gesuch an den Kanton stellen. Ferner müsse ein Ingenieurbüro ein Gutachten erstellen, in dem die Ziele umschrieben, die Hierarchie der Strassen festgelegt, die Nutzergruppen sowie der Lebensraum erläutert und die Auswirkungen der Tempo 30-Zonen aufgeführt sein müssen. Weiter müssten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt und die einzelnen Massnahmen aufgezählt werden.

Verkehrskommission entscheidet

Darüber hinaus brauche es ein informelles Treffen mit Vertretern des Kantons und eine Begehung vor Ort, dies als Wunsch seitens der Gemeinde. Wenn die Anfrage von der Verkehrskommission des Kantons positiv beurteilt worden sei, so Studer, müsse eine Budgetfreigabe durch die Gemeindeversammlung erfolgen und ein Gutachten beim Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) eingereicht werden. Nach positivem Entscheid durch die Verkehrskommission würden dann die baulichen Massnahmen umgesetzt und die Signalisationen installiert.

Die Gesamtkosten schätzt Studer auf rund 36 000 Franken. Laut dem Gemeindepräsidenten sei das Tempo 30-Projekt allerdings nicht ins Budget 2014 aufgenommen worden. - Nachdem noch einige Sachfragen geklärt wurden, konnte Ryffel zur Abstimmung schreiten. Mit 24:11 Stimmen bei zwei Enthaltungen sprach sich die Versammlung dafür aus, dem Gemeinderat den entsprechenden Auftrag zu erteilen, ein Projekt zur Einführung von Tempo 30 zu erarbeiten. Der Gemeindepräsident stellte in Aussicht, dass das weitere Vorgehen Mitte November im Gemeinderat besprochen werde.