Seit gut einem Jahr spürt man es: Es weht ein frischer Wind im Hotel Balsthal mit seinen Häusern Kreuz, Kornhaus und Rössli. Seit dieser Zeit ist nämlich der gebürtige Mümliswiler Unternehmensberater Peter Bigler, Bolligen-Bern, daran, dem Unternehmen klare Strukturen und ein nachhaltiges Konzept zu geben. «Meine Arbeit ist nun getan», sagt Bigler und gibt dem Besitzerpaar Walter Heutschi und Géraldine Philippe das Wort.

«Als wir vor gut einem Jahr vor einem Scherbenhaufen standen, indem wir erkennen mussten, dass der damalige Geschäftsführer das Unternehmen nicht adäquat führen konnte, beschlossen wir, so bald als möglich die Geschäftsleitung des Hauses selbst zu übernehmen.»

Walter Heutschi, Géraldine Philippe und Peter Bigler (v.l.) sind sich einig.

Walter Heutschi, Géraldine Philippe und Peter Bigler (v.l.) sind sich einig.

Das sei aber nicht von einem Tag auf den andern möglich gewesen, denn Heutschi und Philippe waren zu diesem Zeitpunkt auch noch vollumfänglich in ihrer Firma Comfone AG, Bern engagiert. Ein Jahr habe man sich Zeit gegeben, ihr Engagement bei Comfone so zu organisieren, dass die Beiden dann zur Hauptsache als Geschäftsführer im Hotel Balsthal tätig sein können.

Peter Bigler sollte während dieser Zeit dem Hotel- und Gastrobetrieb eine neue und zukunftsweisende Prägung verleihen. «Dieses Vorgehen war immer so beabsichtigt. Man wollte Bigler nämlich freies Wirken ermöglichen, – «doch wir haben es bewusst nicht so kommuniziert», geben die Beteiligten zu. «Wir fanden, es sei besser, den Wechsel mitzuteilen, wenn der Zeitpunkt der Geschäftsübernahme konkret wird. Wir schätzten aber immer, dass es rund ein Jahr beanspruchen würde.» 

Konzepte gründlich erneuert

Während der vergangenen Monate hat nun Bigler dem Unternehmen neue Strukturen gegeben und Abläufe definiert. «Und er hat das gründlich gemacht», sagt Géraldine Philippe. Bigler erläutert: «Das Unternehmensleitbild wird ‹gelebt›, Vision und Strategie sind klar definiert.» Vorher habe im Haus eine eigentliche Führungskultur gefehlt. «Es gab keine Konzepte, eine Mission fehlte. Jetzt ziehen wieder alle am gleichen Strang. Die interne und externe Kommunikation wurde verbessert, das Marketing intensiviert, die Marke Hotel Balsthal etabliert und an der Mitarbeiterkultur gearbeitet. Ich denke, wir konnten dem Unternehmen mit seinen 65 Beschäftigten eine neue Identität, eine Prägung geben.»

Für ihn sei dieses Jahr sehr interessant und auch lehrreich gewesen, ist er doch eigentlich kein Gastro-Berater, sondern im Export-Consulting tätig. Walter Heutschi erklärt: «Wir kannten Peter Bigler aus persönlichem Kontakt und wussten, wenn er das Mandat annimmt, haben wir den Richtigen, denn er ist ein Macher.» Bigler’s Engagement für Hotel Balsthal geht nun aber nicht einfach zu Ende. «Wenn man mich fragt, werde ich gerne weiterhin beratend zur Seite stehen», sagt er.

Viele Möglichkeiten

Walter Heutschi und Géraldine Philippe werden nun ab 1. Dezember selbst im Hotel Balsthal tätig und anwesend sein. «Mindestens drei bis viermal pro Woche sind wir sicher Beide oder mindestens einer von uns im Haus», sagt Heutschi und er hebt hervor: «Wir freuen uns auf unsere neue Rolle als Gastgeber und heissen alle Gäste im Hotel Balsthal ganz herzlich willkommen.»

Im kommenden Jahr sei zudem geplant, die Hotelzimmer im Kreuz zu restaurieren, die heute noch mit Sechzigerjahre-Charme ausgestattet sind, sagt Philippe. «Dann sind wir in der Lage insgesamt 70 Zimmer in allen Kategorien, von der Suite bis zum einfachen Einzelzimmer, anbieten zu können.»

Auf die Frage, wie Bigler nun die Zukunft des Hauses als Aussenstehender betrachtet, sagt er: «Ein grosser Pluspunkt ist natürlich der eindrückliche, historische Gebäudekomplex mit den drei Häusern mitten im Dorf. Das bedeutet aber auch, dass steter Unterhalt unabdingbar ist.» Balsthal liege aber für Seminar- und Tourismusaktivitäten ideal und das Hotel Balsthal eignet sich dafür perfekt. Ein weiterer Pluspunkt seien die unterschiedlichen Charaktere der Gaststätten, das grosse Raumangebot und die unterschiedlichen Zimmerkategorien. Schwierigkeiten sieht Bigler vor allem im daraus resultierenden Aufwand, um die Häuser perfekt zu betreiben. Jedoch: «Alles in allem ist das Hotel Balsthal aber für die Gemeinde und deren Bewohner sowie für die Region eine tolle Geschichte.»