Matzendorf
Die Bergschule ist geschlossen, was geschieht nun mit dem Haus?

Der Kanton Solothurn als Besitzer will nicht ohne die Standortgemeinde Matzendorf entscheiden, was mit dem teilweise sanierten Gebäude geschen soll.

Alois Winiger
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Ehemalige Bergschule Matzendorf
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Die Fensterläden bleiben geschlossen - für wie lang, weiss momentan niemand
Rechts das leerstehende Schulhaus, links der erneuerte Hof Grossbrunnersberg, wo die Schule früher untergebracht war,
Das ehemalige Schulhaus, eingebettet in die Natur
Blick aus dem Dachstock Richtung Südwesten
Blick zur Haustüre hinaus zur ersten Jurakette

Ehemalige Bergschule Matzendorf

Alois Winiger

Nein, um die Gründe, die zur Schliessung der Bergschule Brunnersberg im 103. Jahr ihres Bestehens geführt haben, geht es hier nicht mehr. Auch nicht um das Hickhack, das sich deswegen entwickelte. Darüber ist genug gesprochen und geschrieben worden. Es geht jetzt um die Zukunft.

Klar ist, dass die Kinder vom Brunnersberg ab dem nun beginnenden Schuljahr mit einem Kleinbus nach Laupersdorf zur Schule und zum Kindergarten gefahren werden. Der kommende Montag wird ihr erster Schultag im Tal sein und sie werden sogar Besuch bekommen von Regierungsrat Remo Ankli, Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur.

Wunderschöne Aussicht

Noch völlig offen ist hingegen, was nun mit dem Schulhaus auf dem Grossbrunnersberg geschehen soll, nachdem Schulkinder und Lehrer definitiv ausgezogen sind. Das Gebäude ist im Besitz des Kantons Solothurn, desgleichen das knapp 16 Aren grosse Grundstück, auf dem es steht. Dieses ist leicht gegen Süden geneigt, bei gutem Wetter ist die Aussicht wunderschön. Politisch gehören Haus und Land zur Gemeinde Matzendorf, von dort aus gibts allerdings keine direkte Zufahrt, dafür von Mümliswil, deshalb lautet auch die Postadresse auf Mümliswil. Eine weitere Zufahrt führt von Balsthal oder Laupersdorf via Höngen.

Halbe Million investiert

Das Gebäude macht äusserlich und auch inwendig einen guten Eindruck. Man merkt, dass der Kanton in den vergangenen Jahren rund eine halbe Million Franken investiert hat. Der neu ausgebaute Raum im Dachstock scheint noch kaum gebraucht worden zu sein.

«Insbesondere energetisch und sicherheitsmässig wurde saniert, auch statisch, sodass das Gebäude erdbebensicher ist», sagt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. Was die Zukunft des Hauses angeht, so sei eine sinnvolle Nachnutzung das erste Kriterium. Doch was heisst das? Vielleicht touristisch nutzen als Gruppenunterkunft, ähnlich dem nahegelegenen Jungscharhaus Brunnersberg der evangelisch-methodistischen Kirche? «Das wäre denkbar», antwortet Mäusli, «wir haben uns noch keine konkreten Gedanken gemacht. Es gibt mehrere Optionen wie vermieten, verkaufen oder im Baurecht abgeben. Wir sind offen für Ideen.»

In der Bevölkerung geistert bereits der Verdacht herum, es würden dort vielleicht Asylbewerber untergebracht. Doch Mäusli winkt ab: «Für Asylsuchende setzt der Kanton nach wie vor auf die Fridau in Egerkingen.»

Gemeinsam mit Matzendorf

Etwas stehe aber bereits fest, erklärt der Kantonsbaumeister: «Bei der Suche nach einer Lösung werden wir sicher die Standortgemeinde Matzendorf mit einbeziehen.» Diesbezüglich habe noch kein Kontakt stattgefunden, «aber wir freuen uns darauf», sagt Armin Kamenzin, Gemeindeschreiber von Matzendorf. «Selbstverständlich sind wir froh darüber, wenn wir in die Entscheide und Überlegungen einbezogen werden.»

Man sei sich aber bewusst, dass die Zukunft und die Nutzung des Gebäudes ganz klar in den Händen des Staates Solothurn liege, dem das Grundstück ja gehört. Ferner gebe es Einschränkungen, denn die Parzelle liegt ausserhalb der Bauzone sowie in der kommunalen Landschaftsschutzzone, was bedeutet, dass die Landschaft mit den Wiesen und Bäumen zu erhalten ist.

«Und schliesslich wird das Ganze noch überlagert von der Juraschutzzone», bemerkt Kamenzin. «Grundsätzlich wäre eine touristische Nutzung sympathisch.»

Das bestätigt auch Sandra von Ballmoos, verantwortlich für Kommunikation beim Naturpark Thal. «Der Bedarf an Unterkünften auf der zweiten Jurakette ist da.»
An Ideen und Wünschen fehlt es nicht, nun muss noch jemand gefunden werden, der eine davon umsetzt. Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli schätzt, dass bis Ende Jahr eine Lösung vorliegen könnte.

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